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Greifswald Pflegefall: Wer hilft, wenn die Wohnung nicht mehr passt?
Vorpommern Greifswald Pflegefall: Wer hilft, wenn die Wohnung nicht mehr passt?
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00:00 02.08.2016

Fälle wie diesen erlebt Sozialberaterin Anne Eggebrecht im Pflegestützpunkt Greifswald immer häufiger: Jemand wird zum Pflegefall, muss daher seine Wohnung umbauen oder gleich in eine andere ziehen – und braucht dafür Rat. „Altersgerechte Wohnungen und barrierefreier Wohnraum werden immer mehr nachgefragt“, sagt Anne Eggebrecht.

Der Pflegestützpunkt, eine unabhängige Anlaufstelle des Landkreises für alle Fragen rund um die Pflege, biete daher schon eine „Wohnraumberatung“ an. „In unseren Hausbesuchen schauen wir uns das Wohnumfeld des Klienten immer mit an und bieten auf Wunsch Vermittlung, Unterstützung und Begleitung an.“

Eine eingetretene Pflegebedürftigkeit sei etwas, das man erstmal verarbeiten müsse. „Ein Umzug oder Umbau stellt da eine zusätzliche emotionale Belastung dar“, sagt Anne Eggebrecht. Ganz unterschiedliche Lösungen kämen in Frage : eine barrierearme oder behindertengerechte Wohnung, Betreutes Wohnen, ein Zimmer in einer Wohngruppe oder einem Pflegeheim, technische Assistenz-Systeme oder individuelle Hilfs- und Heilmittelversorgung...

Ihr Rat: „Ein Pflegebedürftiger sollte so lange wie möglich in seinem gewohnten sozialen Umfeld verbleiben, um die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.“ Es gelte also alle Kräfte zu bündeln: Angehörigenpflege, Nachbarschaftshilfe, Unterstützung durch Ehrenamtliche und professionelle Kräfte.

Der Wohnungsumbau selbst werde meist nur als temporär belastend empfunden, sagt Eggebrecht. Er bedeute einen immensen organisatorischen Aufwand, zumal die pflegerische Betreuung ja auch während der Bauzeit zu leisten sei. Ihr Tipp: „Dies kann während eines Krankenhausaufenthaltes geschehen.“ Eventuell könne sich eine mehrwöchige Kurzzeitpflege in einer Einrichtung anschließen. Oder der Klient komme in der Familie unter.

Was genau umgebaut werden muss, ist undividuell unterschiedlich. Oft weiche die Badewanne einer Dusche. „Zusätzlich kann über diverse Hilfsmittel im Bad auch eine Pflegebedürftigkeit kompensiert werden“, sagt sie. Schwellen entfernen, Wände und Durchgänge versetzen, die Küche umbauen... – auch das kann nötig sein.

Für die Finanzierung gibt es staatliche Hilfen. „Hat ein Klient Pflegestufe, kann er bei seiner Pflegekasse einen Zuschuss von 4000 Euro beantragen“, weiß die Sozialberaterin. Allerdings prüfe die Kasse jeden Fall einzeln. Kommt eine Absage, kann der Klient einen Kredit zum altersgerechten Umbau seiner Wohnung oder einen Zuschuss bei der KfW-Bank beantragen. „Vor einiger Zeit lag die Altersgrenze dafür noch bei 70 oder 75 Jahren“, sagt sie. Zum Glück sei das abgeschafft worden.

Mehr Infos auf www.kfw.de und im Pflegestützpunkt Greifswald, Steinbeckerstraße 18. Dienstag, 9 bis 12 Uhr, 14 bis 18 Uhr; Do: 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr. Oder nach Vereinbarung. Kontakt: ☎ 03834 / 876025 - 14 oder -15, Pflegestuetzpunkt-Greifswald@kreis-vg.de

sym

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