Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Plötzlich ein Pflegefall: Die Vorsorgevollmacht hilft

Greifswald Plötzlich ein Pflegefall: Die Vorsorgevollmacht hilft

Beim OZ-Forum „Achtung, vorsorgen“ rieten Experten dazu, wichtige Fragen zu Erbschaft und Pflege früh zu klären / Unimedizin bietet Pflege-Training für Angehörige

Voriger Artikel
Riemser wünschen sich Schule zurück
Nächster Artikel
Seuche aus Nordamerika gefährdet Hirsche in MV

Markus Juhls (v. r.) von der AOK Nordost, Notar Thomas Lemcke und weitere Experten beantworteten die Fragen der Besucher.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Dass man sich über Pflegestufen, Pflegehilfen und -gesetze Gedanken machen muss — „das kann schneller gehen als einem lieb ist“, sagt Markus Juhls. Ein Unfall, eine Krankheit, schon sei die Mutter vielleicht vorübergehend nicht mehr ansprechbar und nachher ein Pflegefall. „Ein großer Irrglaube ist: Die Angehörigen vertreten sie dann automatisch.“

OZ-Bild

Beim OZ-Forum „Achtung, vorsorgen“ rieten Experten dazu, wichtige Fragen zu Erbschaft und Pflege früh zu klären / Unimedizin bietet Pflege-Training für Angehörige

Zur Bildergalerie

Serie

Hallo Baby

Beratung und Training

Unabhängige, kostenlose Beratung rund um Pflege bieten die Pflegestützpunkte der Kommunen an. In Greifswald in der Steinbeckerstraße 18,

☎ 03834 / 87602514 oder - 2515.

Das nächste Training für Menschen, die einen Angehörigen pflegen, läuft in der Unimedizin am 15./16. Juli.

• www.aok-pfiff.de

Juhls ist als Sprecher der AOK Nordost nach Greifswald gekommen, um beim OZ-Forum „Achtung, vorsorgen“ im Audimax der Uni aufzuklären, zusammen mit anderen Experten. Um Vorsorgevollmacht geht es, Patientenverfügung und Erbschaftsfragen. 150 vor allem ältere Besucher sitzen im Saal.

„Ich weiß, wie das ist, wenn man plötzlich Entscheidungen für jemanden treffen muss und nichts geregelt ist“, erzählt Besucherin Bettina Lechleitner am Rande der Veranstaltung. „Meinen eigenen Kindern will ich das gern ersparen.“

Ein kluger Vorsatz, wie Juhls in seinem Vortrag klarmacht. Denn wenn jemand zum Pflegefall werde und sich um seine Angelegenheiten nicht mehr selbst kümmern könne, müssten zig Dinge erledigt werden:

Pflegestufe beantragen, Auskünfte vom Arzt einholen, Zuschüsse für den Umbau der Wohnung beantragen... „Das kann ein Angehöriger aber nur für Sie tun, wenn Sie ihm eine Vorsorgevollmacht erteilt haben“, sagt Juhls. „Sonst bestellt das Gericht einen gesetzlichen Betreuer. Und das muss kein Angehöriger sein.“

In MV waren im Jahr 2014 rund 73000 Menschen als pflegebedürftig registriert. Eine Vorsorgevollmacht scheinen viele aber nicht zu kennen. Nur etwa zwei Prozent aller Klienten, die beim unabhängigen Pflegestützpunkt in Greifswald Beratung zur Pflege suchen, kommen mit einer Vorsorgevollmacht dort an. „Leider“, sagt Mitarbeiterin Diana Sterzel.

Am besten setze man schon in guten Tagen eine solche Vollmacht auf, rät Juhls: „Sie entscheiden: Bevollmächtige ich eine Person, die alles für mich regelt, oder setze ich für verschiedene Bereiche verschiedene Personen ein?“ Das Landesjustizministerium stelle Im Internet unter „Betreuungsrecht“ Formulare bereit, bei denen man die Bereiche durchgehen und ankreuzen könne. Wichtig sei aber: „Die Vollmacht muss vom Ausstellenden unterschrieben sein, muss für den Bevollmächtigten griffbereit sein und am besten auch notariell beglaubigt.“ Zur Sicherheit könne man sie auch beim Notar ausfüllen.

Ein Training für alle, die einen Angehörigen pflegen oder das vorhaben, bietet die Unimedizin Greifswald. Unter dem Namen „Pfiff“ („Pflege in Familien fördern“) laufen dort zweitägige Kurse, bei denen Angehörige üben, bettlägrige Personen zu versorgen. Auch um Austausch geht es und darum, Überlastungssituationen zu erkennen. „Das ist so wichtig“, sagt Juhls. Denn sonst passiere es schnell, dass Pflegebedürftige aus dem Krankenhaus entlassen und bald wieder eingeliefert würden, weil alle zu Hause überfordert seien. „Davon hat niemand was.“

Von Sybille Marx

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wismar

26. April, 15 bis 18 Uhr: Filmvorführung und Diskussion zu „Nicht alles schlucken — Psychische Krisen und Psychopharmaka“ im Filmbüro in Wismar 3.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Greifswald
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.