Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Greifswald soll Stralsund unterstützen

Greifswald Greifswald soll Stralsund unterstützen

Zustimmung für Bewerbung der Nachbarstadt als Kulturhauptstadt Europas als Region

Voriger Artikel
Kreis tüftelt an Integrationskonzept
Nächster Artikel
Ulrich Rose kämpft um Parteimitgliedschaft

Stralsund will Kulturhauptstadt Europas werden und hierfür die Region einbinden. Greifswald ist an Unterstützung interessiert.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Greifswald. Stralsund möchte europäische Kulturhauptstadt 2025 werden. Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hat Greifswalds Stadtoberhaupt Stefan Fassbinder (Grüne) bei dieser Bewerbung um Unterstützung gebeten, informiert Sprecherin Andrea Reimann. Die formale Bewerbung muss spätestens 2019 eingereicht werden. Konkurrenten sind bisher Dresden, Madeburg und die Monopolregion Nürnberg.

Der OB halte die Stralsunder Offerte für eine „spannende Idee“. Kulturamtsleiterin Annett Hauswald habe darum bereits am Auftaktworkshop im März in der Sundstadt teilgenommen. Allerdings sei schon die Bewerbung mit hohen Kosten verbunden, erinnert Reimann. Die Beteiligung Greifswalds könnte sich Fassbinder dann vorstellen, wenn dadurch die gesamte Region Vorpommern in den Vordergrund gerückt werde. Der Arbeitstitel der Sundstädter zielt in die Richtung: „Stralsund in Pommern“.

„Allein die Bewerbung macht Greifswald beziehungsweise Stralsund national und internationaler bekannter und das kann auch aus touristischer Sicht nur nützlich sein“, schätzt SPD-Fraktionschef Andreas Kerath ein.

Eine Unterstützung Stralsunds sei schon wegen des gemeinsamen Theaters geboten, finden Axel Hochschild (CDU) und Thomas Meyer (Bürgerliste). Der Musentempel sei geradezu prädestiniert, hier eine wichtige Rolle zu spielen. „Wir sollten Stralsund geistig und logistisch unterstützen“, sagt der Christdemokrat. „Unsere Städte sind das Oberzentrum Vorpommerns.“

Alexander Krüger, Fraktionsvorsitzender der Grünen, unterstützt die Position des Oberbürgermeisters. Die Region müsse eingebunden werden, sodass die ganze Region profitieren würde.

Er hoffe, dass die Unterstützung Stralsunds nicht durch unnötiges Konkurrenzdenken verhindert werde, meint Frank Hardtke (Kompetenz für Vorpommern). So sei im letzten Jahr von Einzelnen gefordert worden, zum Ende der Schwedenzeit 1815 „in Konkurrenz zu Stralsund eigene Veranstaltungen in Greifswald zu machen“, nennt er als Beispiel.

Nikolaus Kramer (Alternative für Deutschland) sieht indessen eine Gefahr, dass Stralsund Greifswald „immer mehr den Rang abläuft. Das wäre schade, unnötig und verhinderbar.“ Ideell solle man die Nachbarstadt unterstützen. Eigenes Geld für die Bewerbung in die Hand zu nehmen, lehnt Kramer ab. Das sollte je nach Haushaltsmöglichkeiten Greifswalder Projekten zugute kommen. Für den Kulturpolitiker der Linken, Peter Multhauf, ist die Unterstützung Stralsunds keine Frage. Das Geldargument kann er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht nachvollziehen. Stettin (Szczecin) habe man bei seiner letztlich vergeblichen Bewerbung um die europäische Kulturhauptstadt 2016 auch unterstützt, ohne dass das Greifswald etwas gekostet habe.

Die alte pommersche Hauptstadt Stettin schied allerdings 2010 schon in einer ersten Runde mit fünf weiteren Bewerbern aus. Breslau (Wroclaw) setzte sich gegen die vier verbliebenen Konkurrenten durch und ist in diesem Jahr Europas Kulturhauptstadt. Greifswald und andere Orte in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg hatten Stettin unterstützt und eigene Vorstellungen entwickelt, um als eine Mit-Kulturhauptstadt für unsere Region zu werben.

Kulturhauptstädte

2016sind Breslau (Wroclaw) und San Sebastian Kulturhauptstädte Europas. Seit 2004 erhalten mindestens zwei Städte ein Jahr den Titel von der EU.

Westberlin, Weimar und das Ruhrgebiet hatten schon die Ehre.

1980wurde in Zwolle (Niederlande) eine neue Hanse gegründet. Sie gilt als weltweit größter freiwilliger Zusammenschluss von Städten. Auch kleine Orte wie das deutsche Salzwedel (2008) und des estnische Fellin (Villandji, 2015) waren schon Ausrichter der Hansetage der Neuzeit. Lübeck, das historische „Haupt der Hanse“, veranstaltete sie schon zweimal.

Neue Chance für Hansetage in Greifswald?

Mit dem Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters Stefan Fassbinder (Grüne) sehen Befürworter einer Ausrichtung der Hansetage der Neuzeit in Greifswald neue Chancen. 2013 lehnte die Stadt eine Initiative des Tourismusvereins aus Kostengründen ab (die OZ berichtete).

Alljährlich finden diese Kulturtage seit 1980 in unterschiedlichen Städten statt. Greifswald entsendet regelmäßig eine Delegation. Rostock, Wismar und Stralsund haben sich Termine gesichert.

Greifswald könnte frühestes 2035 Gastgeber sein. „Ich wünsche mir seit Jahren, dass Greifswald die Hansetage ausrichtet“, sagt Peter Multhauf (Linke). „Ich schlage vor, unseren OB im Ruhestand, Arthur König, zu bitten, die Führung einer Bewerbermannschaft zu übernehmen.“ Multhauf würde sich in das schnell zu bildende Team gern einbringen.

Stefan Fassbinder will zunächst die Hansetage 2016 in Bergen in Norwegen besuchen. Diese Stadt ist schon zum zweiten Mal Gastgeber. „Danach wird er entscheiden, ob er eine Bewerbung empfiehlt“, so seine Sprecherin. Die meisten Stadtpolitiker halten Hansetage in Greifswald grundsätzlich für gut. Sie würden das Image Greifswalds sehr fördern, ist Thomas Meyer (Bürgerliste) überzeugt. Er hat selbst Hansetage in Stade, im norwegischenBergen und Riga erlebt. Wenn das bezahlbar sei, müsse Greifswald sich bewerben.

Die Sorge ums Geld ist bei anderen noch ausgeprägter. „Wir brauchen erst eine belastbare Schätzung von Kosten und Nutzen“, meint Frank Hardtke (Kompetenz für Vorpommern. Lübeck habe 2014 den Hansetag mit 1,1 Millionen Euro subventionieren müssen, sagt Axel Hochschild (CDU). Man solle erst gründlich überlegen und diskutieren, meint auch Alexander Krüger (Grüne). Zeit genug dafür sei vorhanden.

eob

Von Eckhard Oberdörfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.