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Neues Flüchtlingsheim: Die Ersten sind eingezogen

Greifswald Neues Flüchtlingsheim: Die Ersten sind eingezogen

27 Personen leben im Block an der Brandteichstraße, der für 469 Platz bieten soll / Die Vollbelegung ist derzeit unwahrscheinlich

Greifswald. Seit einem Jahr und zwei Monaten wartet Samba Amou Sy darauf, was aus seinem Asylantrag wird. Immer wieder sei die Aufenthaltsgestattung des 27-jährige Mauretanier um einige Monate verlängert worden, erzählt er. Auch jetzt. Solange über sein Schicksal noch nicht entschieden wurde, ist der Landkreis für die Unterbringung des Asylbewerbers zuständig.

 

OZ-Bild

Bewohner Samba Amou Sy fühlt sich wohl in dem neuen Heim.

Quelle: Fotos: Kai Lachmann

Sollten wieder mehr Flüchtlinge kommen, so wie Ende des vergangenen Jahres, sind wir nun vorbereitet.“Sozialdezernent Dirk Scheer (parteilos)

Zuletzt war er in Tutow, nun lebt er in Greifswald. Amou Sy zog als zweiter Bewohner in das neue Heim in der Brandteichstraße ein. 25 Personen kamen bislang nach ihm, darunter acht Kinder.

Obwohl schon drei der sechs Etagen fertig saniert und zahlreiche Räume eingerichtet sind, teilt sich Amou Sy sein Zweibettzimmer mit einem anderen Mann aus Mauretanien. Graue Metallbetten, ein Tisch mit Stühlen, weiße Wände, für jeden einen Spint. Die Schmucklosigkeit wirkt zwar steril, aber Amou Sy sagt: „Mir geht es gut hier.“ Wie viele Personen noch einziehen werden, ist offen. Der Zuzug von Flüchtlingen nach Vorpommern-Greifswald ist seit Schließung der Balkanroute höchst überschaubar. „Im vergangenen Monat kamen 24 Menschen, in diesem bislang zwei“, sagt Sozialamtsleiter Gerd Hamm.

Aber man wisse nicht, wie es in Zukunft aussehen wird. Im vergangenen Herbst und Winter kamen bis zu 60 Personen pro Tag. Damals suchte der Landkreis händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten.

Heute will er den angemieteten Wohnraum wieder loswerden. Neue Asylbewerber sollen nach Möglichkeit erstmal in der Brandteichstraße untergebracht werden.

Aber woher sollen diese kommen? Dirk Scheer, Sozialdezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald, verweist darauf, dass wieder mehr Flüchtlinge übers Mittelmeer kämen. Außerdem sei wegen des Familiennachzuges mit mehr Menschen zu rechnen. Und auch die Residenzpflicht, aufgrund derer Asylbewerber verpflichtet sind, sich innerhalb des Gebietes von Mecklenburg-Vorpommern aufzuhalten, könnte wieder für mehr Menschen sorgen. „Die ersten sind schon schon wieder zurückgekehrt“, sagt der Integrationsbeauftragte des Kreises, Ibrahim Al Najjar. Mehrere Personen seien nach drei Wochen in Bochum von den Ämtern wieder nach Vorpommern-Greifswald geschickt worden.

Der Landkreis geht aber erst mal nicht davon aus, dass die Ende September fertig sanierte Unterkunft komplett belegt wird, zumal auch keine Umverteilung von anderen Standorten stattfinden soll. Auf lange Sicht geht Sozialamtsleiter Hamm von „90 bis 92 Prozent“ Belegung aus. Zudem soll laut Scheer eine Etage für Flüchtlinge hergerichtet werden, die bereits einen Aufenthaltsstatus, also ein mehrjähriges Bleiberecht, haben.

Außerdem soll es auch mietfreie Räume für die Aktivitäten des Greifswalder Integrationsvereins geben. Dieser will mit Sprachkursen und weiteren Angeboten den Asylbewerbern die ersten Schritte auf dem Weg zur Eingliederung in die Gesellschaft erleichtern. Vorsitzender des Vereins ist neben Al Najjar auch Gamal Khalil. Er ist zudem Mitglied im Anwohnerbeirat, der sich gegründet hat, um einen Dialog mit den Menschen aus der Umgebung des Heimes herzustellen und sich um deren Sorgen und Nöte zu kümmern. Das ist wichtig, wie z.B. folgender Fall zeigt. „Kinder fahren mit Rädern zwischen den geparkten Autos“, sagt ein verärgerter Mann aus dem Wohnblock daneben und zeigt auf Kratzer im Lack. Die Kinder seien zwar nicht aus dem Heim, sondern lebten als anerkannte Flüchtlinge in demselben Block wie er. Doch ein Problem wird offensichtlich: Ein Spielplatz fehlt.

Kai Lachmann

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