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Beamtenkonzept in der Kritik

Greifswald Beamtenkonzept in der Kritik

Kommunalpolitiker lehnen das Papier der Stadtverwaltung ab.

Greifswald. Das Haupt- und Personalamt der Hansestadt will ab 2014 sukzessive mehr Beamte einstellen beziehungsweise vorhandene Angestellten- in Beamtenverhältnisse umwandeln (die OZ berichtete). Konkret geht es um 99 Stellen, die dafür in Frage kämen, berichtet Amtsleiterin Petra Demuth, die für die Zukunft ein Problem bei der Fachkräftegewinnung sieht. Schon jetzt sei es sehr schwer, junge, gut ausgebildete Leute im Rathaus zu halten. Nach Demuths Einschätzung würde es etwa 40 Jahre dauern, bis alle Beamtenstellen tatsächlich besetzt wären.

Vielen Kommunalpolitikern geht das gegen den Strich. Zwar findet CDU-Fraktionschef Axel Hochschild den Vorstoß prinzipiell gut. Doch sein Parteikollege Walter Noack im Finanzausschuss sieht das ganz anders: „Dieses Beamtenkonzept scheint mir antiquiert und erinnert mich an Heinrich Manns ‘Untertan‘“, moniert er und sagt: „In einer Zeit, da anderswo darüber nachgedacht wird, den Beamtenstatus abzuschaffen, führen wir ihn wieder ein. Das kann nicht sein!“

Auch die SPD sehe das Konzept sehr kritisch, erklärt Norbert Braun und meint mit ironischem Unterton: „Vom Deutschen Beamtenbund läuft da zurzeit ein tolles Szenario in Deutschland.“

Die Grünen schließen sich diesen Vorbehalten an: „Wenn überhaupt Beamtenstellen, dann nur die, die uns der Minister vorschreibt“, fordert Fraktionschef Stefan Fassbinder. Zudem gebe es bei weitem andere Baustellen in der Personalverwaltung, erinnert er. Fassbinder denkt dabei an das Amt für Jugend, Bildung, Sport und Wohnen. Mit der Kreisreform wanderten verschiedene Teile daraus — wie etwa der Gesundheitsbereich — in die Verantwortung des Landkreises. Dennoch existiert das Amt mit den Abteilungen Soziale Dienste und Kindertagesförderung weiter bei der Stadt — allerdings ohne Amtsleiter.

Kritik gibt es auch in den Reihen der Linken. „Wir müssen uns doch nicht der Illusion hingeben, dass mit diesem Konzept alles besser wird“, gibt Harald Stegemann zu bedenken. Zwar sei es bitter, dass von den 13 bisher im Rathaus ausgebildeten Beamtenanwärtern nur vier in Greifswald geblieben seien. Doch allein mit einer Beamtenstelle halte die Stadt auch keine jungen Menschen.

Dietger Wille, Amtsleiter für Wirtschaft und Finanzen, ist da aus Erfahrung anderer Meinung: „Der Beamtenstatus verleiht Sicherheit.“ Für junge Leute, die eine Familie gründen wollen, sei das heute ein wichtiger Punkt.

 

Petra Hase

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