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Greifswald Landkreis will eigenen Betrieb für Rettungsdienst bilden
Vorpommern Greifswald Landkreis will eigenen Betrieb für Rettungsdienst bilden
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03:57 31.08.2013
Könnten bald in einem Eigenbetrieb arbeiten: Die Rettungsassistenten Manuela Mesing, Olaf Pietrucha und Harald Köhler (v.l.) vor ihrem Rettungswagen in der Zinnowitzer Wache. Quelle: Alexander Müller

Einen modernen, leistungsfähigen und wirtschaftlich arbeitenden Rettungsdienst mit hoher Versorgungsqualität möchte künftig der Landkreis Vorpommern-Greifswald vorhalten. Dazu soll ein Eigenbetrieb gegründet werden, in dem 21 Rettungswachen und elf Notarztstandorte, die es gegenwärtig im Landkreis gibt, aufgehen.

„Wir sind zum Handeln gezwungen, denn die Struktur des Rettungsdienstes entspricht gegenwärtig nicht der Struktur des Kreises“, erläutert der Beigeordnete der Landrätin, Dirk Scheer (parteilos).

Vorpommern-Greifswald sei neben dem Kreis Vorpommern-Rügen der einzige im Land, der noch nicht auf die neue Struktur reagiert und einen Eigenbetrieb gegründet habe, ergänzt er. Ein weiterer großer Vorteil des Eigenbetriebes wäre seiner Meinung nach das Gesamtvolumen des Rettungsdienstes im Kreis mit 18 Millionen Euro jährlich. Diese Summe wird zu 100 Prozent über die Kassen abgerechnet. „In regelmäßigen Verhandlungen werden mit den Kassen die Kostensätze für die Leistungserbringer des Rettungsdienstes, also DRK, ASB, HKS und Ameos, bestimmt. Wenn wir als einheitlicher Betrieb auftreten, haben wir eine ganz andere Schlagkraft“, betont Scheer. Außerdem haben die Kassen signalisiert, die Gründungskosten für den Eigenbetrieb zu übernehmen.

Erste Voraussetzungen für die Neugründung seien nach den Worten des Dezernenten bereits geschaffen worden. Dazu gehören neben dem einheitlich ausgehandelten Entgelt auch die Zusammenlegung der Leitstellen in Greifswald. Die Schaltzentrale des Rettungsdienstes befindet sich im alten Feuerwehrgebäude in der Wolgaster Straße. 28 Beschäftigte arbeiten dort, ab Herbst kommen die Kollegen aus dem Bereich Uecker-Randow dazu. Derzeit zahlt der Kreis für die Leitstelle monatlich knapp 3000 Euro Miete an die Hansestadt. „Wir wollen in unmittelbarer Nähe zur jetzigen Leitstelle weitere Räume anmieten, um dort die leitenden Notärzte und die gesamte Abrechnung unterzubringen“, so der Dezernent.

Volkmar Lang, Chef der Leitstelle, freut sich, dass es die komplexe Zusammenlegung geben soll. Er hatte stets betont, dass die Rettungsleitstelle des ganzen Kreises ein Aushängeschild sei. Ihr komme wegen der ländlichen Strukturen und des demografischen Wandels eine besondere Bedeutung zu. Pro Tag gehen in der Rettungsleitstelle 300 Anrufe ein, Tendenz steigend. Für Kenner der Materie würde mit der Gründung eines Eigenbetriebes zugleich gewährleistet, dass beim Fuhrpark und in den Gebäuden sowie bei der medizinisch-technischen Ausstattung kein Investitionsstau entsteht. „In diesen wichtigen Bereichen würden regelmäßig die erforderlichen Erneuerungen vorgenommen“, stellt Scheer klar. Notfallrettung und qualifizierter Krankentransport müssten sich nicht sorgen. „Wir hätten dann eine dauerhafte Lösung und einen Rettungsdienst mit höchster Versorgungsqualität“, betont er.

Gleichzeitig könnten in der Kreisverwaltung 34 Stellen eingespart werden, die jetzt noch durch die räumliche Trennung des Rettungsdienstes notwendig sind und dann im neuen Betrieb zusammengefasst würden, sagt der Beigeordnete. Dirk Scheer sieht im Eigenbetrieb die Möglichkeit, von Anfang an kostendeckend zu arbeiten. Er will sich aber auch einem weiteren Vorschlag nicht verschließen: Frank Hardtke von der Kompetenz für Vorpommern hat im Wirtschaftsausschuss gefordert, auch die Möglichkeit eines eigenständigen Kommunalunternehmens ins Auge zu fassen. „Auch diese Version lässt sich umsetzen. Die letzte Entscheidung trifft sowieso der Kreistag“, meint der Dezernent. Während der gemeinsamen Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses jedenfalls fand Scheers Vorschlag schon mal eine breite Zustimmung.

Rettungsdienst in Zahlen

21 Rettungswachen und elf Notarztstandorte gibt es gegenwärtig im Landkreis. Sie sollen zusammen mit der gemeinsamen Leitstelle in einem Eigenbetrieb zusammengefasst werden.


18 Millionen Euro beträgt das jährliche Gesamtvolumen des Rettungsdienstes für Vorpommern- Greifswald. Die Summe wird zu 100 Prozent durch die Krankenkassen finanziert. 34 Planstellen könnten mit der geplanten Gründung eines Eigenbetriebes im Kreis eingespart werden.

Cornelia Meerkatz

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