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Fusions-Alternative? Wackerow prüft Großgemeinde

Wackerow Fusions-Alternative? Wackerow prüft Großgemeinde

Gemeindevertretung stimmt Verhandlungen zu / Acht von zehn Gemeinden des Amtes Landhagen machen mit

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Wackerow. Die Gemeinde Wackerow steigt in die Verhandlungen zu einer Großgemeinde Landhagen mit ein. Das hat die Gemeindevertretung am Mittwochabend einstimmig beschlossen und mit diesem Votum durchaus einige überrascht. Immerhin gibt es bereits einen Vertragsentwurf für eine Fusion mit der Hansestadt Greifswald. Doch für diese Verhandlungen bedeutet der neue Beschluss zunächst nichts. „Ich begrüße es, dass Wackerow alle Alternativen prüft, bevor es sich zu einer Fusion mit Greifswald entschließt“, sagt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Der Vertragsentwurf könnte im Februar der Bürgerschaft zur Entscheidung vorgelegt werden. Bis dahin müsste sich Wackerow allerdings darüber im Klaren sein, ob es eine Fusion mit der Hansestadt will oder lieber eine Großgemeinde, also den Zusammenschluss aller Gemeinden im Amt Landhagen.

 

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„„Bauhof, Kita- plätze, Schulen – wenn mehrere Gemeinden das zusammen anpacken, sind wir leistungsfähiger. Die Gemeinden haben eine ähnliche Struktur.“Frank Weichbrodt, Bürgermeister Neuenkirchen

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„„Ich „bin nicht ängstlich, was ein Zusammengehen der Gemeinden angeht, Es würde mehr Sinn machen, wenn alle mitmachen. Die nächsten Wochen und Monate werden spannend.“ Markus Clausen, Bürgermeister Behrenhoff

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„„Ich begrüße, dass Wackerow mit den anderen Gemeinden spricht. Von uns liegt ein konkretes Angebot auf dem Tisch, von den anderen Gemeinden noch nicht.“Stefan Fassbinder (Grüne), Oberbürgermeister Greifswald

Wackerows Bürgermeister Manfred Hering und die Gemeindevertreter gehören zu den Befürwortern einer Fusion. Mehrere Einwohner drängen nun darauf, auch den anderen Weg zu prüfen: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Fusion mit Greifswald“, sagt Ricardo Ladwig während der Gemeindevertretersitzung. Es gebe viel Unsicherheit bei den Bürgern. Die Bedenken seien groß. „Für uns ist von außen nicht nachvollziehbar, warum die Gemeindevertretung zu der Überzeugung gekommen ist, dass die Fusion der beste Weg ist. Wir wünschen uns, dass dieser Prozess transparent gemacht wird.“ Christian Mahnert sagt: „Mir fehlen zum heutigen Zeitpunkt Informationen über Alternativen.“

Bürgermeister Manfred Hering erinnert daran, dass er die Idee einer Großgemeinde bereits im September 2015 forciert hatte, die anderen Gemeinden damals jedoch abgewunken haben. Mittlerweile hat sich der Wind jedoch gedreht. „Der Druck ist jetzt gefühlt einfach größer“, sagt Mesekenhagens Bürgermeister Geert Christoph Seidlein. Mit Wackerow haben nun acht von zehn Gemeinden im Amt Landhagen zugestimmt, Verhandlungen über eine Großgemeinde aufzunehmen. Nächstes Etappenziel ist für Frank Weichbrodt, Bürgermeister von Neuenkirchen, den Entwurf eines Vertrages auszuarbeiten. Am Verhandlungstisch sitzen Wackerow, Neuenkirchen, Mesekenhagen, Dargelin, Behrenhoff, Diedrichshagen, Levenhagen und Dersekow. Gegen eine Großgemeinde sprechen sich Hinrichshagen und Weitenhagen aus.

„Schöner wäre, wenn sich alle einig sind“, sagt Weichbrodt. Der Weg zur Großgemeinde funktioniere jedoch auch mit acht Partnern.

Die Hoffnungen auf Erfolg sind unterschiedlich ausgeprägt. Während Levenhagen, Neuenkirchen und Dargelin sehr optimistisch sind, ist die Stimmung beispielsweise in Behrenhoff und Mesekenhagen etwas abwartender. Und Wackerows Bürgermeister Hering ist überzeugt, dass am Ende des Verhandlungsprozesses die Vorteile deutlich für Greifswald sprechen werden. Ihm geht es beim Votum für die Verhandlungen zu einer Großgemeinde eher darum, seiner Gemeinde transparent alle Optionen aufzuzeigen. „Wir müssen jetzt endlich vorankommen“, sagt Hering. Angesichts des Schuldenberges von 2,8 Millionen Euro ist die Reform für Wackerow am bittersten nötig. 2013 scheiterte eine Fusion, weil sich im Bürgerentscheid 59,4 Prozent der Wähler dagegen ausgesprochen haben. Große Sorge der Wackerower ist, dass ihre dörfliche Identität durch den Anschluss an Greifswald verlorengeht. Hering hingegen betont, dass in den vergangenen Jahren selbst Geld für Feste fehlte. „Wenn wir zu Greifswald gehören, bekommen wir mehrere tausend Euro Ortsteilbudget pro Jahr. Damit könnten wir endlich mal wieder etwas gestalten“, sagt Hering.

Konferenz

„Zukunftsfähige Gemeindestrukturen im Landkreis Vorpommern-Greifswald“ – So heißt eine Konferenz, die am 12. Oktober um 17 Uhr im Greifswalder Gemeindehaus „E-Werk“ (Marienstraße 22-24) stattfindet. Sie wird auf Initiative des SPD-Kreistagsmitgliedes Erik von Malottki von der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik MV organisiert.

Gast ist unter anderem Jürgen Schönwandt, Koordinator von Gemeindefusionen im Landkreis Vorpommern-Greifswald.

Katharina Degras

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