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Greifswald Packen, ordnen, aussortieren, auffüllen

Im Einkaufscenter Real wandern täglich Tonnen von frischem Obst und Gemüse in die Einkaufskörbe

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Nach drei Stunden Kistenheben und Auspacken kommt OZ-Redakteurin Petra Hase ganz schön ins Schwitzen, im Hintergrund Joyce Below.

Greifswald. Punkt sechs Uhr ist es, als Teamleiter Bernd Hirschfeld seine vierköpfige Mannschaft zusammentrommelt. Die Lagebesprechung in der Obst- und Gemüseabteilung des SB-Warenhauses fällt kurz aus. Denn eigentlich weiß jeder, was zu tun ist. Lediglich die Barther Tomaten erhalten heute einen neuen, exponierten Platz. „Die kommen ganz nach vorn“, weist Hirschfeld seine Kollegin Joyce Below (41) mit knappen Worten ein.

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Im Einkaufscenter Real wandern täglich Tonnen von frischem Obst und Gemüse in die Einkaufskörbe

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Packhilfe in der Obst- & Gemüseabteilung von Real

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Ein Tag als

Nach einem verständigen Nicken legen alle los. Denn die Arbeit steht unübersehbar auf der Laderampe, im Kühlhaus beziehungsweise schon auf den Gängen: Rund 30 Paletten mit Obst und Gemüse, also mehr als zwölf Tonnen, müssen bis zur Ladenöffnung ausgepackt und einsortiert sein. Zwei Stunden Zeit. Auch für mich, die ich nun einen Kittel verpasst bekomme. „Die Weste können Sie getrost vorher ausziehen“, rät der Teamleiter schmunzelnd und fügt hinzu: „Ihnen wird garantiert warm.“ Also los. Erste Aufgabe: Mit dem Hubwagen eine mannshohe Palette um zwei Kurven fahren. Das allein ist eine Herausforderung. Aber nach mehrmaligem Hin und her klappt es! Ich stapele Kisten mit Erdbeeren auf. Vom Vortag liegen noch ein paar Schalen mit den roten Früchtchen. Bernd Herzfeld dreht sie in seinen Händen, entdeckt Schimmel und entscheidet: „Die kommen weg. Gammelware hat hier nichts zu suchen.“

Dieser Grundsatz trifft auf alle 350 Produkte der Abteilung zu. „Frische und Qualität — etwas anderes lasse ich nicht zu“, betont der 54-Jährige. Jeden Morgen komme praktisch nur der Tagesbedarf ins Haus. Altware gibt es auf dem Areal nahezu keine, wenn ich mal von ein paar Beuteln Kartoffeln, Kohl und Zitronen absehe. Aber auch da gilt: Aussortieren, was Stellen hat oder nicht mehr gut aussieht. Ein wichtiger Leitgedanke der Mitarbeiter: „Nur was du selbst kaufen würdest, biete auch Kunden an.“ Bei den Biolauchzwiebeln vom Vortag kenne ich deshalb keine Gnade: Weg damit! Doch wo bleiben eigentlich die Abfälle? „Im Tierpark oder auf dem Gnadenhof eines Biobauern“, so Hirschfeld. Früher sei das Aussortierte bei der Tafel gelandet. Da die Verkaufsmenge jedoch fast punktgenau bestellt werde und fast nichts übrigbleibe, was für die Tafel noch tauge, sei man davon abgekommen.

Während ich Tomaten einsortiere, widmet sich Angela Janecke dem Beelitzer Spargel. Seit 22 Jahren arbeitet sie bei Real. „Die Arbeit ist nicht leicht, aber vielseitig, macht Spaß und unser Team ist toll“, versichert die 59-Jährige, die sich vorwiegend „ums Grobe“ kümmert: Zwiebeln, Kartoffeln, Wurzelgemüse... „Als Ausgleich dazu die Exoten“, sagt sie und deutet auf Papaya, Tamarillo, Passionsfrucht & Co. Fast alles habe sie schon probiert und ermuntert mich, die Pitaya mal auf Eis zu essen.

Ein Blick zum Handgelenk: 7.30 Uhr. Die meisten Paletten sind aus den Gängen verschwunden. Mir ist verdammt warm. Die Kisten wiegen teilweise zehn, 15 Kilogramm. Marktleiter Andreas Philipp ruft zur wöchentlichen Teamrunde alle anwesenden Mitarbeiter zusammen. Etwa 30 der 160 hier tätigen Kollegen stehen im Halbrund und hören, was es Neues gibt. Philipp informiert über Aktionen der nächsten Woche, gratuliert Geburtstagskindern und wünscht schon mal „ein schönes Wochenende“. Drei Minuten später sind alle wieder bei ihrer Arbeit, während ich mir mit dem Marktleiter eine Pause gönne.

„Freitag, Sonnabend sind bei uns die Hauptkampftage“, sagt Philipp, der erst im Oktober 2015 von Rostock nach Greifswald wechselte. Sein Wunsch sei es nicht gewesen, gibt der gebürtige Thüringer zu.

Doch heute würde er nicht mehr tauschen wollen: „Das ist hier eine absolut professionelle, kompetente Truppe“, lobt der 57-Jährige. Hirschfeld etwa sei „eine Koryphäe auf seinem Gebiet“, spricht Philipp aus Erfahrung und weiß in ihm einen guten Partner. Gemeinsam wollen sie künftig noch mehr regionale Produkte in den Markt bringen. Die Kunden lägen Wert darauf. Ebenso auf gute Bioprodukte, berichtet Hirschfeld, der es seinerseits schätzt, „absolut autonom arbeiten zu können“. Er entscheide in seiner Abteilung, offeriere neue Produkte und beobachte, wie sie angenommen werden.

Es ist acht Uhr, bemerke ich plötzlich. Denn die ersten Kunden drängen in die Abteilung. Die Stände sind prall gefüllt. Leuchtende Farben machen Lust aufs Einkaufen. „Ich komme mit meiner Frau jede Woche hierher“, verrät Heinz Rusch und befüllt eine Tüte mit Elstar-Äpfeln. „Hier weiß ich nämlich, dass immer alles frisch ist“, erzählt der 86-Jährige. Während ich noch die Zuckerschoten einsortiere, fährt „mein Kollege“ Heiko Einsiedler die Wischmaschine über die Fliesen. Neben Qualität wird hier auch Sauberkeit großgeschrieben. „Die Abläufe sind fast immer gleich“, sagt der 45-Jährige, der seit 1991 im Unternehmen arbeitet. „Aber jeder Tag ist anders, deshalb macht es mir noch immer Spaß.“

Einkaufen im Warenhaus

75000 Artikel stehen den Kunden des SB-Warenhauses auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern zur Verfügung.

300 Produkte , darunter etwa 50 Bioprodukte, beherbergt die Obst- und Gemüseabteilung. Neun Mitarbeiter sind dort tätig.

160 Mitarbeiter sorgen von Montag bis Sonnabend für jeweils 14 Stunden Öffnungszeit. Laut Marktleiter Andreas Philipp gehört der Greifswalder Real-Markt mit seinen Erfolgszahlen im bundesweiten Unternehmensvergleich zu den besten.

Von Petra Hase

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