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Greifswald bekommt zweites Flüchtlingsheim

Greifswald Greifswald bekommt zweites Flüchtlingsheim

Bis zu 500 Menschen sollen ab April einziehen / Manche Anwohner haben Angst/ CDU kritisiert die Infopolitik

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In diesen Wohnblock im Industriegebiet an der Stadtrandsiedlung sollen bis zu 500 Flüchtlinge einziehen.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Aus einem alten Wohnblock neben dem Technologiezentrum Vorpommern in der Brandteichstraße soll ein Heim für bis zu 500 Flüchtlinge werden. „Wir machen das Haus in Etappen bezugsfertig, ab April/Mai können die ersten Flüchtlinge hier einziehen“, erklärte gestern Achim Froitzheim, Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald. Ein so großes Heim sei natürlich eine Herausforderung für alle Bewohner, Betreuer und Anwohner. „Aber angesichts der vielen Flüchtlinge, die wir jeden Monat unterbringen müssen, haben wir gar keine Wahl.“

Allein im Januar haben 403 Menschen aus Krisengebieten Vorpommern erreicht, jeden Monat würden weitere 350 bis 400 erwartet, sagte Froitzheim. Mehrere hundert von ihnen sollen dieses Jahr in Greifswald unterkommen. Bisher leben hier 570 Asylbewerber, 130 von ihnen im Asylbewerberheim in der Spiegelsdorfer Wende.

Der Wohnblock, der nun zum zweiten Flüchtlingsheim der Stadt werden soll, wurde jahrelang nicht genutzt, Baucontainer stehen jetzt vor der Tür — und im Block gegenüber machen sich die Mieter so ihre Gedanken. Eine Anwohnerversammlung ist laut Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) erst für den 17. Februar geplant.

„Aber der Buschfunk hat schon alles durchgestellt“, sagt Anwohner Peter Bahls trocken. Er und seine Frau Ute haben daraus die Konsequenzen gezogen: „Wir ziehen aus.“ Gegen Menschen aus anderen Ländern hätten sie nichts, „hier im Haus wohnen zum Beispiel Griechen, mit denen ist es einwandfrei!“ Aber 500 Menschen auf engstem Raum, aus verschiedenen Kulturen... „Man hört doch dauernd, was da passieren kann“, sagt Bahls. „Wir wollen keinen Stress.“

Auch Anwohnerin Ines Kukla sagt, sie habe Angst. Bleiben will sie trotzdem. „Wenn die mir nichts tun, tue ich ihnen auch nichts.“ Noch gelassener denkt die junge Mariam Noniasvili. „Ich bin selbst Ausländerin“, sagt die 18-Jährige in bestem Deutsch. 2008 sei sie mit der Familie aus Griechenland hergezogen. „Ich denke nicht, dass das Flüchtlingsheim ein Problem ist.“ Es komme doch immer auf den einzelnen Menschen an, nicht auf seine Nationalität.

OB Fassbinder hofft offenbar, dass die meisten Greifswalder ähnlich denken. „Wir als Stadt stehen nicht vor der Frage, ob wir die Flüchtlinge aufnehmen wollen, sondern wie“, betont er. „Ich gehe aber davon aus, dass wir das alle zusammen wuppen.“ Von der CDU kommt derweil heftige Kritik an seiner Informationspolitik. „Weshalb er die Anwohner nicht bereits umfassend informiert hat, ist für mich nicht erklärbar“, sagte gestern der Chef der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Axel Hochschild, gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. „Nach den Vorfällen zu Silvester in Köln muss doch auch dem Letzten klar sein, dass das sensible Thema der Flüchtlinge nur mit uneingeschränkter Transparenz angegangen werden kann!“ Nikolaus Kramer von der AfD sieht es genauso. Nur im nichtöffentlichen Teil der Bürgerschaftssitzung habe der OB die Pläne bekannt gegeben und allen Mitgliedern dann einen „Maulkorb“ verpasst, kritisiert er. Lokalpolitiker und andere Greifswalder würden so vor vollendete Tatsachen gestellt. Sybille Marx

 



OZ

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