Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Pfandbecher statt Greifswalder Pott
Vorpommern Greifswald Pfandbecher statt Greifswalder Pott
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 25.10.2017

900000 bis 1,1 Millionen Einwegbecher landen nach Schätzungen der Stadtmarketing GmbH allein in Greifswald jährlich im Abfall. Eine Verschwendung von Ressourcen.

Die Hansestadt will diese durch ein Angebot von Mehrwegbechern eindämmen. Greifswald wird als erste Kommune in Mecklenburg-Vorpommern das Pfandsystem der Münchner Firma Recup einführen. Darüber informierte Stadtmarketing-Chef Maik Wittenbecher im Bauausschuss. „In etwa zehn Geschäften wird es diese Becher ab Mai 2018 geben“, berichtete der Geschäftsführer. Sie sollen in zwei Größen von 0,3 und 0,4 Liter produziert werden und mit Greifswalder Sehenswürdigkeiten geschmückt sein.

Der Hindergrund: Die Bürgerschaft hatte das Stadtmarketing auf Initiative des Forums 17.4 beauftragt, Chancen für einen „Greifswalder Pott“ auszuloten. Den sollten die Kunden gegen einen Euro Pfand bei den teilnehmenden Läden erwerben und wieder zurückgeben können. Vorbild ist der Freiburg-Cup. Im Breisgau bekommt man den Mehrwegbecher für einen Euro Pfand – also zu den Konditionen des zunächst angestrebten Greifswalder Potts.

Der Vorteile von Recup gegenüber Freiburg laut Wittenbecher: Die Rückgabe ist auch in anderen Städten wie München und Berlin möglich. Die Zahl der Kommunen, die mit Recup kooperieren, wächst seit der Gründung 2016. Außerdem fielen keine Kosten für die Produktion weiterer Becher für ein städtisches Unternehmen, in Freiburg ist das die Abfallentsorgung, an. Der Freiburg-Cup ist ein beliebtes Souvenir, der gern nicht wieder zurückgegeben wird.

Recup produziere die Becher aus Gebühreneinnahmen. „Jedes Geschäft, das teilnimmt, muss dafür einen Euro am Tag bezahlen“, erläutert der Geschäftsführer. Zur Einführung übernimmt das Stadtmarketing für ein Jahr die Kosten, um für das neue System zu werben. Noch besser schneide die Greifswalder Variante gegenüber der gerade eingeführten Stralsunder ab, so Wittenbecher. „Dort kostet der Becher 15 Euro“, erzählt er. Seitens der Stralsunder Pressestelle heißt es allerdings, dass der Preis noch nicht feststehe. Den Becher müssten die Eigentümer selbst reinigen. Dadurch möglicherweise vorhandene Hygieneprobleme werden in Greifswald dadurch gelöst, dass die Becher in den Geschäften in die Spülmaschine kommen. „Die Recup-Becher aus Polyethylen halten etwa 500 Spülgänge aus“, so Wittenbecher.

Den Recup wollen ab 2018 beispielsweise die Cafeterien des Studierendenwerks, das „Rosmarin“, das „Kontor“, die „S-Bar“ am Fischmarkt und das „Tierparkcafé“ anbieten, zählt Wittenbecher auf. „Damit könnten beispielsweise Studenten auf dem Weg vom neuen Campus in die Innenstadt in der Cafeteria der Mensa am Beitzplatz einen Tee oder Kaffee im Becher kaufen“, wirbt Wittenbecher. Für die Rückgabe böte sich unter anderem die „S-Bar“ am Fischmarkt an.

Wittenbecher hofft, dass weitere der rund 30 städtischen Anbieter von Kaffee zum Mitnehmen sich für das System entscheiden. Die Bäckerei Junge setze auf ein internes System mit Bechern aus Bambus.

Der Lila Bäcker sei anders als die Stadtbäckerei Kühl oder die Mecklenburger Backstuben auch nicht dabei.

Michael Berger, Inhaber des „Marell“ in der Knopfstraße, war von Anfang an begeistert. Aus Gründen des Umweltschutzes und weil es sich für ihn lohne, selbst wenn er ab 2019 einen Euro am Tag zahlen müsse, ist er überzeugt. „Ich habe weniger Lagerkosten und muss weniger Becher kaufen“, begründet er.

Außerdem wären solche Pfandbecher gerade in einer Studentenstadt ein Beitrag zur Bindung von Kunden. „Natürlich muss das Personal geschult werden, damit es die Pfandbecher den Kunden anbietet“, sagt Berger. Auch Studentenwerks-Geschäftsführerin Cornelia Wolf-Körnert hat das Vorhaben des Stadtmarketings sofort unterstützt. In den Cafeterien des Studentenwerks muss man für To-Go- Becher zehn Cent zahlen. „Dafür haben uns Studenten gelobt“, erzählt sie. „Umweltschutz ist wichtig.“ Wolf-Körnert hofft, dass auch die anderen Standorte des Studierendenwerks, Neubrandenburg und Stralsund, Recup-Partner werden.

Info: info@greifswald-marketing.de

Eckhard Oberdörfer

Schwimmen Greifswald/Stralsund - Schwimmer der HSG in Top-Form

Knapp 300 Schwimmer sind beim Herbstmehrkampf im Hansedom Stralsund angetreten. Alle Schwimmvereine aus Mecklenburg-Vorpommern waren bei dieser eintägigen Veranstaltung ...

25.10.2017
Greifswald Greifswald/Neubrandenburg - Greifswalder Disco-Dancer begeistern

Das Team Ostseetanz gewinnt bei den deutschen Meisterschaften fünf Medaillen

25.10.2017

Der Greifswalder Motocrosser gewinnt beide Wertungsläufe

25.10.2017
Anzeige