Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 2 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Arndt-Streit: Senat kündigt neues Votum über Namen an

Greifswald Arndt-Streit: Senat kündigt neues Votum über Namen an

Der Senat hat sich am Mittwoch einstimmig dafür ausgesprochen, erneut über den Namen Ernst Moritz Arndt abzustimmen. Eine Satzungskommission soll die rechtlichen Fragen klären, damit eine „zeitnahe Entscheidung“ gefällt werden kann.

Voriger Artikel
Fusion beschert Hansestadt Schulden
Nächster Artikel
„Starker Leuchtturm des wissenschaftlichen Lebens“

Mahnwache der Befürworter des Namenspatrons Ernst Moritz Arndt vor der Senatssitzung am Mittwoch.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Die Umbenennungsbemühungen an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald gehen in die nächste Runde: Der erweiterte Senat hat sich am Mittwoch einstimmig dafür ausgesprochen, die Debatte um den Namen Ernst Moritz Arndt (1769-1860) weiter voranzutreiben. In der Stellungnahme betonen die Senatsmitglieder, dass es die ureigene Aufgabe des Gremiums ist, die Namensfrage autonom zu entscheiden. In Frage gestellt wird, ob Arndt als Name für eine weltoffene Universität geeignet ist.

Eine Satzungskommission soll nun die rechtlichen Fragen klären, damit eine „zeitnahe Entscheidung“ getroffen werden kann. Das Bildungsministerium hatte die im Januar gefällte Senatsentscheidung gegen Arndt einkassiert, weil das Verfahren fehlerhaft durchgeführt worden sei.

Die Senatsmitglieder kündigten an, mit der Bürgerschaft Gespräche führen zu wollen. Damit solle dem großen Interesse in Stadt und Land am Namen Respekt gezollt werden.

Nach der Entscheidung des Senats gegen den Namenspatron im Januar hatte es einen Proteststurm aus der Bevölkerung gegeben. Arndt ist wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen umstritten. Seine Anhänger verehren ihn als Kämpfer gegen die Leibeigenschaft.

Stellungnahme des Senats der Universität Greifswald vom 15. März 2017

Seit vielen Jahren wird in regelmäßigen Abständen (zuletzt 2010 und nun 2016/2017) über den Namen der Greifswalder Universität diskutiert. Seit 1933 und erneut seit 1954 trägt unsere Universität den Namen Ernst Moritz Arndt. Über den Namen wurde seither mehrfach kontrovers diskutiert. Der Senat der Universität hat sich darum erneut mit der Frage beschäftigt, ob der Name Ernst Moritz Arndt geeignet ist, für eine weltoffene Universität zu stehen. Gemäß Landeshochschulgesetz M-V gehört es zu den ureigenen Aufgaben des Senats einer Universität, in dieser Frage autonom zu entscheiden.

In seiner Sitzung vom 18.01.2017 hat der Senat mit Zweidrittelmehrheit beschlossen, den Namen Ernst Moritz Arndt künftig nicht mehr zu tragen. Dieses Abstimmungsergebnis hat daraufhin eine äußerst impulsive und emotionale öffentliche Debatte entfacht. Der Senat respektiert das Recht aller Bürgerinnen und Bürger, sich in dieser Frage auch kritisch zu äußern. Der Senat nimmt jedoch nicht hin, dass Äußerungen in Form von rohen Beleidigungen gegen Studierende oder Gremien/Amtsträgerinnen der Universität gerichtet werden.

Nach gründlicher Prüfung hat das Bildungsministerium M-V allein wegen formaler Mängel des Verfahrens die Zustimmung zur Senatsentscheidung verweigert. Das Bildungsministerium hat in seinem Bescheid vom 07.03.2017 ausdrücklich bestätigt, dass die Universität gemäß § 1 Absatz 3 LHG M-V berechtigt ist, ihren Namen  in der Grundordnung festzulegen.

Der Senat hat in seiner Sitzung vom 15.03.2017 beschlossen, die rechtlichen Fragen zu klären und mit Hilfe seiner Satzungskommission die formalen Voraussetzungen zu schaffen, um zeitnah eine Entscheidung über den Namen rechtssicher zu treffen. Die Universität als größter regionaler Arbeitgeber spielt in vielerlei Hinsicht eine wichtige Rolle für das Gedeihen der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Der Senat legt darum großen Wert darauf, im gemeinsamen Interesse für das Wohl von Stadt und Land mit Bürgerschaft und Öffentlichkeit zu einem respektvollen und offenen Dialog zu kommen und wird zu diesem Zweck mit der Bürgerschaft Gespräche führen.

Katharina Degrassi

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald
Die Uni sollte nun die Chance nutzen, die Menschen der Region mehr ein- zubeziehen.Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister

Eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmer der großen OZ-Telefon- und Onlineumfrage sprach sich für den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität aus.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
E-Mail: lokalredaktion.greifswald@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.