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Müllbehälter sollen Ringe für Pfandflaschen bekommen

Greifswald Müllbehälter sollen Ringe für Pfandflaschen bekommen

Große Zustimmung für Idee der Linksfraktion im Sozialausschuss

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Pfandringe wie dieser in Karlsruhe sollen jetzt auch in Greifswald angebracht werden.

Quelle: Foto: Uli Deck/dpa

Greifswald. Städtische Müllbehälter sollen künftig um eine Halterung ergänzt werden, in der Pfandflaschen abgestellt werden können. Die Beschlussvorlage der Linksfraktion in der Bürgerschaft fand während der Sitzung des Sozialausschusses am Montagabend große Zustimmung (neun Ja-, eine Nein-Stimme). Sollte die Bürgerschaft dem Vorschlag im Juli zustimmen, muss Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) prüfen, wie die Idee am besten umgesetzt werden kann.

Die sogenannten Pfandringe gibt es in vielen Städten bereits. „Erstaunlich vielen Menschen ist es zu aufwändig, Pfandflaschen mitzunehmen und der Entsorgung zuzuführen, wenn sie unterwegs sind“, sagt Jörn Kasbohm, Vorsitzender der Linksfraktion in der Bürgerschaft. Deswegen landen viele Flaschen im Müll oder werden neben die Behälter gestellt. „Bei den Studierenden gibt es eine große Offenheit, auf den Pfand zu verzichten“, sagt Tino Höfert vom Stadtjugendring. Viele würden ihre Pfandflaschen bewusst stehenlassen, damit diese später von Flaschensammlern mitgenommen werden können. Das sind Personen, die öffentliche Mülleimer nach Flaschen absuchen, um diese später im Supermarkt zu Bargeld zu machen. „Es gibt Menschen, die wenig Geld haben und darauf angewiesen sind, Pfandflaschen zu sammeln“, sagt SPD-Bürgerschaftsmitglied Ibrahim Al Najjar.

Die Bedingungen für diese Flaschensammler würden sich durch Pfandringe deutlich verbessern. Sie müssten nicht mehr den Müll durchwühlen, sondern könnten die Flaschen bequem aus den Halterungen entnehmen. Dass Flaschen neben die Müllbehälter gestellt statt hineingeworfen werden, ist sogar Teil einer bundesweiten Initiative mit dem Titel „Pfand gehört daneben“. In Großstädten ist das Durchsuchen des Mülls von Flaschensammlern sehr verbreitet. Weil das gefährlich, unhygienisch und entwürdigend ist, haben junge Leute zu der Aktion aufgerufen. Auch in Greifswald stehen viele Flaschen neben den Mülleimern, besonders am Museumshafen.

Weil die Flaschen auf diese Weise allerdings kaputt gehen oder wegrollen können, sollen die Pfandringe helfen. Die Anschaffungskosten schätzt Jörn Kasbohm auf 200 Euro je Halterung. Aktueller Anlass für die Beschlussvorlage sind die neuen Müllbehälter mit Zerkleinerungsfunktion, die die Stadt derzeit testet. Die Papierkörbe können das Vierfache des bislang üblichen Volumens aufnehmen, weil der Abfall im Inneren gepresst wird. „Dadurch ist es nicht mehr möglich, Pfandflaschen aus dem Müll herauszuholen“, sagt Kasbohm. Alles, was dort landet, geht der Wiederverwertung definitiv verloren.

Es gibt zwei Varianten für Halterungen an Mülleimern. Die Pfandringe haben Vertiefungen. In Kästen können mehrere Flaschen nebeneinander gestellt werden. Köln war 2014 die erste Stadt, die die Pfandringe eingeführt hat. Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Bamberg folgten. Es gibt jedoch auch negative Erfahrungen. Beispielsweise kritisierten die Entsorgungsbetriebe in Köln, dass die Halterungen als Ablageplatz für sonstigen Müll, Zigarettenstummel und Kaugummireste zweckentfremdet werden, sie nach kurzer Zeit schmuddelig aussehen. Die Greifswalder wollen sich davon nicht abhalten lassen. „Wir sollten es ausprobieren und sehen dann ja, ob es funktioniert oder nicht“, sagt Gamal Khalil, der für die Bürgerliste im Sozialausschuss sitzt.

Vier Papierkörbe mit Presse

120 Liter fassen die modernen Papierkörbe mit Müllpresse, die die Stadt kürzlich angeschafft hat. Die insgesamt vier Abfallbehälter sind je 1,50 Meter hoch und solarbetrieben. Der Anschaffungspreis je Müllbehälter beträgt 3500 Euro.

Die Müllbehälter stehen auf dem Markt, in den Credneranlagen sowie zwei am Museumshafen. Angeschafft wurden die Müllbehälter testweise, nachdem es viel Streit in der Stadt wegen der überquellenden Mülleimer im Zentrum gab.

Katharina Degrassi

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