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Menschenkette für den entlassenen Patron

Greifswald Menschenkette für den entlassenen Patron

Christdemokrat kritisiert Senatsentscheidung als „Geschichtsexorzismus“

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Greifswald. Mit einer Menschenkette von etwa 1200 Metern Länge in der Innenstadt haben sich am Sonnabendnachmittag Greifswalder für den Erhalt des Namens „Ernst Moritz Arndt“ an der Uni demonstriert. Polizei und die Bürgerinitiative „Ernst Moritz Arndt bleibt“ sprachen von 600 bis 700 Mitstreitern, Teilnehmer sogar von etwa 1000.

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Christdemokrat kritisiert Senatsentscheidung als „Geschichtsexorzismus“

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Die vorwiegend älteren Demonstranten forderten den Senat der Universität Greifswald auf, die Entscheidung zur Ablegung des Namens des umstrittenen Patrons Arndt (1769-1860) vom 18. Januar zu überdenken. Darunter waren sehr viele Absolventen und Mitarbeiter der Hochschule. Mit der Menschenkette wurden Universität und Rathaus „umarmt“. Ein Ausdruck der Verbundenheit der Stadt mit ihrer 560 Jahre alten Hochschule, wie die Sprecherin der Bürgerinitiative „Ernst Moritz Arndt bleibt“, Grit Wuschek, sagte. „Man kann nicht immer nur von Demokratie reden, man muss sich auch einbringen“, begründete der frühere Chef von Greifenfleisch, Walter Kienast, seine Teilnahme.

Der Senat der Universität hatte am 18. Januar mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit die Ablegung des Namens beschlossen. Die Genehmigung durch das Bildungsministerium steht noch aus. In Schwerin liegen nach Angaben eines Sprechers 13 Beschwerden dazu vor. Die CDU hat angekündigt, notfalls die Gerichte anzurufen.

Ihre Vertreter dominierten an diesem bitterkalten Tag die Rednerliste auf dem Markt. Dabei hatte die Bürgerinitiative laut Mitglied Julius Ungermann alle in der Bürgerschaft vertretenen Parteien und Gruppen von der AfD bis zur Alternativen Liste eingeladen. Aus der Bürgerschaft machte sich auch Peter Multhauf (Linke) auf dem Podium für Arndt stark.

CDU-Bürgerschaftsmitglied Sascha Ott warf den Arndtgegnern vor, Gräben zur Bevölkerung aufgerissen zu haben. „Ernst Moritz Arndt ist Vorpommern“, sagte er. „Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität ist Greifswald.“ Die Namenstilger hätten ein oberlehrerhaftes Weltbild vor. Der CDU-Bundestagskandidat Philipp Amthor hieb in die gleiche Kerbe. Er warf dem Senat „Geschichtsexorzismus“ vor. Man dürfe nicht den Gott der politischen Korrektheit anbeten, forderte er.

Der BWL-Professor Roland Rollberg sagte, dass sich eine weltoffene Universität durch Toleranz, Vielfalt und Selbstkritik auszeichne. „In einer weltoffenen Universität werden Streitfragen nach eingehender Erörterung mit Hilfe von Urabstimmungen geklärt, wie im Wintersemester 2009/2010“, führte er aus. Damals votierte die Mehrheit der Studenten und Senator für Arndt. Er wünsche sich, „dass der akademische Senat der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald die Größe hat, den am 18. Januar 2017 begangenen Fehler zu korrigieren“.

Eckhard Oberdörfer

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