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Greifswald Kontroverse Debatte zu geplantem Schulbau
Vorpommern Greifswald Kontroverse Debatte zu geplantem Schulbau
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16:08 08.11.2018
An der Verlängerten Scharnhorststraße plant die Stadt einen großen Schulcampus für 712 Kinder. Quelle: Peter Binder
Greifswald

Eine neue Schule für alle – von der ersten bis zur zehnten Klasse inklusive Hort und Sporthalle. Diese Vision der Stadtverwaltung stößt bei der Ortsteilvertretung Innenstadt auf offene Ohren. Mehrheitlich spricht sich das Gremium für die 47 Millionen-Euro-Investition aus, die in der Stadtrandsiedlung am Ellernholzteich Realität werden könnte. Ein inklusives Zentrum für maximal 712 Schüler (die OZ berichtete). Vorausgesetzt, das Vorhaben findet Mitte Dezember in der Greifswalder Bürgerschaft ausreichend Unterstützer. Aktuell gibt es Skeptiker, die sich durchaus eine der preiswerteren Varianten vorstellen können, wie vier Enthaltungen bei der Abstimmung am Mittwochabend zeigten.

„Ich bin für den großen Wurf. Wann haben wir schon mal die Chance, ein so cooles und innovatives Vorhaben umzusetzen“, sagt Yvonne Görs (Linke). Ein Campus mit Grund- und Regionalschule „ist pädagogisch sinnvoll, die Lage perfekt“ – auch angesichts der Wohngebiete, die im Südwesten der Stadt noch entstehen sollen.

Thomas Meyer (Bürgerliste) ist ebenfalls „überzeugt davon, dass ein inklusives Schulzentrum besser ist als eine Grundschule allein“. Denn vor zwei Jahren hatte das Stadtparlament noch entschieden, an der Verlängerten Scharnhorststraße nur ein Haus für Erst- bis Viertklässler zu errichten. „Allerdings bin ich mir mit dem Standort nicht sicher“, offenbart Meyer. Dem Areal am Ellernholzteich standen bereits damals mehrere Politiker kritisch gegenüber, weil es einen feuchten Baugrund aufweist und die Erarbeitung eines Bebauungsplanes erfordert. Die gilt als zeitlich aufwändig, wobei Baudezernentin Jeannette von Busse versichert: „Das Verfahren läuft.“ Und der schwierige Baugrund spiegelt sich ganz offensichtlich – neben der zu erwartenden Preissteigerung – auch in den Baukosten wieder: Allein für die Grundschule (312 Kinder) rechnet die Stadt mit 13,8 Millionen Euro. Der Hort soll nach einer ersten Einschätzung 8,3 Millionen Euro kosten, die Turnhalle 6,7, die Regionalschule für 416 Schüler 18 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Die neue Friedrich-Turnhalle, die mit einer Sportfläche von 22x45 Meter die gleichen Ausmaße hat und im Dezember eröffnet wird, kostet nach letzten Informationen 4,5 Millionen Euro. Die im Bau befindliche Fischerschule für 620 Kinder ist mit rund 18 Millionen Euro veranschlagt.

Angesichts der vielen laufenden und noch geplanten städtischen Baumaßnahmen plädiert Ortsratsvorsitzender Erich Cymek (CDU) dafür, die von der Verwaltung untersuchte und mit 34,4 Millionen Euro wesentlich kostengünstigere Variante 2 umzusetzen. Sie beinhaltet am Standort Scharnhorststraße den Neubau einer Grundschule und Einfeldhalle (15x30 Meter) sowie den Umbau der jetzigen Berufsschule in der Hans-Beimler-Straße zu einer Regionalschule mit Orientierungsstufe. „Damit können wir fast 14 Millionen Euro gegenüber der Maximalvariante sparen“, argumentiert Cymek und gibt die Haushaltslage zu bedenken. Die Stadt rechnet im nächsten Doppeletat mit einem Minus. Sebastian Sack, Koordinator im Schulverwaltungsamt, wirbt indes aufgrund der Förderoptionen für die teuerste Variante. „Die Gespräche mit den Ministerien waren vielversprechend“, sagt er. Die Stadt hoffe, 23 der 47 Millionen Euro über Fördermittel finanzieren zu können. Bei den anderen Varianten falle die Unterstützung geringer aus, sodass die Stadt selbst mehr Geld aufbringen müsse.

„Außerdem wissen wir noch gar nicht, wann der Landkreis die Berufsschule in der Beimlerstraße veräußert“, macht Daniel Seiffert (Linke) auf ein weiteres Problem aufmerksam. Doch die Zeit dränge. Steigende Schülerzahlen erfordern zeitnahes Agieren. Auch deshalb plädiert er für die große Variante. Wie Tjorven Hinzke von den Grünen: „Wir sollten einmal richtig bauen statt dreimal halb.“ Die Stadt beabsichtigt, zumindest den Grundschulbau 2023 zu eröffnen. Nächste Woche wird das Thema in den Fachgremien diskutiert.

Petra Hase

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