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Kitabetrieb plant nur noch einen statt fünf Neubauten

Greifswald Kitabetrieb plant nur noch einen statt fünf Neubauten

Spatenstich für „Samuil Marschak“ frühestens Mitte nächsten Jahres / Wegen des großen Betreuungsbedarfs verabschiedet sich der Betrieb von der Idee kleiner Einrichtungen

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Die Kita „Regenbogen“ in Schönwalde I wird nach jetzigem Stand frühestens ab 2019 saniert.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Große Plankorrektur beim städtischen Eigenbetrieb „Hanse-Kinder“: Statt der fünf noch im Oktober vergangenen Jahres geplanten Kita-Neubauten als Ersatz für die maroden Häuser verfolgt Betriebsleiter Achim Lerm derzeit nur noch das Projekt „Samuil Marschak“. Derzeitige Kostenschätzung: 3,1 Millionen Euro, frühester Baubeginn: drittes Quartal 2017. Für die Einrichtungen „Friedrich Wolf“, „Regenbogen“ und „Lilo Herrmann“ komme nach derzeitigem Stand eine Sanierung mit gleichem Kostenvolumen in Frage. „Wir haben für diese Häuser eine Konzeptstudie beauftragt. Sie wurden begutachtet. Das jetzt vorliegende Sanierungskonzept zeigt tolle Möglichkeiten auf und hat uns letztlich überzeugt“, sagt Lerm.

Ursprünglich sollten in den Jahren 2016 bis 2018 fünf der elf kommunalen Kindertagesstätten für jeweils 1,5 Millionen Euro neu gebaut und zwei weitere 2019 saniert werden. Doch daraus wird aus verschiedenen Gründen nichts. Bereits im April dieses Jahres stand fest: Die erforderlichen Investitionen fallen deutlich höher aus als gedacht. Das ursprüngliche Projekt, nach dem Vorbild einer Dresdner Vorzeigekita entworfen, hatte sich als untauglich erwiesen. Der erste Entwurf für einen Neubau der Kita „Samuil Marschak“ mit 111 Betreuungsplätzen brachte Kosten von 2,8 Millionen Euro ans Licht. Die Tagesstätte sollte aufgrund des neuen pädagogischen Konzeptes, das der Eigenbetrieb verfolgt, deutlich weniger als die derzeit 156 Kinder beherbergen.

Das jedoch stieß bei den Kommunalpolitikern auf Kritik: Angesichts des hohen Bedarfs an Betreuungsplätzen in Greifswald forderten sie den Erhalt großer Einrichtungen (die OZ berichtete). Derzeit zählen die städtischen Kitas bis zu 175 Kinder – aus pädagogischer Sicht unzeitgemäß. „Trotzdem haben wir die Kritik aufgegriffen und planen jetzt mit deutlich mehr Kindern pro Einrichtung“, sagt Achim Lerm. Im Falle der „Marschak“ sollen es nun etwa 160 Betreuungsplätze sein. „Damit sinken auch die Baukosten pro Platz, die nun vergleichbar sind mit denen freier Träger“, erklärt er. Zudem habe sich der Betrieb vom ersten Planer getrennt, da man an einem Punkt einfach nicht weitergekommen sei. Mit dem jetzigen Architekturbüro, das bereits die von der Politik vielgepriesenen Kitas freier Träger in Greifswald plante, „hoffen wir, auf dem richtigen Weg zu sein“, so Lerm.

Dennoch erntet er von Mitgliedern des Finanzausschusses der Bürgerschaft Tadel. „Mehr Plätze in der Kita ,Marschak’ begrüße ich außerordentlich. Aber die Planung zum Neubau ist schlichtweg eine Katastrophe. Wir verlieren effektiv ein Jahr“, moniert SPD-Fraktionschef Andreas Kerath. Auch das aktuelle Jahresdefizit von 594000 Euro sehen die Abgeordneten kritisch. Immerhin habe die Bürgerschaft zum 1. Januar 2015 den Eigenbetrieb mit dem Ziel gegründet, „das Defizit zu senken“, so Rainer Steffens (CDU).

Der jährliche Zuschuss, den die Stadt zahlen muss, sollte langfristig gegen Null gefahren werden. Um das zu erreichen, „hat der Eigenbetrieb bereits bedeutende Anstrengungen unternommen“, gibt Katrin Teetz vom Beteiligungsmanagement der Hansestadt Achim Lerm Rückendeckung. Ohne die freiwilligen Leistungen, zu denen beispielsweise eine verlängerte Hortbetreuung zähle, „würde das Defizit nur bei 125000 Euro liegen“, erklärt sie. Zudem habe die Politik den Betrieb in diesem Jahr aufgefordert, Werterhaltungsmaßnahmen in Höhe von 350 000 Euro zu tätigen. Auch dieser Posten habe zum Minus beigetragen. Der Wirtschaftsplan für 2017 sieht ein Jahresdefizit von 326 000 Euro vor. Lerm dazu: „2014 verzeichneten die städtischen Kitas noch ein Minus von 1,5 Millionen Euro.“

Petra Hase

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