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„Manchmal geht es nur mit schwarzem Humor“

„Manchmal geht es nur mit schwarzem Humor“

Der Greifswalder Ex-OB-Kandidat Björn Wieland tritt im Wahlkreis 1 für die Partei Die P.A.R.T.E.I. an

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Björn Wieland bringt sich in mehreren Gremien an der Greifswalder Uni ein. Die Hochschulpolitik zählt zu seinen Stärken.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. Björn Wieland hat mal wieder Großes vor. Im vergangenen Jahr schickte sich der Vertreter der Satire-Partei Die Partei noch an, Greifswalds Oberbürgermeister zu werden.

Nun will er Erwin Sellering (SPD) aus dem Ministerpräsidentensessel schubsen und selbst darauf Platz nehmen. „Alles!“ antwortet der 26-Jährige selbstbewusst auf die Frage, was er denn meint, besser zu können als der aktuelle Landesvater. Zwar ist Wieland wegen seines vielseitigen Engagements an der Uni stark eingespannt, aber die Zeit fürs Regieren im Schweriner Schloss würde er sich dann schon irgendwie nehmen. Und falls es wider Erwarten doch nichts wird mit der Machtübernahme? „Dann habe ich immer noch mein Studium“, sagt er jetzt eher bescheiden. Später will der angehende Lehrer Gymnasiasten in Geografie und Geschichte unterrichten.

Auch seine Partei, die sich eigentlich P.A.R.T.E.I. schreibt – die Abkürzung steht für Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiativen –, plant mal wieder in bemerkenswerten Dimensionen. Genauer gesagt: Im Programm zur Landtagswahl steht – mit Verlaub – allerhand Quatsch, etwa eine Mauer zwischen Mecklenburg und Vorpommern, eine „Klimakuppel“

über der gesamten Region und ein Graben an den Landesgrenzen, um MV zu einer Insel zu machen. Inseln kämen ja bei den Urlaubern so gut an. Allerdings will die Partei auch bei „Überfüllung“ einen „antitouristischen Schutzwall“ um das Bundesland errichten, denn „das wehrlose MV“ werde von „Schlechtwetter-Flüchtlingen überflutet“. Der Wall „wird vor allem strandlose Flüchtlinge aus dem sicheren Herkunftsland Sachsen daran hindern, über die gefährliche Brandenburg-Route zu reisen“.

Wieland hat in seiner politischen Karriere auch schon mit Vorschlägen für Aufsehen gesorgt, die nur auf den ersten Blick skurril, auf den zweiten aber gar nicht so abwegig anmuteten. Der studentische Erotikkalender etwa war eine Idee der Partei und führte dazu, dass die Uni Ende 2014 bundesweit in den Medien landete. Auch der Vorschlag, die Rubenowstraße zu einer Spielstraße zu machen, kam aus den Reihen der Satiriker. Heute sind neben dem Hauptgebäude der Universität zumindest Berliner Kissen zu finden. Zuletzt forderte die Partei eine Hochschul-Partnerschaft mit einer afrikanischen Uni – und bekam viel positive Resonanz.

Diese unbekümmerte Herangehensweise lasse Wieland nicht so „festgefahren wie andere Parteien“ agieren. Er fühle sich keiner Lobby, keinen Spendengebern verpflichtet, beschreibt sich als „volksnah“

und „interessiert“.

Wieland kann auch ernsthaft und vernunftsbetont. Ihm sei klar, dass Themen wie die Flüchtlingskrise, nicht lustig seien. Die Vorschläge seiner Partei seien aber bewusst provokativ, sollen zum Nachdenken anregen. „Manchmal geht das nur über schwarzen Humor.“ kl

Biografisches

Björn Wieland ist 26 Jahre alt und im Berliner Umland aufgewachsen. Nach Greifswald kam er wegen des Studiums – Geografie und Geschichte auf Lehramt. Hier ist er vielseitig engagiert, sitzt im Senat der Universität, im Studierendenparlament und im Mensa-Ausschuss. Für viel Aufsehen sorgte 2015 seine Kandidatur zur Greifwalder Oberbürgermeisterwahl. Im ersten Wahlgang bekam Wieland 6,1 Prozent der Stimmen. Vor einigen Jahren baute er den Landesverband der Partei Die Partei in MV wieder auf und ist seither Vorsitzender. Auf dem Parteitag kurz vor der Landtagswahl will er das Amt abgeben.

OZ

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