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Elternbeiträge für viele Krippenplätze sinken

Greifswald Elternbeiträge für viele Krippenplätze sinken

Die Stadt deckelt die Kosten auf maximal 200 Euro monatlich

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Die Eltern von Anny, Theodor und Elli müssen künftig weniger Geld für den Kippenplatz in der Petershagenkita zahlen.

Quelle: Foto: Peter Binder

Greifswald. Gute Nachricht für mehr als 200 Eltern von Krippenkindern in Greifswald: Seit Jahresbeginn müssen pro Ganztagskrippenplatz in Greifswald maximal 200 Euro aus dem eigenen Portemonnaie gezahlt werden. Das hat die Bürgerschaft beschlossen. Finanziert wird die Deckelung der Beiträge aus Bundesmitteln. Von der Regelung profitieren alle Eltern, die ihr Krippenkind in einer der besonders teuren Einrichtungen betreuen lassen. Neben allen elf Kitas des städtischen Eigenbetriebes Hanse-Kinder betrifft das vier Einrichtungen in freier Trägerschaft (St.

OZ-Bild

Die Stadt deckelt die Kosten auf maximal 200 Euro monatlich

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Nikolai, St. Marien, Kinderladen und Arche Noah).

Derzeit wird noch der höhere Betrag abgebucht. „Die Verwaltung entwickelt derzeit ein Prozedere zur Abrechnung“, sagt Bärbel Lenuck, Mitarbeiterin in der städtischen Pressestelle.

Etwa 120 000 Euro soll die Deckelung der Elternbeiträge in diesem Jahr kosten. Das hat Erik von Malottki, SPD-Bürgerschaftsmitglied und Initiator des Beschlusses, errechnet. Immerhin 662 Euro pro Jahr sparen Eltern, die ihr Kind in der Kita Makarenko in Schönwalde II betreuen lassen. Das ist nach der Erhöhung der Platzkosten zum Januar 2017 die teuerste Einrichtung in der Stadt. Die Entlastung gilt auch für das kommende Jahr. Danach fällt die Finanzspritze weg. Ein kurzfristiger Effekt, der schnell verpufft? Erik von Malottki winkt ab. „2018 plant die Landesregierung, die Elternbeiträge je Kind um 50 Euro monatlich zu entlasten“, sagt er. Dann sei der Greifswalder Beschluss eh größtenteils hinfällig. Die aktuelle Ersparnis für Eltern liegt monatlich bei maximal 55

Euro.

Schon jetzt stützt das Land die Elternbeiträge mit 100 Euro pro Monat. Während die Einrichtungen ihre Beiträge zum Beispiel mit 350,81 Euro für einen Ganztagskrippenplatz ausweisen, werden den Eltern tatsächlich nur 250,81 Euro abgezogen. In diesem und im kommenden Jahr sollen es dann maximal 200 Euro monatlich sein. „Die Unterbringung in einer Kindertagesstätte muss für berufstätige Eltern finanzierbar sein“, sagt von Malottki. Die Beiträge in Greifswald seien zu hoch. Sie liegen über dem Landesdurchschnitt.

Derzeit hapert es bei der Umsetzung. Grund: Die Stadt hat das Geld für die Eltern selbst noch nicht bekommen. Die Mittel stammen aus dem gescheiterten Betreuungsgeld, das auch als Herdprämie bekannt ist. Das Gesetz hatte vorgesehen, dass Eltern, die ihren Nachwuchs auch nach dem ersten Geburtstag lieber zu Hause betreuen, dafür 150 Euro pro Monat erhalten sollen. Das Bundesverfassungsgericht hat das Gesetz jedoch gekippt. Der Bund stellte daraufhin die eingeplanten Mittel für die Kindertagesbetreuung zur Verfügung. Das Land reicht einen Teil dieser Gelder an den Landkreis weiter, den Rest direkt an die Gemeinden. Verteilt wird das Geld nach der Anzahl an Kita- und Hortkinder in der Stadt oder Gemeinde. Was konkret mit dem Betrag gemacht wird, entscheiden die Kommunen selbst. In Wolgast wurden die Mittel aus dem Vorjahr beispielsweise in den Bau einer neuer Kita investiert, der Kreis Vorpommern-Greifswald hat die gestiegenen Kosten durch die Betreuung von Flüchtlingskindern finanziert. Greifswald setzt nun einen Teil des Geldes ein, um in den Jahren 2017 und 2018 die Elternbeiträge zu deckeln.

Was die elf Hanse-Kinder-Kitas betrifft, steht das Prozedere weitestgehend fest. Betriebsleiter Achim Lerm kündigte an, dass die zu viel gezahlten Beiträge gutgeschrieben oder erstattet werden. Das Verfahren bei den vier freien Trägern ist noch offen. „Es soll möglichst unbürokratisch erfolgen, wird aber möglicherweise trägerabhängig unterschiedlich gehandhabt werden“, sagt Bärbel Lenuck. Im Gespräch ist auch eine Antragspflicht. „Dadurch wird viel Personal bei der Bearbeitung gebunden. Das sollten wir vermeiden“, sagte André Carls, der für die Grünen im Sozialausschuss sitzt.

Hier kostet der Krippenganztagsplatz mehr als 300 Euro                
Kitas Eigenbetrieb Hansekinder Krippe voll Steig. in € Krippe Teilzeit Steig. in € Kita voll Steig. in € Kita Teilzeit Steig. in €
Lilo Herrmann 350,81 11,03 222,71 7,18 178,16 7,40 120,32 5,00
Friedrich Wolf 350,00 4,95 227,63 6,80 186,19 9,81 130,54 9,72
Regenbogen 350,78 10,33 224,53 7,02 182,67 6,34 124,86 4,62
Marschak 350,01 12,44 225,20 8,21 182,79 7,91 126,06 5,49
Makarenko 350,29 8,59 222,71 5,47 183,90 9,64 124,08 6,10
Makarenko (verlängerte Öffnungszeiten) 355,15 6,40 225,63 keine 189,57 8,67 127,48 keine
                 
Zwergenland 351,71 8,17 224,95 5,95 182,30 8,81 124,50 6,33
Lütt Matten 350,60 2,97 227,45 1,98 176,44 2,82 124,15 1,89
Kleine Entdecker 351,41 1,49 229,99 1,88 177,75 4,60 126,99 3,75
Petershagen 350,21 1,35 222,81 0,64 176,76 -0,94 119,94 -0,74
Weg ins Leben 353,30 keine 230,34 keine 184,03 keine 129,98 keine
Inselkrabben 353,11 keine 229,03 keine 181,43 keine 127,21 keine
Kitas in freier Trägerschaft                
St. Nikolai 340,29   213,49   179,56   118,24  
St. Marien 321,31   203,62   160,86   108,55  
Arche Noah 304,82   204,25   168,04   123,38  
Kinderladen 325,39   208,54   172,60   118,06  
Quelle: Vorlage Platzkosten Eigenbetrieb/ Kreisverwaltung/ Telefonabfrage                

Platzkosten steigen leicht

In den elf Einrichtungen des städtischen Eigenbetriebes Hansekinder steigen die Elternbeiträge rückwirkend zum 1. Januar leicht. Das ist das Ergebnis der Platzkostenverhandlungen von Betriebsleiter Achim Lerm mit dem Landkreis. „Die Kosten steigen um maximal fünf Prozent“, sagt Lerm. In den Kitas Weg ins Leben und Inselkrabben steigen die Kosten gar nicht, in der Kita Rudolf Petershagen sinken sie minimal.

Einen Ausreißer nach oben gibt es jedoch. Eine Steigerung von über zehn Prozent müssen Eltern verkraften, die ihr Kind in der Einrichtung Friedrich Wolf betreuen lassen. Konkret geht es um die Ganztags-, Teilzeit- und Halbtagsplätze im Kindergartenbereich. Immerhin zehn Euro mehr pro Monat müssen die Eltern dort zahlen. Die Erhöhungen in der Krippe fallen mit 4,95 Euro (Vollz.),

6,80 Euro (Teilzeit), 7,73 Euro (halbtags) moderater aus. Seit mehreren Jahren steigen die Platzkosten jährlich an. Den neuen Elternbeiträgen muss die Bürgerschaft noch zustimmen.

Katharina Degrassi

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