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„Ich hätte kein Geld mehr in den Hafen gesteckt“

„Ich hätte kein Geld mehr in den Hafen gesteckt“

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) will das Greifswalder Direktmandat für den Landtag ergattern

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Hier auf dem Domvorplatz hat Christian Pegel viele Stunden seines Studentenlebens verbracht. Es ist der Ort, der ihn in Greifswald am meisten geprägt hat.

Quelle: Peter Binder

Greifswald Ein richtiger Greifswalder ist Christian Pegel (SPD) nicht mehr. Der Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung zog vor drei Jahren mit seiner Familie nach Schwerin, hat seitdem noch eine kleine Wohnung in der Hansestadt. Trotzdem fühlt sich Pegel Greifswald weiter verbunden und tritt deswegen hier auch als Direktkandidat für die Landtagswahl an. Als Pegel 2012 Chef der Staatskanzlei wurde, pendelte er ein Jahr zwischen der Landeshauptstadt und Greifswald. „Die Beziehung zu meinen Kindern hat darunter gelitten“, blickt er zurück. Deswegen hat sich die Familie für Schwerin entschieden.

In seiner Zeit als Mitglied der Bürgerschaft hat er die Streitigkeiten um den Hafen Ladebow begleitet. Nach wie vor bleiben die Umschlagzahlen weit hinter dem Erhofften zurück. Die jüngste Entscheidung des Stadtparlamentes, erneut 600000 Euro zu investieren, findet er falsch. „Ich hätte kein Geld mehr in den Hafen gesteckt“, sagt Pegel unumwunden, der in seinem Ministerium für die Strategien zur Entwicklung der großen Häfen in MV zuständig ist. „Die Experten sind nicht besonders hoffnungsfroh, was Ladebow angeht.“

OZ-Leser Aui Au fragt, warum die Energiewende überwiegend mit Windkraftanlagen geschafft werden soll. „Wind ist mit Solar die günstigste erneuerbare Energieform. Bei uns im Norden ist Windkraft besonders sinnvoll“, sagt Pegel. Bundesweit gesehen, sei die Entwicklung auf breite Schultern verteilt.

Tobias Linke möchte wissen, wie Christian Pegel den öffentlichen Personennahverkehr stärken möchte. „Der ÖPNV im Land ist gut aufgestellt.“ In Greifswald lobt Pegel das „hocherfolgreiche Modell“ der Stadtwerke mit den drei Buslinien. „Die Nutzer nehmen das Modell mit weniger Haltepunkten und dafür höheren Taktzeiten sehr gut an.“ Was den Zugverkehr angeht, ist Pegel vor allem stolz darauf, dass „deutlich weniger Bundesgeld verloren gegangen ist, als dem Land zunächst drohte“. Mit den aktuellen Taktzeiten könne er leben.

Florian Leiffheidt interessiert sich dafür, wie Pegel zur Theaterfusion steht. „Da selbst der Intendant des Theaters Vorpommern sagt, er habe keine richtig gute Alternative zu den Landesplänen, beruhigt mich das.“ Pegel findet richtig, dass am Theater künftig wieder nach Tarif gezahlt wird. „Die Schauspieler haben sehr lange auf Lohn verzichtet. Sie arbeiten mittlerweile nah an der Mindestlohngrenze“, sagt Pegel. Das sei nicht akzeptabel. Er stehe voll hinter dem Regierungskurs, auch künftig keine Nettoneuverschuldung auf sich zu nehmen. Das Land müsse immer die Gesamtverteilung der Haushaltsmittel im Blick haben. Was der Minister tun will, um Vorpommern gegenüber Mecklenburg zu stärken, fragt Heino Förste „Mecklenburg ist nicht unser Gegner.“

Vielmehr stehe das Land als Ganzes im Wettbewerb mit den westdeutschen Bundesländern. Katharina Degrassi

Biographisches

Christian Pegel (42) ist verheiratet und hat zwei Töchter (4 und 6). Er wurde in Hamburg geboren. Nach dem Zivildienst begann Pegel 1995 sein Jurastudium in Greifswald. 1997 wurde er Fraktionsgeschäftsführer der SPD. 2001 ging er für zwei Jahre nach Schwerin, wurde Pressesprecher von Justizminister Erwin Sellering. Von 2009 bis 2012 saß er in der Bürgerschaft, war Bildungsausschussvorsitzender. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald übernahm er den Vorsitz des Sozialausschusses (2011-2012). Im Juni 2012 wurde er Chef der Staatskanzlei, im Januar 2014 Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung.

OZ

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