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Kreiskrankenhaus: Gewerkschaft kritisiert Politik der Koalition

Wolgast/Lübeck Kreiskrankenhaus: Gewerkschaft kritisiert Politik der Koalition

Nach den gestern bekannt gewordenen Rücktritten zahlreicher THW-Mitglieder in Wolgast hat jetzt auch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Schweriner ...

Wolgast/Lübeck. Nach den gestern bekannt gewordenen Rücktritten zahlreicher THW-Mitglieder in Wolgast hat jetzt auch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Schweriner Landesregierung und die Regierungsfraktionen von SPD und CDU heftig kritisiert. Deren Weigerung, die aus Kostengründen geschlossenen Stationen Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Kindermedizin in Wolgast wiederzueröffnen, steht besonders im Fokus der gewerkschaftlichen Kritik. Die Entscheidung, die genannten Stationen künftig vom privaten Betreiber AMEOS in Anklam führen zu lassen, sei falsch. Außerdem gehe den Verantwortlichen der Mut ab, dies zu korrigieren. Nur die betriebswirtschaftliche Sichtweise sei gewählt worden, währrend diese Verlagerung der Stationen einer Privatisierung der Bereiche gleichkomme. Das Vorgehen zeige, dass die SPD nichts dazugelernt habe, wenn sie Kinder- und Geburtskliniken in private Hände gebe. AMEOS wende keinen Tarifvertrag an, zahle schlechte Löhne und missachte Mitbestimmungsstrukturen sowie Arbeitszeitgesetzgebungen.

Es sei keine Vertretung von Arbeitnehmerinteressen, wenn Beschäftigte und Krankenhausstrukturen in einem tarifgebundenen und mitbestimmten Krankenhaus wie Wolgast abgebaut werden, um sie bei AMEOS zu billigeren Bedingungen wieder anzusiedeln. „Wer derart unsensibel mit einem massenhaften Protest aus der Bevölkerung in der Region Wolgast umgeht, der verspielt die Werte unserer Demokratie“, heißt es in einer Presseinformation.

Wenn die Landesregierung die Menschen vergesse, würden diese wiederum die Politik vergessen. Das sei ein gefährliches Spiel, denn Politik müsse für die Menschen handeln, nicht für Bilanzen und die Wirtschaft.

OZ

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