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Arbeitslosenzahl sinkt weiter: „Zu tun gibt es genug!“

Greifswald Arbeitslosenzahl sinkt weiter: „Zu tun gibt es genug!“

In Vorpommern-Greifswald ist keine Sommerflaute zu spüren / Viele offene Stellen

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Liane Goede arbeitet schon seit mehr als elf Jahren im Callcenter. Bei Fonetix fühlt sie sich wohl. Ob sie neue Kollegen bekommt?

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist die Zahl der Arbeitslosen weiter gesunken. Im Juli waren 456 Personen weniger ohne Job als noch im Vormonat. Insgesamt sind nun 12 385 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Der Kreis trotzt damit dem Bundestrend. Denn in der Republik stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht an. Die Arbeitslosenquote liegt im Kreis VG aktuell mit 10,5 (Juli 2015: 11,6) aber weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 6,0 Prozent. Die Zahlen sind in den einzelnen Geschäftsstellen sehr unterschiedlich: Am niedrigsten ist der Wert in Wolgast mit 7,7. Unter 10 bleibt auch die Geschäftsstelle Greifswald mit 9,4. Danach kommen Ueckermünde (12,6), Pasewalk (13,3) und Anklam (14,4).

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In Vorpommern-Greifswald ist keine Sommerflaute zu spüren / Viele offene Stellen

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„Der Arbeitskräftemangel ist inzwischen nicht nur in Tourismus-Regionen mit den Händen zu greifen. Viele Vakanzen haben wir schon seit Wochen und Monaten trotz aller Kreativität nicht besetzen können“, stellt Heiko Miraß, Chef der Greifswalder Arbeitsagentur, mit Blick auf die zwischen 1800 offenen Stellen fest.

Normalerweise bleibt das Niveau der Arbeitslosenzahl in den Monaten Juni, Juli und August gleich. Warum ausgerechnet in diesem Jahr in der Region eine Belebung eintritt, kann sich Miraß nicht wirklich erklären. Generell gelte: „Es wächst mehr raus, als reinkommt.“ Das heißt, die Zahl der Arbeitnehmer, die sich in die Rente verabschieden, übersteigt die Zahl derjenigen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen. Dieser demographische Faktor erklärt die Lage zu etwa einem Drittel. Hinzu komme die gute Konjunktur und damit verbunden ein Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Stellen.

Diese sind hier etwa in Callcentern zu haben. 43 Prozent aller offenen Stellen in MV im Bereich Dialogmarketing werden in Greifswald besetzt. Schon länger ist der Markt der Arbeitnehmer für diese Branche hart umkämpft. „Zu tun gibt es genug“, sagt beispielsweise Matthias Krüger von der Firma Fonetix, die in der Siemensallee rund 270 Menschen beschäftigt. „Wir sind auf der Suche nach weiteren 40 Festangestellten“, sagt der stellvertretende Standortleiter. Zusätzlich werden „zehn bis 15 im Nebenverdienst“ gesucht.

Auch auf dem Ausbildungsmarkt sind noch jede Menge Möglichkeiten: 1063 Bewerber standen 1590 offenen Stellen gegenüber. Mit Koch (135), Hotelfachmann (122) und Restaurantfachmann (118) bilden Berufe aus dem Gastgewerbe einen Schwerpunkt. Unversorgte Bewerber gibt es derzeit noch mehr als 400.

Das konstante Absinken der Arbeitsmarktzahlen kommt in allen Personengruppen, selbst bei den Arbeitnehmern über 55 Jahren, an. Einzige Ausnahme sind ausländische Jugendliche unter 20 Jahren: „Der Weg in den Arbeitsmarkt bedarf intensiver Anstrengungen“, so Miraß. Er stelle aber Interesse bei Firmen fest.

Usedomer Gastronom zahlt neuen Mitarbeitern Begrüßungsgeld

Fisch-Gastronom Jörg Borchardt aus Zinnowitz wendet sich mit einem verzweifelten Hilferuf im sozialen Netzwerk Facebook an die Öffentlichkeit. Darin heißt es, dass er jeden neuen Mitarbeiter, der bei ihm zu arbeiten anfängt, mit 100 Euro „Begrüßungsgeld“ willkommen heißt. „Hoffentlich fruchtet die Idee“, sagt er. Obwohl der Facebook-Beitrag bislang 60-mal geteilt wurde, hat sich nur ein einziger Bewerber gemeldet.

In der Hochsaison fehlen im Hotel- und Gaststättengewerbe laut Bundesagentur für Arbeit im Bereich Usedom und Wolgast noch mehrere hundert Arbeitskräfte. Zuletzt waren rund 200 freie Stellen amtlich gemeldet. „Ich könnte auf einen Schlag 20 Mitarbeiter einstellen“, sagt Stefan Hilgers von der Seetel-Gruppe in Ahlbeck. Das Unternehmen ist dazu übergegangen, Personal nicht für eine Saison, sondern das ganze Jahr zu binden. he/sta

Kai Lachmann

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