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Land hat Greifswald nicht auf der Karte

Greifswald Land hat Greifswald nicht auf der Karte

Auf ihrem Internetportal bildete die Landesregierung alle Zentren ab – Greifswald und Stralsund fehlten

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Greifswald und Stralsund fehlen. Bis gestern Mittag stand diese Karte auf der Internetseite der Landesregierung.

Quelle: Screenshot

Greifswald. Die Landesregierung hat Greifswald und Stralsund offenbar nicht im Blick. Dies ließ sich zumindest aus einer Landkarte schließen, die bis gestern im von der Staatskanzlei verantworteten Regierungsportal im Internet zu finden war. Auf der Karte dokumentierte das Land die zentralen Orte mit besonderer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. Außer den Oberzentren Schwerin, Rostock und Neubrandenburg waren die 17 Mittelzentren eingezeichnet. Greifswald und Stralsund als gemeinsames und einziges Oberzentrum in Vorpommern fehlten.

 

OZ-Bild

Greifswald hat die Leuchtturm- funktion eingebüßt.“Helmut Klüter, Professor für Wirtschaftsgeografie

Quelle:

Durch eine Anfrage aufmerksam geworden, nahm die Staatskanzlei die Karte gestern aus dem Netz. Regierungssprecher Andreas Timm bedauerte das Versehen. „Da steckt keinerlei böse Absicht hinter“, sagte er. Vermutlich sei die Karte bereits 2014 hochgeladen worden.

Die fehlerhafte Internetseite befeuert die Diskussion um den strukturschwachen Osten. „Dass die Region Vorpommern in der Staatskanzlei nur wenig Beachtung findet, ist eine Beobachtung, die ich mit vielen Menschen teile“, kritisiert der Greifswalder CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow. Dirk Löschner, Intendant des Theaters Vorpommern, hat seinerseits den Eindruck gewonnen, dass die östliche Region in kultureller Hinsicht von so manchem Schweriner Regierungsbeamten unterschätzt wird. Die Vorpommern selbst hätten dem Land gegenüber deutlich gemacht, dass sie für gutes Theater stünden und dieses gewahrt sehen möchten. Aus Sicht von Rolf Kammann, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern, ist das Oberzentrum Greifswald-Stralsund schon in den Köpfen der Landesregenten. „Wir sind auch selbstbewusst genug, das einzufordern“, stellt er klar. Allerdings sollte Schwerin wahrnehmen, dass es in M-V unterschiedlich entwickelte Teilräume gibt, die auch unterschiedlich behandelt werden müssten. „Wir brauchen ein differenzierteres Vorgehen im Land.“

Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) geht davon aus, dass die im Internetportal der Landesregierung ohne die Städte Stralsund und Greifswald veröffentlichte Übersichtskarte ein redaktioneller Fehler gewesen sei. „Womöglich spiegelt es aber auch indirekt die Wahrnehmung Vorpommerns in Schwerin wieder. Vorpommern scheint manchmal doch weit weg zu sein“, ergänzt er.

Nach Einschätzung des Greifswalder Professors für Wirtschaftsgeografie, Helmut Klüter, haben die früheren kreisfreien Städte Greifswald und Stralsund nach der Kreisgebietsreform ihre überregional wahrgenommene Leuchtturm-Funktion eingebüßt. Positive Effekte wie das Bevölkerungswachstum oder die Pendler-Zahlen für Greifswald und Stralsund tauchten in den entsprechenden Statistiken nicht mehr auf. Exemplarisch belegt Klüter die Entwicklung am hoch verschuldeten Kreis Vorpommern-Greifswald. „Mit 140 Gemeinden ist der praktisch unregierbar.“ Außer Greifswald könnten nur sieben weitere Gemeinden die Aufgaben der Kommunalverfassung annähernd selbstständig erfüllen. Die Landesregierung setze auf Rückentwicklung des Ostens, obwohl seit 2014 die Einwohnerzahlen wachsen.

Drei Monate vor der Landtagswahl ist ein Wettbewerb um die Unterstützung des Ostteils entbrannt. Die Linke wirft der SPD/CDU-Regierung vor, den Osten vernachlässigt zu haben. Sie will ein Regionalbudget in Höhe von 50 Millionen Euro für benachteiligte Regionen auflegen. Die CDU plant nach der Wahl einen zusätzlichen Staatssekretär in der Staatskanzlei, der sich speziell um den östlichen Landesteil kümmern soll.

Martina Rathke

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