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Lesung und Gespräch mit und über die Piraten.

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Astrid Geisler las aus ihrem Buch „Piratenbraut“.

Quelle: Uwe Roßner

Greifswald. Der Praxistest fiel ernüchternd aus: Im August 2010 trat Astrid Geisler den Piraten bei. Voller Enthusiasmus wollte die zweifache Mutter am internetgestützten und bundesweit aufstrebenden Demokratieprojekt teilhaben. Nach fast drei Jahren trat sie nun enttäuscht aus, berichtet seither als Journalistin über die Bundespolitik und zog jüngst in „Piratenbraut“

als Ex-Parteimitglied Bilanz.

Freitagabend stellte die 37-Jährige ihr Buch im Koeppenhaus vor und diskutierte mit in der von Thomas Behm moderierten Runde. „Die Zeit war fällig für ein politisches Abenteuer“, benannte Astrid Geisler ihren Beweggrund, sich politisch zu engagieren. Auch Susanne Wiest fand mit ihrem bundesweiten Einsatz für ein bedingungsloses Grundeinkommen bei den Piraten eine Plattform. Die Partei sprach sie an, weil sie auch eine Mitgliedschaft in einer anderen zulasse. „Mir ging es um mein Thema. Ich wollte es in allen Fraktionen einbringen“, so die seit Anfang April Erstplatzierte in der Piraten-Landesliste von MV.

Für Jonathan Dehn indes ist es seit 2009 die Mischung aus Basis- und parlamentarischer Demokratie. Dr. Harald Terpe vom Bündnis 90/ Die Grünen hält diesen Grundansatz für richtig. Er wirft die Frage auf, wie sich dies in der Praxis künftig gestalten soll. Das betreffe sowohl die Abstimmungskultur als auch die Grundwerte der Partei. Einschlägige Erfahrungen mit der Wahlsoftware „LiquidFeedback“

hat Astrid Geisler gemacht. Ernüchternd war für sie: „Am Ende zählt nur die Abstimmung per Hand beim Parteitag.“ So schreibt es das Parteiengesetz vor. Auch wies sie darauf hin, wie leicht eine mehrfache Aufnahme bei den Piraten möglich sei, welche ermüdende Redekultur auf Parteitagen herrsche, bei denen jeder zu Wort kommen kann, oder wie verfälschend eine vielmalige Mitgliedschaft sei.

„Wir befinden uns in einem Entwicklungsprozess“, wendet Susanne Wiese ein. Die Dringlichkeit eines Grundsatzprogramms sieht sie nicht. Denn viel sei bislang erreicht worden. Bereits zu Beginn des Abends wurde auf den Einzug in die Landesparlamente von Berlin, Schleswig-Holstein und dem Saarland verwiesen. Als Prognose für die Bundestagswahl 2013 gab das Podium ein Ergebnis von unter wie über fünf Prozent an. Uwe Roßner

OZ

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