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Greifswald Pläne für Güllelager sorgen in Lassan für Unruhe
Vorpommern Greifswald Pläne für Güllelager sorgen in Lassan für Unruhe
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00:05 10.06.2016
Allein in der Zarnitzer Milchviehanlage der Peeneland Agrar GmbH stehen 1000 Kühe, die, außer Milch, auch Gülle produzieren. Quelle: Tom Schröter

Ein Vorhaben der Hohendorfer Peeneland-Agrar- GmbH ruft Protest in Lassan hervor. Es geht um den Bau eines 5900 Kubikmeter fassenden, nach oben offenen Rindergüllelagers auf dem Acker zwischen Waschow und Lassan (Siehe: Karte). Die Pläne beschäftigten schon Ende 2015 den Lassaner Bauausschuss und ernteten dort Zustimmung, was in der Bevölkerung auf Kritik stößt.

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Einwohner befürchten Geruchsbelästigungen / Peeneland GmbH hält an Vorhaben fest

Ein Güllelager sei mit Geruchsbelästigungen verbunden und werde dem Tourismus, von dem viele Lassaner leben, Schaden zufügen, sagt Hans Mahler aus Lassan, der eine Unterschriftenaktion gegen den Bau initiierte. „In die in größeren Geschäften ausliegenden Listen haben sich bereits viele Einwohner eingetragen“, so Mahler. „Vielen Dank für Ihre Unterschrift für eine gesunde Luft sowie Ihren Beitrag zur Erhaltung unserer sauberen Natur in Lassan und Umgebung“, ist auf den Listen zu lesen.

Philipp Kowolik von der Peeneland Agrar GmbH, die zurzeit insgesamt 1450 Rinder hält, bestätigt gegenüber OZ die Planungen. Die Investition sei notwendig, da Rinderhalter ein Lagervolumen vorhalten müssten, das ausreicht, um die in ihren Betrieben innerhalb von sechs Monaten anfallende Gülle aufzunehmen. „Wir wollen sogar gleich auf neun Monate gehen, weil wir eine entsprechende Forderung von Seiten der Politik erwarten“, so Kowolik. Zudem benötige Peeneland besagtes Depot, um das Regime für das Ausbringen der Gülle künftig zu optimieren. „Hauptsächlich in unserer arbeitsarmen Zeit, also im Herbst, soll die Gülle ins Lager gebracht werden, um diese dann im Frühjahr, wie gewohnt, mit Schleppschläuchen auf unseren Flächen auszubringen“, erklärt er. Dies spare Zeit und Kosten.

Ursprünglich, so berichtet Kowolik weiter, habe das Lager in Form einer Gülle-Lagune auf dem Peeneland-Stützpunkt in Klein Jasedow gebaut werden sollen. Aus Rücksicht auf die besorgten, nahen Anwohner sei man dann auf den Abzweig nach Pulow ausgewichen, wo sich bereits ein Silo befindet. Um die Gemeindestraßen zu schonen, sei auch dieser Standort verworfen und, einem Wunsch aus dem Bauausschuss folgend, schließlich der Acker zwischen Waschow und Lassan ins Visier genommen worden.

„Wir wollen so bauen, dass wir den besten Kompromiss für alle finden“, stellt Philipp Kowolik klar. Daher spiele Peeneland bereits mit dem Gedanken umzuplanen. Anstatt der bis zu 2,50 Meter tiefen, von Erdwällen begrenzten und mittels Plane nach unten abgedichteten Gülle-Lagune, könnte auf dem Acker auch ein nach oben offener Gülle-Behälter aus Beton errichtet werden, der ebenfalls 5900 Kubikmeter fasse, aber komfortabler und teurer sei. Notfalls würde Peeneland sogar auf die andere Seite der Kreisstraße OVP 30 ausweichen, um das Landschaftsbild in Richtung Achterwasser zu schonen.

Im Falle einer Umplanung müsste sich der Bauausschuss erneut mit der Sache befassen. Hans Mahler wirft Bürgermeister Fred Gransow (CDU) vor, die Bevölkerung über das Vorhaben nicht informiert zu haben. Nur durch Zufall hätten die Einwohner davon erfahren.

Tom Schröter

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