Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 2 ° Sprühregen

Navigation:
Mit dem Auto des OB zur abendlichen Party?

Greifswald Mit dem Auto des OB zur abendlichen Party?

Verwaltung und Politik wollen einheitlichen Fuhrpark für Stadt und ihre Gesellschaften / Nach Dienstschluss sollen Autos auch Carsharing-Nutzern zur Verfügung stehen

Greifswald. Allein die Vorstellung ist nicht übel: Schwingt sich Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) nach getaner Arbeit auf sein Rad, steigt ein unmotorisierter Mann (oder eine Frau) in dessen noblen Dienstwagen und prescht damit zur Geburtstagsparty übers Land. Abwegig? Keinesfalls!

 

OZ-Bild

Dienstfahrzeuge als Carsharing-Autos für alle? Münster macht es vor.

Quelle: Peter Binder

Die Bürgerschaftsmitglieder Milos Rodatos, Jörg Neubert (Fraktion Kompetenz für Vorpommern/Piraten) sowie die Linken im Stadtparlament wollen in Greifswald die „geteilte Mobilität“ deutlich ausbauen.

Dazu streben sie an, auch den städtischen Fuhrpark künftig in dieses als Carsharing bezeichnete Angebot einzubeziehen. Zugegeben: Der Audi des OB wird wohl kaum auf der Liste der zu nutzenden Fahrzeuge stehen. Schwer vorstellbar, dass sein Chauffeur morgens erstmal Bonbonpapier aus den Ritzen klaubt oder noch kalte Zigarettenasche entsorgt... Indes dürften Dienstfahrzeuge anderer Ämter – insgesamt sind es zurzeit 73 – durchaus für das Carsharing-Modell in Frage kommen.

Münster macht es vor. Die Greifswalder Ideengeber haben recherchiert, dass die Stadt aufgrund ihres Konzeptes mehrere sonst vorgehaltene Dienstfahrzeuge abschaffen und dadurch jährlich 370 000 Euro einsparen konnte. „Viele Dienstfahrzeuge sind bei uns nicht ausgelastet“, argumentiert Neubert. Die Studie für eine Bachelorarbeit habe 2002 gar ergeben, dass manche Autos nur 5000 Kilometer pro Jahr unterwegs seien. Der Durchschnitt betrage 9000 Kilometer. Zu wenig für eine wirtschaftliche Betreibung, so Neubert. „Zudem ist Carsharing in Greifswald kein Selbstläufer“, sagt er und fordert, das Konzept zu überarbeiten und ein Marketing aufzubauen.

Mehr noch: Die genannten Einbringer der Idee zuzüglich der SPD-Fraktion schlagen außerdem vor, in Greifswald ein einheitliches Fuhrparkmanagement zu schaffen. Im Klartext: Die Hansestadt betreibt mit ihren Tochtergesellschaften und Eigenbetrieben einen gemeinsamen Fuhrpark. „Das bildet die Grundlage für eine flexiblere Nutzung der Autos“, begründet Neubert die Beschlussvorlage.

Oberbürgermeister Fassbinder begrüßt die Vorschläge der Bürgerschaftsmitglieder. „Aber wir sind schon einen Schritt weiter“, erklärte er auf der Montagsitzung. Gemeinsam mit den Stadtwerken sowie der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft erarbeite die Stadt ein Konzept, das ein gemeinsames Fuhrparkmanagement zum Inhalt habe. „Ziel ist es, die Betriebsfahrzeuge umweltschonend und kosteneffizient zu nutzen“, so Fassbinder. Dazu werde auch geschaut, wie es andere Städte machen. Zu den nächsten Schritten gehöre eine Bestandsanalyse aller Partner und die Auflistung dessen, was jeder an Fahrleistungen und Autos benötige. Nach der Einführung einer neuen Fuhrparksoftware könnte im Frühjahr 2017 eine Testphase beginnen, so der OB.

Die Ausweitung des Carsharings dürfte hingegen länger dauern. Die Bürgerschaft sprach sich auf jeden Fall mehrheitlich dafür aus, die Vorschläge zu prüfen und Angebote weiterzuentwickeln.

Petra Hase

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wustrow
Eine staubige Angelegenheit: Die Basis für den neuen Deich auf den Fischlandwiesen wird vorbereitet.

Bereits seit den 1990er-Jahren war die Renaturierung der Flächen zwischen Ribnitz und Wustrow im Gespräch / Neuer Deich wird 3,5 Kilometer lang

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.