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Dehoga-Chef macht Stimmung gegen Muslime

Wolgast/Zinnowitz Dehoga-Chef macht Stimmung gegen Muslime

Peter Drechsler, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Ostvorpommern, steht nach seinen islamfeindlichen Äußerungen in der Kritik

Wolgast/Zinnowitz. Massive Kritik im Landkreis an Peter Drechsler, Regionalchef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Ostvorpommern: Drechsler hatte auf seiner privaten Facebook-Seite diskriminierende Türkenwitze veröffentlicht und dort Stimmung gegen Muslime gemacht. Er schreibt in der Kommentarfunktion eines Beitrages unter anderem, dass der Islam Deutschland erobern wird und dass sie die Weltherrschaft an sich nehmen wollen. Außerdem verbreitete er durch das Teilen anderer Seiten diskriminierende Türkenwitze. Er machte seine Freunde auch auf offensichtlich rechtspopulistische Seiten aufmerksam, die Hetze gegen Muslime verbreiten.

 

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Wäre es ein Witz über Ostfriesen oder Bayern gewesen, wäre wahrscheinlich nichts passiert.“Peter Drechsler, Chef Dehoga Ostvorpommern

„Es besteht in Deutschland Religionsfreiheit und niemand sollte wegen seiner Herkunft oder der Religion diskriminiert werden. Toleranz ist maßgeblich für eine positive touristische Entwicklung“, sagt Dörthe Hausmann, Geschäftsführerin der Usedom Tourismus GmbH. Sie ist entsetzt über die Äußerungen von Drechsler. Eine solche Haltung schade dem Tourismus in der gesamten Region. Ihren Angaben zufolge stammen rund zwei Prozent der ankommenden Gäste auf der Insel Usedom aus anderen Ländern, vorrangig aus Österreich und der Schweiz. „Der Anteil ausländischer Urlaubsgäste nimmt stetig zu“, betont sie.

Sebastian Ader, Geschäftsführer vom „Hotel zur Post“ in Bansin, teilt die Kritik an Drechsler: „Diese Meinung kann man abends bei Kerzenschein am heimischen Kamin haben, aber nicht als Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes, der für eine Region wie die Insel Usedom spricht.“ Er sehe solche Äußerungen als ausländerfeindlich an. „Allein in unserem Hotel arbeiten 35 Prozent polnische Mitarbeiter. Und ohne Polen würde der Hotel- und Gaststättenbereich auf der Insel Usedom nicht funktionieren“, sagt Ader. „Seine Aussagen schaden dem Tourismus auf der Insel und jedem Hotel. Welche Konsequenzen er aus den Äußerungen zieht, muss er selbst sehen. Er ist alt genug, um das zu entscheiden“, sagt Ader.

Uwe Deter, Chef des „Wikinger“-Hotels in Zempin, vertritt die Meinung, dass man als Hotel nach außen neutral auftreten sollte. „Was man privat über das Thema denkt, ist eine andere Sache. Gut finde ich, dass verschiedene Meinungen dazu bestehen. Außerdem lässt sich das Thema hier auf Usedom nicht lösen“, sagt Deter. Der Hotelchef kritisiert weiter, dass die Verbandsarbeit kaum noch stattfindet.

„Ab und zu gibt es mal eine E-Mail, mehr nicht. Wir sind ein riesiger Regionalverband, aber von dieser Größe nehme ich nichts mehr wahr“, sagt Deter.

Peter Drechsler entschuldigte sich gestern am Telefon für seine Äußerungen. „Bei den Worten habe ich mich im Ton vergriffen“, sagt er. Außerdem hätte er einen „etwas schärferen Witz“ geteilt. „Wäre es über Ostfriesen oder Bayern gewesen, wäre wahrscheinlich nichts passiert“, sagt er. Als Dehoga-Chef heißt er weiterhin alle Besucher, auch Asylbewerber und ausländische Gäste, herzlich willkommen.

„Es muss nur in geordneten Bahnen zugehen“, sagt er mit Blick auf die Asylpolitik. Nach seinen Angaben haben die Äußerungen bei Facebook keinen bösen Hintergrund. Bereits am Nachmittag sind der Türkenwitz und der besagte Kommentar entfernt worden.

Hannes Ewert

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