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Greifswald Führungen zu Wallfahrten bei Greifswald
Vorpommern Greifswald Führungen zu Wallfahrten bei Greifswald
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13:55 14.01.2019
Die Kirche von Levenhagen Quelle: Jeske Sven
Levenhagen

Die mittelalterliche Backsteinkirche und der umliegende Friedhof in Levenhagen sind sehenswert. Laut Straßenbauamt Neustrelitz ist der Ort in absehbarer Zeit auch gut per Rad von Greifswald erreichbar. Ein besonderes Highlight ist die kleinste frei stehende Kapelle aus dem Mittelalter in Nordeuropa direkt an der Straße. Die Grundfläche ist nicht einmal vier Quadratmeter groß. Sie erinnert daran, dass Levenhagen einst ein wichtiger Wallfahrtsort war, zu dem viele Menschen pilgerten. Wie es dazu kam, dazu gibt es verschiedene Sagen, die sich Besucher künftig über die App Digiwalk auf ihrem Smartphone anhören können. „Wir arbeiten gerade daran, dass man eine gute WLAN-Verbindung hat“, informiert Friedemann Holmer, derzeit Vikar in der Kirchengemeinde Dersekow-Levenhagen. Er ist der Hauptverantwortliche für das neue Angebot, das im Wesentlichen ehrenamtlich realisiert wird.

Die Kapelle ist nur ein Punkt auf dem Weg über den Friedhof in die Kirche. „Eine normale Führung beinhaltet 17 Stationen“, informiert Friedemann Holmer. Je nach technischer Umsetzungsmöglichkeit könnten es wesentlich mehr werden. Es soll auch eine spezielle Führung für Kinder geben. Im Frühjahr, so schätzt Holmer ein, könnte ein erstes Angebot stehen. Auf jeden Fall wird es je eine Station und vor der Kapelle geben. Sie soll, so heißt es, für ein Hostienwunder gestiftet worden sein. Eine Version: Der Pfarrer verlor die geweihte Hostie, also das für das Abendmahl bestimmte Brot. Die Gottesmutter Maria gab es dem Geistlichen an der Stelle zurück, wo heute die Kapelle steht. Es gibt auch andere Versionen zum Anlass des Baus und dessen Ausführung sowie der Herkunft des Marienbildes, das in der Kapelle stand und verehrt wurde. Diese Geschichten können die Besucher an dieser Stelle anhören. Pilger brachten Geld nach Levenhagen und beteten vor dem Marienbild. Die Reformatoren konnten mit dieser Art der Verehrung nichts anfangen, aber erst nach einer Visitation 1633 ließ die Uni als Patron der Kirche das Marienbild entfernen. Auch darüber informiert die App.

Die Kapelle an der Straße Quelle: Sven Jeske

„Auch der Friedhof und die Gräber sind sehr interessant“, erzählt Holmer weiter über die Stationen. „Gusseiserne Kreuze weisen auf die Berufe der Gestorbenen hin. Auf Kalksteinstelen gibt es interessante Inschriften.“ Zum Beispiel erzählt eine von der am 11. Januar 1784 blind geborenen Beata Christina von Scheven, die weder sprechen noch laufen lernte und 1792 starb. Auf der Rückseite verheißt ihr ein Spruch: „Hier im Dunkel, dort im Licht, schau ich Gottes Angesicht.“

Die Führung im Kircheninnern wird mit historischen Bildern aus den 1930er Jahren an der Station am früheren Beichtstuhl belegen, wie vollgestellt die Kirche einst war. „Man kann auch noch sehr gut erkennen, dass es für die Wallfahrten ein großes Portal gab“, so Holmer. Es wurde früher bei entsprechendem Interesse geöffnet, damit alle am Gottesdienst folgen konnten. Heute ist es zugemauert.

Zwei Stationen sind am Altar geplant. Immerhin ist auch der Aufsatz ungewöhnlich. Eine der Darstellungen zeigt das Manna-Wunder, also die Ernährung der Israeliten auf ihrer biblischen, 40-jährigen Wanderung mit „Brot“, das vom Himmel regnete.

„Die zweite Station am Altar bezieht sich auf den Sockel“, erzählt Friedemann Holmer weiter. „Man kann seitlich hineingucken. Mit Fantasie ist vorstellbar, dass man hier hindurchkriechen konnte, wie das zum Beispiel in der Bamberger Michaelskirche beim Grab Otto von Bambergs möglich ist.“ Das Hindurchkriechen in Bamberg soll gegen Rückenleiden helfen. In anderen Wallfahrtskirchen gibt es Kriechaltäre, sie sind recht selten.

Es gibt noch viel mehr in Levenhagen zu entdecken. In der Tourismussaison wird die Kirche für Besucher öffnen, aber auch sonst ist die Besichtigung zum Beispiel nach Kontakt mit der Küsterin möglich.

Eckhard Oberdörfer

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