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Mehr Bildung, härtere Strafen

Nikolaus Kramer Mehr Bildung, härtere Strafen

Der Greifswalder Polizist Nikolaus Kramer tritt bei der Landtagswahl für die AfD an - und grenzt sich von vielen Parteikollegen ab

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Nikolaus Kramer ist in Greifswald aufgewachsen. Mit seiner Frau, seinem Sohn und Vater lebt er in der Stadtrandsiedlung.

Quelle: Sybille Marx

Nikolaus Kramer. Islamfeindlich sei sie, antisemitisch, fremdenfeindlich, homophob – gegen die Alternative für Deutschland (AfD) hagelt es Vorwürfe. Eine Tatsache, die den Greifswalder Polizisten Nikolaus Kramer schon manchmal nervt. Seit zwei Jahren sitzt er für eben diese Partei in der Bürgerschaft, nun will er als Direktkandidat für sie in den Landtag einziehen – und muss oft erklären, was er NICHT will.

„Ich teile NICHT alle Ansichten von allen AfD-Mitgliedern“, betont er. Frauke Petrys Sätze zum Schießbefehl gegen Flüchtlinge etwa nennt er „Entgleisungen“. Die Überlegung der AfD in NordrheinWestfalen, Journalisten von Parteitagen auszuschließen, findet er „völlig falsch“. Die Freiheit Homosexueller einzuschränken, wie ein AfD-Mann in Sachsen-Anhalt fordert, käme ihm nie in den Sinn. „Mehrere in meinem Freundeskreis sind homosexuell“, sagt Kramer. Mit der NPD im Landtag würde er auch nicht zusammenarbeiten wollen. „Die Partei hat krude Ansichten und ist verfassungsfeindlich.“ Und natürlich seien Flüchtlinge auch keine Bedrohung für MV, ebensowenig wie der Islam in seiner friedlichen Form.

Mitglied bei der AfD ist Kramer trotzdem. Weil er es richtig findet, dass Tabus ausgesprochen werden, wie er sagt. Weil die AfD die einzige Partei sei, die die Sorgen der Menschen noch ernst nehme, etwa den Wunsch nach mehr Nationalität, mehr deutscher Selbstbestimmung in der EU. „Ich war lange Zeit CDU-Wähler“, sagt der 38-Jährige. „Aber unter Merkel hat ein Paradigmenwechsel begonnen, den ich nicht mitmachen kann.“

Auch im Blick auf die Flüchtlinge habe die Regierung vergessen, was nötig und möglich sei. „Unser Asylgesetz wird ausgehöhlt“, meint Kramer. Flüchtlingen, die vor Krieg geflohen seien, müsse man helfen, Wirtschaftsflüchtlingen aber nur im eigenen Land. Konsequenter als bisher müssten abgelehnte Asylbewerber abgeschoben werden. Und statt sie zu Fachkräften auszubilden, sollte man in die Ausbildung der „eigenen“, deutschen Kinder investieren.

Überhaupt: Kinder. Wenn er in den Landtag von MV gewählt würde und sofort etwas ändern könnte, würde Nikolaus Kramer die Kinderarmut abschaffen, wie er sagt. Außerdem mehr Lehrer einstellen, mehr in Bildung investieren. „Wie kann es sein, dass eine Sozialassistentin ihre Ausbildung selbst bezahlen muss, während man Blümchenfächer wie Genderstudies kostenlos studieren kann?“ Auch die Bestrafung von Kriminalität müsse gestärkt werden. „Unsere Justiz sollte das Strafmaß ausschöpfen“, findet er. Wenn Verfehlungen klarere Konsequenzen hätten, würden Werte wie Höflichkeit, Zuverlässigkeit, Gradlinigkeit vielleicht wieder an Bedeutung gewinnen. Bisher hat Kramer das Gefühl: „Wir erleben einen Werteverfall.“ Gegen den würde er gern etwas tun, auch als Abgeordneter im Schweriner Schloss.

• Antworten auf Leserfragen ab heute Mittag auf www.ostsee-zeitung.de

Biographisches

, 39, ist in Greifswald aufgewachsen und hat vier Jahre lang als Berufssoldat bei der Bundeswehr gearbeitet – mit dem Ziel, dort Karriere zu machen. Er war in Bayern, Schleswig-Holstein und MV stationiert. Als der gewünschte Aufstieg in den Offiziersrang nicht kam, orientierte er sich neu. Heute ist er Polizist in der Polizeidienststelle Anklam, stoppt vor allem Verkehrssünder und begleitet Schwerlasttransporte in der Nacht. Er wohnt in der Stadtrandsiedlung, ist verheiratet mit einer angehenden Lehrerin und hat einen Sohn aus erster Ehe. Seit zwei Jahren sitzt er für die AfD in der Greifswalder Bürgerschaft.

Sybille Marx

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