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Greifswald Große Erleichterung nach der Bürgermeisterwahl in Pasewalk
Vorpommern Greifswald Große Erleichterung nach der Bürgermeisterwahl in Pasewalk
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00:00 25.03.2014

„Fassungslos“ sei sie gewesen. Dann „freudig überrascht“: Der Moment, als im Pasewalker Rathaus am Sonntagabend das Ergebnis der Bürgermeisterwahl verkündet wurde, wird der parteilosen Kandidatin Sandra Nachtweih noch lange in Erinnerung bleiben. Mit 60,55 Prozent holte die 38-Jährige die absolute Mehrheit.

Der Tag danach war für die Stadtoberste in spe von Glückwünschen, Telefonaten und Blumensträußen geprägt. „Ich bin am Vormittag nicht mal bis an meinen Schreibtisch gekommen.“ Immer wieder hätten ihr Kunden und Kollegen alles Gute gewünscht, sagte die Mitarbeiterin der Sparkasse Uecker-Randow. Den Job bei der Bank wird sie aufgeben müssen. Die Arbeit als Bürgermeisterin ist hauptamtlich, die Amtszeit beträgt acht Jahre. Antritt ist im Mai. „Bis dahin will ich mich bei den Vereinen und Unternehmen bekannter machen“, sagte Nachtweih. Nach der Kommunalwahl am 25. Mai solle es dann richtig mit der Arbeit im Rathaus losgehen.

Ihr Traumergebnis rutschte am Wahlabend etwas in den Hintergrund. Wichtiger war für viele Politiker und Medien, dass auf den Bewerber der rechtsextremen Partei, Kristian Belz, lediglich 7,76 Prozent beziehungsweise 408 Stimmen entfielen. „Die Aufforderungen an die Pasewalker, zur Wahl zu gehen und ihr Kreuz bei einem der demokratischen Kandidaten zu machen, sind angekommen“, sagte Nachtweih.

„Obwohl mehr als 400 Stimmen immer noch viel sind, hat Pasewalk gezeigt: Die Stadt ist bunt und nicht braun.“

Die Bürgermeisterwahl in der Kleinstadt im Süden des Landkreises Vorpommern-Greifswald hatte bundesweit für mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Grund: Der NDP-Kandidat wurde zwar vom städtischen Wahlausschuss abgelehnt, von dem des Kreises aber zugelassen. Deshalb kamen die Spitzen der Kreisverwaltung — Landrätin Barbara Syrbe (Linke) und ihre Beigeordneten Jörg Hasselmann (CDU) und Dirk Scheer (parteilos) — extra am Wahlabend nach Pasewalk. Kreissprecher Achim Froitzheim wertete dies als symbolischen Ausdruck großer Besorgtheit.

Als klar war, dass der braune Bewerber mit seiner Ideologie nicht punkten konnte, machte sich erstmal Erleichterung auf allen Ebenen breit. Die Landrätin bezeichnete das Ergebnis als Beweis einer funktionierenden Demokratie. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) gratulierte der Gewinnerin. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) begrüßte das Ergebnis: „Die Pasewalker haben bewiesen, dass sie keinen braunen Bürgermeister in ihrem Rathaus wollen.“ Der Landesvorsitzende der Grünen, Andreas Katz, äußerte sich aber auch besorgt, dass noch 7,8 Prozent der Wähler, dem NPD-Kandidaten ihre Stimme gegeben hätten. Auch wenn Schlimmeres befürchtet wurde, könne dies kein Anlass zum Jubeln sein.

Nachtweihs Amtsvorgänger, Rainer Dambach, hatte ein Anti-Rechts- Bündnis gegründet und war im Herbst 2013 überraschend gestorben.



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