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Kreis tüftelt an Integrationskonzept

Greifswald Kreis tüftelt an Integrationskonzept

In Vorpommern-Greifswald erarbeiten 14 Arbeitsgruppen den notwendigen Fahrplan dafür

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Greifswald. „Riesengroß, aber nicht koordiniert mit der Verwaltung“, so beschreibt Dirk Scheer (parteilos), Sozialdezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald, das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe. Viele Helfer wüssten nach seinen Worten oft nichts vom Angebot und den Möglichkeiten anderer. Der Kreis will deshalb ein Integrationskonzept erarbeiten, das dann der Verwaltung, den Trägern von Einrichtungen und Angeboten sowie Ehrenamtlern ein Wegweiser und ein Fahrplan für die Integration von Flüchtlingen ist.

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In Vorpommern-Greifswald erarbeiten 14 Arbeitsgruppen den notwendigen Fahrplan dafür

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Die Idee eines Integrationskonzeptes ist nicht neu, „Städte wie Rostock oder Neubrandenburg haben es längst, sodass wir uns dort Anregungen holen konnten. Doch Vorpommern-Greifswald ist der erste Landkreis in MV, der ein solches Konzept entwickelt. Das ist deutlich schwieriger“, erläutert der Sozialdezernent. „Uns kommt es dabei nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf den Inhalt. Wir brauchen kein Papier für die Schublade“, sagt Scheer.

Dr. Eric Wallis vom Regionalzentrum für demokratische Kultur in Anklam begleitet den Landkreis in diesem Prozess. Mit seiner Hilfe gab es nicht nur eine große Auftaktveranstaltung im Januar, sondern haben sich inzwischen 14 verschiedene Arbeitsgruppen gebildet. Wohnen & Unterbringung sind ebenso dabei wie Bildung & Schule, Sprache, Gesundheit, Frauen, Sport & Freizeit, Kultur, Sicherheit, Kinderbetreuung und Arbeit. „In jeder der 14 Arbeitsgruppen sind Vertreter der Verwaltung dabei. Das ist gut, denn dort ist die Netzwerkstelle, die alles zusammenhalten muss“, macht er deutlich. In der vergangenen Woche habe es ein Koordinierungstreffen der Arbeitsgruppen in Anklam gegeben. 130 Teilnehmer seien dabeigewesen, das habe ihn erstaunt. „So viele habe ich nicht erwartet und der Kreis auch nicht“, sagt er.

Der Vorsitzende des Greifswalder Integ-Vereins, Gamal Khalil, ist beeindruckt: „Wir haben viele Tipps bekommen. Die Arbeitsgruppen hatten sich bereits gefunden. Wir haben dann besprochen, worauf wir jeweils den Schwerpunkt legen. Da kam so viel Potenzial zusammen“, betont Khalil und erzählt von der AG Sprache, in der er mitarbeitet. „Wir sind dort acht Mitglieder — alles Leute mit Sachverstand.“

Neben Bianca Mächler vom Fremdsprachen- und Medienzentrum der Uni gehöre ein Integrationslotse aus Pasewalk dazu, ebenso ein Doktorand von Usedom, die Volkssolidarität, Integ und andere. Sie alle eine das Wissen, dass ohne Sprache Integration nicht funktioniere. Das Erarbeiten des Integrationskonzeptes sei ein Vertrauensbildungsprozess. „Da sprechen kompetente Menschen miteinander, die sich vorher nicht kannten — aber einer hilft sofort dem anderen“, sagt er und nennt als Beispiel einen syrischen Arzt mit anerkanntem Aufenthaltstitel. In Pasewalk gebe es keinen Sprachkurs für ihn. Der Mann ziehe nun nach Loitz und besuche in Greifswald den für ihn wichtigen Kurs. „Ohne die AG wäre das nichts geworden“, sagt Khalil.

Ähnlich lief es laut Scheer in der AG Wohnen. „Die haben sich zwei Syrer eingeladen und berichten lassen, wo die Probleme sind.“ Für Eric Wallis macht genau das den Mehrwert aus. „Hier wird ein Fahrplan zur Integration erarbeitet, der für die Zukunft greift. Probleme werfen die am Prozess Beteiligten nicht aus der Bahn, sie sind darauf vorbereitet. Die Idee, dieses Konzept mittels Arbeitsgruppen zu erstellen, die sich freiwillig gefunden haben, lässt sich auf andere Bereiche übertragen. Auf diese Weise könnte die Verwaltung mit Ehrenamtlern zum Beispiel ländliche Räume organisieren“, ist er überzeugt.

Von Cornelia Meerkatz

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