Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
„Greif“ schreibt 2017 weniger Verlust

Greifswald „Greif“ schreibt 2017 weniger Verlust

Stadt muss dem Seesportzentrum 211 000 Euro zuschießen / 2015 waren es noch 323 000 Euro

Voriger Artikel
Professor: Der Name Arndt muss weg
Nächster Artikel
„Greif“ durchquert Sperrwerk

Ohne Ehrenamtler läuft auf der „Greif“ gar nichts - wie hier beim Abtakeln im Oktober. FOTO: PETER BINDER

Greifswald. . Das Seesportzentrum „Greif“wird auch im nächsten Jahr Verluste in sechsstelliger Höhe schreiben, die von der Stadt Greifswald als Eigentümerin auszugleichen sind. Diese schlechte Nachricht beinhaltet jedoch im Vergleich zu Vorjahren einen positiven Aspekt: Betriebsleiter Volker Pesch prognostiziert das zu erwartende Jahresdefizit im Wirtschaftsplan 2017 mit 211000 Euro. „Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorjahren“, kommentiert Pesch und erklärt: „Der Jahresabschluss 2015 weist noch einen Verlust von 323000 Euro aus und 2016 werden wir voraussichtlich mit einem Minus von 263000 Euro abschließen.“

OZ-Bild

Stadt muss dem Seesportzentrum 211 000 Euro zuschießen / 2015 waren es noch 323 000 Euro

Zur Bildergalerie

Im Finanzausschuss der Greifswalder Bürgerschaft treffen diese Zahlen deshalb auf Anerkennung: „Ich habe das Gefühl, dass Sie sich massiv drehen. Insofern – Respekt“, würdigt Walter Noack von der CDU das Bemühen des erst im April eingesetzten Betriebsleiters, das Defizit zu minimieren.

Zur Erinnerung: Das Seesportzentrum, zu dem auch die Wiecker Pension „Schipp In“ gehört, schreibt quasi seit der Übertragung des Segelschulschiffes „Greif“ aus dem Treuhandvermögen ins Eigentum der Hansestadt 1991 Jahresverluste in sechsstelliger Höhe. Allerdings mussten diese in der Vergangenheit nicht durch den städtischen Haushalt ausgeglichen werden, da es durch den Verkauf der früheren Marinetechnikschule Wieck eine Millionenrücklage gab. Diese Rücklage war 2014 aufgebraucht – und guter Rat damit teuer. Zwar bekannte sich die Bürgerschaft weiterhin zu ihrem Flaggschiff, sieht die „Greif“ als Botschafter der Hansestadt. Das Gremium forderte jedoch eine deutliche Reduzierung des Jahresdefizits und damit des städtischen Zuschussbedarfs.

Mit dem vorliegenden Wirtschaftsplan „ist der Eigenbetrieb jetzt auf einem guten Weg“, lobt Grünen-Fraktionschef Alexander Krüger. Allerdings seien längst nicht alle Probleme vom Tisch. Um die Verluste weiter deutlich zu senken, plant der Betriebsleiter Veränderungen beim Personal. „Da haben wir noch das größte Einsparpotential“, sagt Pesch und beziffert die Personalausgaben für das nächste Jahr mit 436000 Euro. „Das sind 62000 Euro weniger als 2016“, sagt er. Handlungsspielraum gebe es jedoch nur, wenn Mitarbeiter altersbedingt oder aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden. „Das betrifft insbesondere die Seeleute, deshalb befinde ich mich mit allen im Gespräch“, sagt er. Aktuell gibt es mit dem Kapitän und den zwei Offizieren drei Nautiker an Bord. Sein Ziel ist die Reduzierung auf zwei. Damit das Schiff aber auch in Zukunft sicher über die Ostsee schippern kann, sollen Ehrenamtliche mit nautischem Patent mögliche Engpässe überbrücken. Das sei bereits Teil des Konzepts aus der Zukunftswerkstatt gewesen, erinnert der Betriebsleiter.

Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher (Linke) hat „große Bauchschmerzen“ mit der Personalreduzierung. Gerade bei langen Törns sei es wichtig, dass ausreichend kompetente Leute an Bord seien. Doch Pesch bleibt dabei: „Ohne Personalreduzierung bekommen wir keine Reduzierung des Verlusts hin.“ Schon heute zähle der Eigenbetrieb nur noch neun Mitarbeiter, bis 2014 waren es zwölf. Die freiwerdende Stelle eines zweiten Decksmanns zum Beispiel wurde nicht wieder besetzt. Außerdem wurde die Koordinatorin des „Schipp In“ im April in die Stadtverwaltung umgesetzt, die Bürotätigkeit übernahm fortan die Koordinatorin des Schiffes. Um die Umsatzerlöse des Betriebes weiter zu erhöhen, plant Pesch eine bessere Vermarktung der „Greif“ und der Pension. Die vier Zimmer im „Schipp In“ werden zurzeit nur von April bis Oktober vermietet. Hier gebe es Potenzial. Auch das Schiff soll im Winter perspektivisch Geld einbringen – etwa mit dem Angebot einer Ausbildung.

„Wenn das alles so ist, sollten wir versuchen, die ,Greif’ weiter zu halten“, sagt Yvonne Görs (Linke), die in der Vergangenheit gegen den Erhalt des Schiffes als städtisches Eigentum votierte. Doch mittlerweile weiß sie: „Das Engagement der Ehrenamtlichen ist riesengroß.“ Ohne die rund 500 Mitglieder des Fördervereins „Rahsegler Greif“ hätte die Hansestadt ihr Schiff schon lange nicht mehr auf Kurs halten können.

Petra Hase

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Südstadt

Mehr als 100 Prostituierte gibt es nach Angaben von Sozialarbeitern in Rostock / Die meisten Frauen stammen aus Osteuropa / Rund 50 Modellwohnungen in der Stadt

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.