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Ampel in Beimlerstraße sorgt für Kritik

Greifswald Ampel in Beimlerstraße sorgt für Kritik

Bau kostet 25000 Euro und soll nur Provisorium sein / Stadt plant 2017 Kreuzungsanlage für weitere 60000 Euro

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Laut Stadtverwaltung ist an der Kreuzung Beimler-/Krullstraße eine Ampel aufgrund der Unfallzahlen zwingend erforderlich.

Greifswald. In der Hans-Beimler- Straße wird in Höhe der Karl- Krull-Straße eine Bedarfsampel für Fußgänger und Radfahrer installiert. Laut Rathaus kostet der Aufbau 25

Ich bin dafür, erst einmal zu schauen, was die Bedarfsampel jetzt bringt.“Jörg Hochheim, Baudezernent

350 Euro und soll am Donnerstag bereits abgeschlossen sein. Das Landesamt für Verkehr gab der Stadt grünes Licht dafür, den bisherigen Zebrastreifen zu entfernen.

Bei Peter Multhauf, Vorsitzender der Ortsteilvertretung Schönwalde I/Südstadt, stößt die Geldausgabe der Stadt auf scharfe Kritik: „Aus unserer Sicht reicht der Zebrastreifen dort völlig aus. Ich bin fast täglich dort und kann kein erhöhtes Sicherheitsrisiko feststellen“, sagt Multhauf und erklärt, dass die Ortsteilvertretung diese Bedarfsampel für „völlig überflüssig“ halte.

Fred Wixforth, Leiter des städtischen Tiefbau- und Grünflächenamtes und zugleich Vorsitzender der städtischen Verkehrsunfallkommission, widerspricht dem vehement: „Wir haben dort eine Häufung von Unfällen und regelmäßig auch Schwerverletzte. Es spricht alles dafür, eine Lichtzeichenanlage an diesem Knotenpunkt einzurichten.“ Ganz konkret heißt das: In den vergangenen drei Jahren gab es auf der Kreuzung „insgesamt 14 Unfälle mit schweren Personenschäden“, wobei die Verletzungen die Radfahrer erlitten. Elf dieser Unfälle geschahen 2013, einer 2014, zwei im Vorjahr. Aus diesem Jahr sind bisher keine Unfälle bekannt.

Zudem würden die Daten der letzten Verkehrszählung, die im März 2015 stattfand, für sich sprechen, so Wixforth. In der Spitzenstunde passierten demnach 60 Fußgänger und 109 Radfahrer sowie rund 400 Autofahrer den Kreuzungsbereich. Bei dieser Belastung sei entsprechend der gesetzlichen Richtlinie für Fußgängerüberwege kein Zebrastreifen mehr zulässig, sondern eine Ampelanlage zwingend notwendig, verdeutlicht Heidrun Enders von der städtischen Verkehrsbehörde. „Es gibt unvorsichtige, fast freche Radfahrer. Wenn sie nicht mit den Autofahrern kommunizieren, sind wir in der Pflicht, etwas zu schaffen, womit alle kommunizieren können. Und das ist dann eben eine Lichtsignalanlage“, verteidigt Fred Wixforth die Entscheidung.

Eine Entscheidung, die den Gremien der Bürgerschaft übrigens schon Anfang des Jahres mitgeteilt wurde. Auch damals kritisierten Ortsteilvertreter von Schönwalde I/Südstadt bereits die geplante Ampel als zu kostenintensiv und wenig sinnvoll, da Radfahrer andernorts selbst bei Rot die Fahrbahn querten.

Genutzt hat diese Kritik nichts. Die Stadt beauftragte eine Firma mit den Bauarbeiten. Im Übrigen soll es bei den jetzigen Kosten von 25350 Euro nicht bleiben. Die Verwaltung hat für das Haushaltsjahr 2017 weitere 60000 Euro für die Installation einer Kreuzungssignalanlage angemeldet. Wird also die kleine Bedarfsampel für die große Lösung wieder abgebaut und das jetzt investierte Geld ist futsch?

„Auf diese Weise Geld zu verbrennen, geht natürlich gar nicht“, betont Greifswalds Baudezernent Jörg Hochheim (CDU). Insofern sollen die jetzt installierten Ampelmasten stehen bleiben und durch weitere neue im nächsten Jahr ergänzt werden, heißt es aus dem Grünflächen- und Tiefbauamt auf OZ-Nachfrage. Allerdings, so Hochheim, sehe er das Projekt angesichts vieler weiterer Investitionsvorhaben im kommenden Jahr nicht als prioritär an. „Ich bin dafür, erst einmal zu schauen, was die Bedarfsampel jetzt bringt“, sagt er.

Die Entscheidung, ob eine große Kreuzungsampel in der Hans-Beimler-/Karl-Krull-Straße installiert wird, trifft letztlich die Greifswalder Bürgerschaft. Die Debatte über die Haushaltsvorschläge der Verwaltung beginnt Ende November.

Petra Hase

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