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Greifswald Mobil ohne eigenes Auto

Lange diskutiert, jetzt Realität: Die Stadtwerke bieten ab sofort Carsharing an. Mit zwei Fahrzeugen geht es los.

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Wer sich in Greifswald künftig ein Auto mit anderen teilen möchte, kann dieses Fahrzeug nutzen. Es ist auf dem Nexö-Parkplatz stationiert. Ein zweites befindet sich in der Tiefgarage der Dompassage.

Quelle: Fotos: Peter Binder

Greifswald. „Endlich“, lautet der Kommentar von Barbara Resch, der ersten offiziellen Carsharing- Kundin in Greifswald. Auf die Möglichkeit, sich hier in der Stadt mit anderen ein Auto teilen zu können, hatte die Seniorin lange gewartet. Seit gestern ist das nun Realität. Wann immer die 68-Jährige es möchte, kann sie einen Kleinwagen stunden- oder tageweise ganz unkompliziert buchen. „Für mich ideal“, sagt Resch, „denn ich brauche nur sehr selten ein Auto.“

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Wer sich in Greifswald künftig ein Auto mit anderen teilen möchte, kann dieses Fahrzeug nutzen. Es ist auf dem Nexö-Parkplatz stationiert. Ein zweites befindet sich in der Tiefgarage der Dompassage.

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Das bekommt sie nun per Vertrag von den Stadtwerken, die sich für ihr alternatives Mobilitätskonzept die Drive Carsharing GmbH Neubrandenburg als Partner suchten. Das Unternehmen aus der Vier-Tore-Stadt kann hierbei auf eine zweijährige Erfahrung bauen und stationiert in Greifswald vorerst zwei Fahrzeuge. „Sie stehen in der Tiefgarage der Dompassage und auf dem Nexö-Parkplatz“, berichtet Oliver Haarmann. Der Geschäftsführer der Verkehrsbetrieb Greifswald GmbH, eines Unternehmens der Stadtwerke, machte Car- sharing in Greifswald zu seinem Thema, nachdem es bereits mehrfach öffentlich diskutiert wurde. Denn er betrachtet diese Art von Mobilität nicht als Konkurrenz zum Stadtbusverkehr, sondern als Zusatzangebot für alle Hansestädter und Gäste. Für ihn stand frühzeitig fest, dass es sich nicht um ein autarkes System allein für unsere Stadt handeln dürfe. „Wir wollten ein starkes Netzwerk“, so Haarmann. Und genau das biete „Flinkster“ — das Carsharing der Deutschen Bahn. Einmal registriert, können Kunden das System mit ihrer Karte bundesweit und darüber hinaus nutzen. Angeschlossen seien derzeit 800 Stationen in 140 Städten. Heißt: Wer in Greifswald Kunde wird, kann problemlos auch ein Auto in Berlin buchen oder umgekehrt. Das Interesse daran sei vorhanden, so Haarmann. Denn kaum tauchte im Internet die Information auf, „gab es auch schon die ersten Besucher auf unserer Homepage.“

Und es würden garantiert mehr, ist Thomas Leuckfeld von Drive Carsharing überzeugt: „In Neubrandenburg haben wir 2012 mit einem Auto angefangen, heute sind es vier. Wir hatten in den vergangenen 24 Monaten etwa 1000 Buchungen“, berichtet er. Von der anfangs verhaltenen Resonanz sei nicht mehr viel zu spüren. „Die größte Herausforderung war, die Menschen über das System aufzuklären“, sagt Leuckfeld. Denn mit dem englischen Begriff sei zumindest die ältere Generation wenig vertraut gewesen.

Dabei sei die Buchung simpel, versichert Oliver Haarmann. Die Anmeldung koste einmalig 50 Euro, die monatliche Grundgebühr weitere zehn bzw. fünf Euro für ermäßigte Nutzerkreise. Das sind zum Beispiel Besitzer des ÖPNV-Sommertickets, der Bahncard sowie Studenten. Und schließlich zahle der Carsharing-Kunde einen Betrag für die tatsächliche Fahrzeit, aktuell sind das für den Toyota Yaris 3,25 Euro pro Stunde. Eine Benzinpauschale von 16 Cent pro Kilometer komme hinzu.

Im Vergleich zum eigenen Wagen eine preiswerte Sache, findet Barbara Resch. Weil der TÜV fällig wurde, „habe ich mein Auto bereits Ende 2012 abgemeldet“, erzählt die Greifswalderin. So spare sie nicht nur Versicherung und Steuern, sondern auch die Parkplatzgebühr und eventuelle Reparaturkosten. „Obendrein kann ich immer ein neues Auto fahren, wenn ich mal einkaufen will oder einen Ausflug mache“, freut sie sich. Schließlich seien die Fahrzeuge nicht älter als ein halbes Jahr.

Ob Rentner, Student oder sonstige Wenig-Fahrer: Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Prauße setzt darauf, den Greifswaldern mit Car- sharing ein relativ preiswertes und noch dazu umweltfreundliches Angebot zu unterbreiten. „Energiewende heißt auch Mobilitätswende“, betont er. Dieser Herausforderung wollen sich die Stadtwerke stellen. Zumal sich das Unternehmen im Greifswalder Klimaschutzbündnis auf die Fahnen geschrieben habe, den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. Teilen sich mehrere Personen ein Auto, trage das dazu bei.

Carsharing hat viele Anhänger

250 000 Nutzer hat Flinkster, das Carsharing der Deutschen Bahn, nach eigenen Angaben bundesweit. Greifswald hat sich diesem System, das es in 140 Städten gibt, jetzt angeschlossen.
Carsharing bedeutet nichts weiter, als sich ein Auto organisiert zu teilen. Die Nutzer müssen sich weder um Versicherung, Steuern noch Tanken kümmern. Das System lohnt sich für Leute, die nur ab und an ein Fahrzeug benötigen.

Eine Info-Veranstaltung der Stadtwerke klärt alle Neugierigen über die Funktionsweise des Carsharings auf: 11. April, 14 Uhr, Gützkower Landstraße.

 



Petra Hase

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Autofahrer können in Greifswald ab sofort alternativ mobil sein: Die Stadtwerke bieten Carsharing - das organisierte Teilen von Autos.

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