Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Poliertes Chrom, Musik und gute Laune
Vorpommern Greifswald Poliertes Chrom, Musik und gute Laune
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 15.08.2016

Das knattert, glänzt und fasziniert: Rund 500 Biker rollten gestern mit ihren blank polierten Maschinen auf den Markt, um am 5. Greifswalder Motorradgottesdienst teilzunehmen. Sie kamen vorwiegend aus der Region. Aber auch südliche und westliche Bundesländer waren vertreten. „Mit den Gästen haben wir hier wieder etwa 1000 Menschen vereint“, freute sich Uwe Stiller, Pastor für Bikerseelsorge in der Nordkirche.

Auch Theo Paul aus Trassenheide und Sandra Lucht kamen zum 5. Bikergottesdienst. Fotos (2): Peter Binder

Seit Anfang an dabei sind Angelika und Horst Wild (beide 57) aus Weitenhagen. „Alte Bekannte treffen. Ein Schwätzchen halten. Das ist immer wieder schön“, schwärmte die begeisterte Motorradfahrerin.

Begibt sich das Paar mit seiner Yamaha auf Tour, „genießen wir die frische Luft“, sagte ihr Mann und fügte hinzu: „Motorradfahren ist Freiheit. Und wer vernünftig und vorausschauend fährt, der lebt auch länger.“

Doch leider bleiben manche Biker auf der Strecke. „In der vergangenen Saison starben bundesweit 700 Motorradfahrer, etwa 10000 wurden verletzt“, sagte Uwe Stiller. Deshalb gehöre zu jedem Mogo, wie der Motorradgottesdienst kurz genannt wird, neben der Predigt und Musik auch eine Gedenkminute für die Verstorbenen.

Nicht immer seien es Raser, die schwere Verkehrsunfälle verursachten, manches Mal kämen Biker auch unverschuldet unter die Räder. Darüber reden zu können, findet Kai Wehrmann aus Ahlbeck gut: „Ich bin das erste Mal beim Mogo und sehr beeindruckt“, sagte der 56-Jährige. Er selbst fahre erst seit vier Jahren Motorrad. „Mein Sohn hat mich praktisch mit dem Fieber angesteckt“, verrät Wehrmann.

Sitze er auf seiner 600er Suzuki, „bin ich absolut tiefenentspannt und vergesse alle kleinen und großen Sorgen“.

Ähnlich empfindet der Greifswalder Axel Schröder, der seit 25 Jahren Krad fährt, aktuell ist es eine Intruder, Baujahr 1999. „Wenn Wetter ist, unternehmen wir Pommernbiker fast jedes Wochenende eine Ausfahrt, mal zu zweit, mal mit 20 Leuten“, erzählt der 53-Jährige. Um Nachwuchs müsse er sich auch nicht sorgen: Enkel Max (8) sei bereits vom „Kradfieber“ infiziert.

Bei Sonja Janke aus Hamburg liegt dieses Phänomen schon länger zurück: „Auf dem Motorrad genieße ich die Nähe zur Natur“, sagte die 50-Jährige und erzählte von Touren nach St. Petersburg und Italien.

In Greifswald war sie das erste Mal, weil ihr Mann Holger als Pastor zu den Veranstaltern gehörte. „Ich bin von der Region vollkommen begeistert und komme garantiert wieder“, versprach sie.

Für Uwe Stiller ging am Abend ein guter Tag zu Ende. Der Sonnenschein und die ermutigenden Lieder der Band „Seeside“ machten die tolle Atmosphäre auf dem Markt komplett. Außerdem landete viel Geld im Klingelbeutel: Biker und Gäste stifteten 850 Euro für den „Lifeliner-Truck“, ein Projekt der Evangelischen Jugend im Pommerschen Kirchenkreis. Und vielleicht gehe ja jetzt auch der eine oder andere Biker öfter mal wieder in ein Gotteshaus oder trete gar der Kirche bei, so Stiller. „Ich habe das schon öfter erlebt. Gerade nach schlimmen Unfällen und Trauerfeiern“, sagte der Seelsorger.

Petra Hase

OZ-Serie zur Geschichte des Greifswalder Yachtclubs

15.08.2016

Das Team verzeichnet fünf Neuzugänge

15.08.2016

CDU verurteilt kriminelle Energie der Täter

15.08.2016
Anzeige