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Greifswald Otto Wobbe — ein Greifswalder Original
Vorpommern Greifswald Otto Wobbe — ein Greifswalder Original
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00:00 03.07.2015
Margit Wenzlaff interessiert sich für Otto Wobbe. Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

Mit seiner 1919 bis 1921 erschienen dreibändigen Autobiographie „Aus einem bescheidenen Leben“, als Verantwortlicher von „Heimatleiw un Muddersprak“, einer Wochenbeilage der „Greifswalder Zeitung“, war Otto Wobbe ab Mitte der 1920er Jahre eine lokale Berühmtheit.

Am 9. Mai vor 50 Jahren erhängte sich der konservativ gesinnte Mann in seiner Wohnung im Haus Wiesenstraße 67. Peter Koslik hat ihn anlässlich seines 50. Todestages sicher zu recht als Greifswalder Original bezeichnet.

Leider gibt es an seinem Geburtshaus Baderstraße 3, dem „Preußenhof“ nicht einmal eine Gedenktafel, bedauert Margit Wenzlaff. Die Lehrerin für Musik und Deutsch im Ruhestand hat ihr ganzes bisheriges Leben in Greifswald verbracht. „Meine Mutter hatte ,Klocken un Klingeln. Allerhand Irnst un Spaß för plattdütsche Lüd‘ im Bücherschrank“, erzählt sie. Zu Hause sei viel Plattdeutsch gesprochen worden — aber nicht mit ihr. Da redete man Hochdeutsch. Nach der Wende hat Margit Wenzlaff dennoch Plattdeutsch unterrichtet und sich in der Weiterbildung für die Heimatsprache engagiert.

Und da spielte Wobbe natürlich eine große Rolle. Margit Wenzlaff hat für ihre Schüler sogar eine plattdeutsche Biographie des 1968 „as tweites von söben Kinner in Gripswold“ in Greifswald geborenen Mannes. „Sin Vadder, Carsten Wobbe, wier Wienhändler und Hotelier.“

1912 erwarb Otto Wobbe das Haus Fischstraße 11, heute Restaurant „Goldmarie“. Dort eröffnete der Mann eine Weinhandlung mit Restaurant. Auch hier fehlt eine Gedenktafel, bedauert Margit Wenzlaff.

Immerhin werde das Grab des kinderlos verstorbenen Mannes von der Stadt gut gepflegt.

Mit seiner Weinhandlung hatte Wobbe wenig Glück. 1923 verkauft er das Haus und verlässt Greifswald für kurze Zeit. Ein Jahr später schlägt er den Weg ein, der ihm einen Platz in der Stadtgeschichte sichert. Er wird Schriftleiter, modern gesagt Redakteur, von „Heimatleiw un Muddersprak“. Eine hochinteressante Lektüre, die detailreiche Informationen bietet, und das jeden Sonnabend. Wer beispielsweise etwas über bestimmte Häuser oder Greifswalder Persönlichkeiten und Häuser sucht, der wird häufig etwas darüber in dieser Heimatbeilage finden. Dass er nach 1933 als Nicht-NSAP-Mitglied bleiben kann, das verdankt er laut Koslik dem Umstand, dass es keinen geeigneten Parteigenossen gab.

Wobbe hat übrigens auch sportliche Spuren hinterlassen. 1892 war er einer der Gründer des Kaufmännischen Ruderclubs „Hilda“.



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