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Chaotisch und gefährlich: Kritik an Fahrradstraße in der Altstadt

Greifswald Chaotisch und gefährlich: Kritik an Fahrradstraße in der Altstadt

Steffen Burkhardt vom ADFC spricht von „Etikettenschwindel“ / Ulrich Rose schlägt Streichung von Parkplätzen vor / Gegenwehr aus mehreren Fraktionen der Bürgerschaft

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Hier beginnt eine Fahrradstraße.

Greifswald. Die Fahrradstraße in der Greifswalder Innenstadt steht in der Kritik. Zwischen Mühlenstraße und Domstraße gilt: Radfahrer haben Vorrang. Doch praktisch funktioniert das offenbar nicht richtig. „Eine Fahrradstraße gehört dahin, wo wenig Autos sind“, sagt Bürgerschaftsmitglied Yvonne Görs (Linke). In der Domstraße sei das nicht der Fall. Sie sieht das Projekt als „gescheitert“ an. „Chaotisch“ und „gefährlich“ nennt auch Bürgerschaftsmitglied Ulrich Rose (Alternative Liste) die Verkehrssituation in Höhe Marktplatz und in der Domstraße. Er will die Fahrradstraße jedoch keineswegs abschaffen, sondern schlägt verschärfte Maßnahmen für Autofahrer vor. Eine entsprechende Beschlussvorlage hat er in die Gremien der Bürgerschaft eingebracht.

Unter anderem soll die Höchstgeschwindigkeit auf 20 Kilometer pro Stunde gesenkt werden. Aktuell erlaubt sind 30. Dieser Antrag fand im Bauausschuss eine knappe Mehrheit. Ob ihm auch die Bürgerschaft zustimmt, wird sich am 6. Oktober zeigen. Roses zweiter Vorschlag lautet: ein Parkverbot auf der südlichen Seite der Straße. Rückendeckung bekommt er vom ADFC (Allgemeinen Deutschen Fahrradclub) Greifswald. Sprecher Steffen Burkhardt, der auch Mitglied in der städtischen Arbeitsgruppe Verkehr ist, sieht das als sinnvolle Lösung an. „Derzeit ist es Etikettenschwindel“, sagt Burkhardt. Der Titel Fahrradstraße sei auf dem Teilstück Höhe Baderstraße und Martin-Luther-Straße nicht zutreffend. „Eine Fahrradstraße zeichnet sich dadurch aus, dass Radfahrer zügig fahren können. Das ist nicht der Fall.“ Wegen der parkenden Autos sei es nahezu unmöglich, dass ein Radler und ein entgegenkommendes Auto ungestört aneinander vorbeikommen, so Burkhardt. Schwierig sei die Situation bereits, wenn ein Fahrradfahrer und ein Radler mit Anhänger aufeinander treffen, weiß Yvonne Görs, die die Straße häufig nutzt. „Autofahrer hupen und schimpfen“, sagt Görs. Leider wüssten viele Pkw-Fahrer nicht, dass Radler hier Vorrang haben, sagt Burkhardt.

Die Ablehnung in den Gremien der Bürgerschaft ist groß. Neben dem Bauausschuss hat auch die Ortsteilvertretung Innenstadt Einschränkungen fürs Parken abgelehnt. „Für Radfahrer ist es zumutbar, Rücksicht auf den Lieferverkehr in der Straße zu nehmen“, sagt Nikolaus Kramer (AfD). „Es gibt keine Ausweichparkmöglichkeiten für Anwohner“, sagt Axel Hochschild (CDU). Außerdem ist er der Ansicht, dass parkende Autos zur Verkehrsberuhigung beitragen. Antragsteller Rose weist darauf hin, dass der Verkehr in den Fahrradsstraßen der Innenstadt zunehmen wird, sobald der Campus Loefflerstraße fertiggestellt ist und das Einkaufszentrum am Bahnhof eröffnet wird. Beides ist für 2018 geplant.

• Chaotisch oder geordnet? Wie empfinden Sie die Verkehrssituation in der Domstraße? Umfrage unter: www.ostsee-zeitung.de

Regeln in der Fahrradstraße

Ohne weiteres Zusatzschild gilt in einer Fahrradstraße: Autos verboten. In Greifswald sind jedoch auf der gesamten Länge der Fahrradstraße Autos erlaubt.

Fahrzeugführer dürfen nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren. Radfahrer dürfen weder gefährdet noch behindert werden. Überholen ist nur bedingt erlaubt.

Radfahren ist in beide Richtungen erlaubt. Es dürfen mehrere Radler nebeneinander fahren.

Die Vorfahrtsregeln bleiben unberührt. In der Domstraße gilt also weiter rechts vor links.

Katharina Degrassi

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