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Greifswald Peenetal: Teures Besucherzentrum bleibt zu
Vorpommern Greifswald Peenetal: Teures Besucherzentrum bleibt zu
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06:12 26.08.2014
1,2 Millionen Euro hat der Bau des Naturpark-Besucher- und -Verwaltungszentrums in Stolpe gekostet. Quelle: Fotos: Sven Jeske, Petra Hase, imago
Stolpe

Skandal im Peenetal: Weil sich das Umweltministerium und die Standortgemeinde zanken, kann das für 1,2 Millionen Euro gebaute Naturpark-Besucherzentrum in Stolpe bei Anklam nicht eröffnet werden.

Stein des Anstoßes sind die Außenanlagen für den baulich längst fertiggestellten Komplex. Das Umweltministerium und die Kommune streiten um Zuständigkeiten und Geld.

Eigentümerin des Grund und Bodens ist die Gemeinde. Sie ließ das Verwaltungs- und Besucherzentrum bauen, nachdem Umweltminister Till Backhaus (SPD) 2011 entschieden hatte, das kleine Peenedorf zum Naturparksitz zu machen. Für Stolpes Bürgermeister Marcel Falk liegt die Sache klar auf der Hand: „Für das Umfeld ist das Ministerium zuständig. So steht es im Mietvertrag, den wir mit dem Land abgeschlossen haben.“ Falk zitiert: „Die Gestaltung der Außenanlagen erfolgt durch den Mieter in Eigenregie und zu seinen Kosten. Die Gemeinde ist in angemessener Weise zu beteiligen.“

Geplant war, das unebene Gelände am Naturparkhaus zu begradigen, Rasen anzusäen und Büsche zu pflanzen. Für Besucherkinder sollte ein Abenteuerspielplatz entstehen. Auch Parkplätze und eine Außenterrasse mit Sitzgruppen wollte man bauen.

Nichts davon ist bislang geschehen. Stattdessen steht das nagelneue Gebäude quasi im Dreck. Es gibt keine Spritzschutzstreifen. Alle Hauseingänge sind unbefestigt: Mit Schotter angelegte Rampen ersetzen Pflastersteine. Das alles mache keinen guten Eindruck, klagt Naturparkleiter Frank Hennicke. „Die Leute glauben, wir sind noch eine Baustelle und besuchen unser Naturparkhaus deshalb nicht.“

Wohl aus Geldmangel bot das Umweltministerium an, das Umfeld des Naturparkzentrums wengistens provisorisch herzurichten. Das Haus sollte mit Spritzschutzstreifen umgeben und sein Haupteingang barrierefrei gepflastert werden. Das holprige Gelände wollte man einebnen und Rasen säen. Das alles sollte bis zum 22. August erledigt sein. Denn an diesem Tag hatte Umweltminister Till Backhaus das Besucherzentrum für den jüngsten Naturpark ursprünglich einweihen und damit für die Öffentlichkeit freigeben wollen. Dazu kam es nicht: Die Vertreter der Gemeinde Stolpe lehnten die vom Land vorgeschlagene provisorische Lösung einstimmig ab. „Wir wollen kein Provisorium. Denn wenn es erstmal da ist, wird sich nichts mehr daran ändern“, stellt Stolpes Bürgermeister Marcel Falk klar. In seinem Dorf sei viel für das Ortsbild getan worden. „Ich möchte, dass das Land sich Mühe gibt.“ Laut Falk war der Mietvertrag mit dem Land bereits vor zwei Jahren abgeschlossen worden. Seitdem wisse Schwerin, dass es für das Umfeld zuständig ist.

Naturparkleiter Frank Hennicke ist betroffen: „Seit Wochen nun gibt es eine gewisse Sprachlosigkeit zwischen uns und der Gemeinde.“ Passiere kein Wunder, bleibe das schicke Naturparkzentrum auf lange Zeit unfertig. Der Minister, heißt es, wolle es aus Ärger über die Gemeinde nicht mehr persönlich eröffnen.

Der Naturparksitz
Der Naturparksitz in Stolpe geht auf eine Entscheidung von Umweltminister Till Backhaus (SPD) zurück. Der stand im Juni 2011 vor der Wahl, das Verwaltungs- und Besucherzentrum für die „Flusslandschaft Peenetal“ in einer historischen, aber baufälligen Mühle in Anklam oder in einem alten gemeindeeigenen Haus in Stolpe anzusiedeln. Für letzteres sprachen die geringere Miete und die bessere Zugänglichkeit für gehbehinderte Menschen. Da das Haus marode war, baute die Gemeinde neu. Das Naturparkzentrum hat 1,25 Millionen Euro gekostet und wurde mit 850
000 Euro gefördert.



Sven Jeske

Auch Bereiche an der schicken Promenade sind betroffen. Der Bürgermeister denkt über eine Videoüberwachung nach.

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