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Pappelfällung: Hansestadt hat jetzt Strafanzeige gestellt

Greifswald Pappelfällung: Hansestadt hat jetzt Strafanzeige gestellt

Am Ortsausgang Eldena durften auf privatem Gelände Pappeln abgenommen werden/ Das Gelände sieht wüst aus / Illegal wurden auch auf städtischem Areal Bäume abgehackt

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Die gefällten Pappeln liegen seit zwei Monaten auf dem privaten und dem städtischen Flurstück wild durcheinander. Fotos (2): Peter Binder

Greifswald. Bewohnern und Gästen der Stadt, die aus Richtung Lubmin nach Eldena kommen, bietet sich direkt am Ortseingang ein schlimmer Anblick: Seit zwei Monaten liegen dort direkt am und über dem Hohen Graben gefällte Pappeln (die OZ berichtete). Die Fällung wurde nicht fachmännisch vorgenommen – davon sind nicht nur Anwohner der angrenzenden Wohngebiete überzeugt.

OZ-Bild

Am Ortsausgang Eldena durften auf privatem Gelände Pappeln abgenommen werden/ Das Gelände sieht wüst aus / Illegal wurden auch auf städtischem Areal Bäume abgehackt

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Jetzt hat auch die Hansestadt Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt.

„Für diese Fällung wurde eine Naturschutzgenehmigung erteilt“, hatte Ende April Kreissprecherin Anke Radlof auf OZ-Nachfrage informiert. Eine Mitarbeiterin der unteren Naturschutzbehörde habe sich die Bäume auf dem sieben Meter breiten Grünstreifen an der östlichen Grundstücksgrenze im März angeschaut und festgestellt, dass die Pappeln das Ende ihrer normalen Lebenszeit erreicht hätten. Die Mitarbeiterin habe viel Totholz in den Baumkronen festgestellt. Einige Bäume seien auch abgestorben gewesen. Gleichzeitig informierte die Kreissprecherin darüber, dass der Flächeneigentümer beauflagt worden sei, eine 174 Meter lange Hecke mit Überhältern (einzelnen Bäumen) neu an dieser Stelle zu pflanzen. Doch davon ist weit und breit nichts zu sehen: Stattdessen liegen die abgehackten Bäume und Äste – viele davon noch jung an Jahren – seit Wochen kreuz und quer über dem Hohen Graben. Wegräumen? Abtransport? Fehlanzeige.

Seitens des Landkreises heißt es, dass die Art und Weise der Fällung nicht Gegenstand einer Naturschutzgenehmigung sei, solange keine weiteren Gehölze beeinträchtigt werden. Im Falle der Eldenaer Pappeln habe ein vom Grundstückseigentümer beauftragter Auftragnehmer die Fällung bis Ende März durchzuführen gehabt, um Konflikte mit Brutvögeln auszuschließen. Allerdings sollte die Entsorgung des Fällgutes laut Landkreis umgehend erfolgen. „Sie kann aber aus Naturschutzsicht nur insoweit reglementiert werden, dass keine neu entstandenen Freibrüternester beseitigt werden dürfen“, erläutert Radlof.

Dennoch gebe es eine Möglichkeit, die abgeholzten Pappeln baldmöglichst abzutransportieren: Da die Stadt Eigentümer des angrenzenden Grundstücks ist, lässt sich die Entsorgung des Schnittgutes privatrechtlich durchsetzen.

Und tatsächlich: Die Hansestadt hat von dem zweifelhaften Gebahren in Eldena nunmehr endgültig die Nase voll. Wie aus der Pressestelle gestern zu erfahren war, „hat die Universitäts- und Hansestadt Greifswald in dieser Sache Ende April Strafanzeige erstattet und Strafantrag wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt gestellt“, sagt Stadtsprecherin Andrea Reimann. Die zweifelhaften Rodungsarbeiten wurden auf dem Flurstück 3/1, das ist privater Besitz, und auf dem Flurstück 1/5, die Fläche ist Eigentum der Universitäts- und Hansestadt, vorgenommen. „Das Grundstück der Stadt soll im Herbst in Abstimmung mit der Unteren Forstbehörde wieder aufgeforstet werden“, versichert Andrea Reimann.

Mittlerweile hat die untere Naturschutzbehörde auch den Wasser- und Bodenverband (WBV) Ryck-Ziese über das Dilemma mit den gefällten Bäumen informiert, denn der Hohe Graben untersteht seiner Unterhaltungspflicht. Peter Berster vom WBV sagt, solange das Schnittgut den Wasserabfluss nicht behindere, sehe er keinen Handlungsbedarf. Vielmehr müsse nach seinen Worten beim Landkreis zwischen Umwelt- und unterer Wasserbehörde endlich geklärt werden, wer für das Abholzen zur Verantwortung gezogen werden muss.

Cornelia Meerkatz

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