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Bürgermeister wollen in den Landtag

Eixen Bürgermeister wollen in den Landtag

Parteilose Gemeindechefs haben sich der Hiddenseepartei Achtsame Demokraten angeschlossen / Sie wollen den Wählern eine Alternative zu den etablierten Parteien geben

Eixen. Sind Bürgermeister die besseren Landtagsabgeordneten? Das will die Hiddenseepartei Achtsame Demokraten herausfinden. Zur Landtagswahl am 4. September haben sich mehrere Bürgermeister aus MV unter diesem Dach zusammengetan, um in das Landesparlament einzuziehen. Dazu gehören auch Thomas Gens, Bürgermeister von Hiddensee, und André Bonitz, Bürgermeister von Eixen. „Wir sitzen an der Basis und bekommen die Probleme der Bürger unmittelbar mit“, so André Bonitz (45). „Je länger ich Kommunalpolitik gemacht habe, desto mehr habe ich gemerkt, dass ich an meine Grenzen stoße.“ Schon zur letzten Kreistagswahl hätten einige parteilose Bürgermeister überlegt, gemeinsam anzutreten. „Es hat aber nie einer durchgezogen“, sagt Bonitz.

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Parteilose Gemeindechefs haben sich der Hiddenseepartei Achtsame Demokraten angeschlossen / Sie wollen den Wählern eine Alternative zu den etablierten Parteien geben

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17 Kandidaten auf Liste

17 Kandidaten haben die Achtsamen Demokraten auf ihrer Landesliste zur diesjährigen Landtagswahl aufgestellt. Darunter sind auch Adolf Wittek, Bürgermeister von Passee (Nordwestmecklenburg), Andreas Unterfranz, ehemaliger Bürgermeister von Bad Doberan (Landkreis Rostock), Dirk Mittelstädt, Bürgermeister von Dobbertin (Landkreis Ludwigslust Parchim) oder der ehemalige Boltenhagener Bürgermeister Olaf Claus.

Den erneuten Anstoß habe Britta Brusch-Gamm, Bürgermeisterin von Crivitz bei Schwerin, gegeben. „Mein Empfinden ist es, dass die Politik auf Landesebene zu weit vom Bürger entfernt ist“, erklärt die 52-Jährige, die sich auch über parteiinterne Strukturen ärgert. „Ich bin seit fast zwei Jahren Bürgermeisterin und überzeugt parteilos. Bei Recherchen ist mir aufgefallen, dass 60 Prozent der Bürgermeister im Land parteilos sind. Das ist doch ein großes Potenzial.“

Da man aber bei der Landtagswahl nur für eine Partei antreten kann, habe sie recherchiert und sei auf die Hiddenseepartei Achtsame Demokraten gestoßen. Gegründet wurde diese 2013 nach Querelen innerhalb der Hiddenseer CDU. Zahlreiche CDU-Mitglieder traten aus und gründeten eine neue Partei. Auslöser des Streits war die bekannt gewordene politische Vergangenheit des Hiddenseer Bürgermeisters und damaligen Landtagskandidaten Thomas Gens. Dieser hatte sich zuvor bei der rechtsextremen DVU engagiert und dies beim Eintritt in die CDU verschwiegen.

Britta Brusch-Gramm traf sich mit den Mitgliedern der Hiddenseepartei und erzählte ihnen von ihrer Idee. „Schnell war klar, dass wir das gemeinsam machen wollen“, sagt die Crivitzerin. Neben Bürgermeistern aus ganz MV seien auch andere engagierte Bürger in der Partei aktiv. „Wir sind breit aufgestellt. Vom Rentner bis zum Notarzt ist alles dabei“, meint Gens (46). „Wir wollen den Wählern eine Alternative zu den etablierten Parteinen geben. Denn die AfD ist keine Alternative. Wenn man nur gegen alles ist, aber keine Lösungen anbietet, bringt es nichts.“

Das sei bei den Achtsamen Demokraten, die über 20 Mitglieder haben, anders. „Wir haben klare Positionen und können auch Lösungen anbieten“, meint Pressesprecher Jörg Mehrwald. „Wir wollen Politik übersetzen und erklären. Man kann den Menschen doch nicht vorwerfen, dass sie politikverdrossen sind, wenn sie viele Dinge überhaupt nicht verstehen.“ Ein Wahlprogramm mit klaren Forderungen habe die Partei allerdings nicht aufgestellt. „Unser Ziel ist es, in den Landtag zu kommen und eine kreative Opposition zu machen, die nicht alles verneint, sondern mitarbeitet“, meint Mehrwald. Ein Kernpunkt ist aber, dass sich die Achtsamen Demokraten gegen die Zentralisierung einsetzen wollen. „Die Bestrebungen vom Land, die Kleinteiligkeit aufzugeben, bereiten uns Sorgen. Wenn Schulen schließen und die Infrastruktur wegfällt, wer will denn dann noch auf dem Land leben“, meint André Bonitz, der an den Erfolg bei der Landtagswahl glaubt: „Wir Bürgermeister wurden alle schon mal gewählt. Wir kennen die Menschen im Wahlkreis und ihre Probleme.“

• Stimmen Sie online ab unter: www.ostsee-zeitung.de/umfragen

Von Anika Wenning

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