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Drese: „Dieser Landkreis kann sich sehen lassen“

Greifswald Drese: „Dieser Landkreis kann sich sehen lassen“

Sozialministerin besucht den Integrationsbeauftragten und die Kleiderkammer / Integration ist jetzt die wichtigste Aufgabe

Greifswald. Im Kreis wurde und wird viel getan, um Flüchtlingen zu helfen und sie zu integrieren. „Der Landkreis Vorpommern-Greifswald kann sich sehen lassen“, lobte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) bei ihrem Besuch gestern in Greifswald.

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Sozialministerin besucht den Integrationsbeauftragten und die Kleiderkammer / Integration ist jetzt die wichtigste Aufgabe

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„Ich bin sehr stolz auf unseren Kreis, auf Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland“, betonte der Integrationsbeauftragte des Kreises, Ibrahim Al Najjar, der sich selbst als „eingefleischter Vorpommer“

bezeichnet. Stolz zeigte er der Ministerin einen Artikel in einer deutsch-arabischen Zeitung. Dort wird mit dem Vorurteil aufgeräumt, als Flüchtling könne man sich nicht in den deutschen Nordosten wagen.

Dass es in Vorpommern-Greifswald sieben Integrationslotsen gibt, sei wahrscheinlich Spitze im Bundesland, meint Sozialamtsleiter Gerd Hamm. „Alles läuft jetzt in geordneten Bahnen, aber für die Verwaltung bleiben die Flüchtlinge weiter ein wichtiges Thema“, betonte er. Es gebe noch viele Altfälle, ergänzte Marko Schneider, Sachgebietsleiter der Ausländerbehörde. Die Integration der Angekommenen sei nun die wichtigste Aufgabe. Im Kreis gibt es eine Bildungskoordinatorin. Integrationslotsen helfen anerkannten Flüchtlingen. „Man muss aber auch ehrlicherweise sagen, dass nicht alle wollen“, sagte Hamm. Um sie zum Mitmachen zu bewegen, bedürfe es Mittlern. Laut Al Najjar kommen manche Flüchtlinge auch mit falschen Vorstellungen, zum Beispiel zu Begrüßungsgeldern, und sehr hohen Ansprüchen nach Deutschland. Da müsse man aufklären.

Stefani Drese besuchte gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten von MV, Dagmar Kaselitz, und Landrätin Barbara Syrbe (Linke) nicht nur Al Najjar und seine Mitstreiter, sondern auch das Migrationszentrum des Kreises und die Kleiderkammer des Integrationsvereins Integ. Sie habe einiges an Erkenntnissen mitgenommen, sagte die Ministerin. Zum Beispiel, dass gut gemeint nicht immer gut gemacht sei. Manche auf Arabisch verfassten Infoblätter könnten Syrer, die in Deutschland Hilfe suchen, gar nicht lesen, verdeutlichte ihr der Integrationsbeauftragte. Die Schrift laufe spiegelverkehrt, weil auf den für die Erstellung der Druckvorlagen benutzten Rechnern kein arabisches Betriebssystem installiert sei. „Arabisch wird ja von rechts nach links geschrieben“, erinnerte Al Najjar.

Wie das Ankommen in einem fremden Land in der Praxis funktioniert, darüber informierte Jana Lührmann, eine der mehrsprachigen Mitarbeiterinnen des Integrationsbeauftragten. „Die Mülltrennung ist zunächst ein ganz großes Problem“, erzählte sie. Auch der Umgang mit deutschen Heizgewohnheiten wolle gelernt sein. Dass „Fenster auf“ und Heizung auf Stufe 5 hierzulande nicht üblich sind, auch das müsse man Menschen aus dem arabischen Raum erst erklären.

Eine wichtige Hilfe für die Flüchtlinge ist die Kleiderkammer des Integrationsvereins Integ. Sie wird ehrenamtlich von der Hartz IV-Empfängerin Anne-Marie Rehaag betrieben. „Zu uns kommen auch viele Rentner und junge Mütter“, erzählte sie. Denn die Kleiderkammer stehe allen Bedürftigen zur Verfügung.

Anne-Marie Rehaag wird von Rosemarie Peters unterstützt. Die fünffache Mutter tauchte eines Tages auf und fragte, ob sie helfen dürfe. Sie durfte. Sozialamtsleiter Hamm will den Frauen mit Regalen und einer Waschmaschine helfen.

Greifswald zieht an

Aktuell kommen laut Sozialamtsleiter Gerd Hamm etwa zehn Flüchtlinge pro Monat im Landkreis Vorpommern-Greifswald an. Das ist gut zu bewältigen. Es sind vor allem Syrer, aber auch viele Afghanen und Afrikaner. Laut aktueller Gesetzeslage müssen sie in Mecklenburg-Vorpommern leben, aber nicht zwingend im Kreis Vorpommern-Greifswald bleiben. Wie viele in andere Regionen von MV gehen, ist nicht bekannt. Es gibt im Kreis einen gewissen unkontrollierten Zuzug Richtung Greifswald.

Eckhard Oberdörfer

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