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Neues Flüchtlingsheim ist bezugsfertig

Greifswald Neues Flüchtlingsheim ist bezugsfertig

Mitte Juli sollen die ersten Asylbewerber in der Brandteichstraße einziehen / Belegung ist mit maximal 469 Personen vorgesehen

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Bewacht das Flüchtlingsheim: Birger Hike, Fachkraft für Schutz- und Sicherheit im Videoraum. Es gibt 13 Überwachungskameras im Gebäude. Fotos (4): Peter Binder

Greifswald. Die ersten Flüchtlinge sollen in etwa zwei Wochen in das neue Flüchtlingsheim in der Brandteichstraße einziehen. 20 oder 30 – mehr werden im ersten Schritt nicht erwartet. „Es freut uns sehr, dass das Gebäude nach und nach bezogen wird. Das haben sich auch die Anwohner so gewünscht“, sagt Gamal Khalil, Vorsitzender des Anwohnerbeirates. Dieser Weg ist auch aus Sicht der Kreisverwaltung sinnvoll, um mögliche Probleme frühzeitig beheben und Chaos vermeiden zu können.

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Mitte Juli sollen die ersten Asylbewerber in der Brandteichstraße einziehen / Belegung ist mit maximal 469 Personen vorgesehen

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„Wir haben im vergangenen Jahr sehr viele Erfahrungen gesammelt und konnten beim Umbau und bei der Einrichtung dieses neuen Flüchtlingsheim all unser Gelerntes einbringen“, sagt Marcel Falk, Sachbearbeiter Asylbewerberangelegenheiten bei der Kreisverwaltung. Beispielsweise stehen in den Gemeinschaftsküchen ausschließlich Induktionsherde. „Es ist vorgekommen, dass Flüchtlinge ihre Eier und ihr Fleisch direkt auf der Herdplatte gebraten haben“, sagt Falk. Bei einem Induktionsherd, der über den Kontakt mit speziellen Töpfen funktioniert, gehe das nicht. Weitere Neuerung: „Es gibt Gemeinschaftskühlschränke mit abschließbaren Fächern“, sagt Nadine Kapell, Heimleiterin von European Homecare. Das private Unternehmen betreut die Flüchtlingsheime im Kreis. Kapell war bislang in der Anklamer Einrichtung tätig. „Dort hatten die Asylbewerber Kühlschränke im Zimmer.“ Die neue Lösung biete mehr Platz. Gemeinschaftsräume mit Fernseher, Wasch- und Trockenräume, inklusive Bügelzimmer, Duschen, Toiletten, ein Arztzimmer mit Bett – im neuen Flüchtlingsheim wurde an alle Bedürfnisse gedacht.

Erst im Februar hatte der Umbau begonnen. „Es wurde entkernt, gefliest, die Wände gestrichen, Fenster repariert, 20 Kilometer Leitungen verlegt“, zählt Kurt Rabe auf, der beim Kreis Beauftragter für Immobilien ist. Zunächst sind 120 Heimplätze fertig. Auf den restlichen der sechs Etagen werden die Bauarbeiten in den kommenden Wochen beendet. Zum 1. September übernimmt der Kreis das Haus komplett zur Miete. Dann stehen 469 Plätze zur Verfügung.

Zu den Kosten will man sich nicht äußern. „Mietkosten und Kosten für die Betreibung sind mit dem Landesamt für innere Verwaltung abgestimmt und beantragt, Kosten werden gemäß

Flüchtlingsaufnahmegesetz erstattet“, heißt es aus der Pressestelle. Ob das Gebäude je voll belegt sein wird, kann momentan niemand abschätzen. „Niemand weiß, wie sich die Verhältnisse entwickeln“, sagt Pressesprecher Achim Froitzheim. „Es wäre dumm, wenn wir uns nicht vorbereiten würden“, so Froitzheim weiter. Kurt Rabe sagt: „ Es darf nie wieder so katastrophal werden wie im dritten Quartal 2015.“ Damals kamen nahezu täglich bis zu 60 Flüchtlinge an. Der Landkreis kam kaum hinterher, neue Unterkünfte bereitzustellen.

Auch wenn die Mietkosten konstant bleiben, hängen alle weiteren Kosten für das Personal von European Homecare, für das Sicherheitspersonal sowie für die Betriebskosten von der tatsächlichen Anzahl an Flüchtlingen ab, die im Heim leben werden. European Homecare startet zunächst mit anderthalb Stellen. „Bis zu einer Zahl von 65 Bewohnern werden zwölf Betreuerstunden pro Tag finanziert“, sagt Kapell. Das Wachpersonal ist rund um die Uhr vor Ort. Eine Sicherheitskraft ist tagsüber tätig, drei weitere in der Nacht. „Dieser Schlüssel gilt bei bis zu 250 Bewohnern“, sagt Falk.

Flüchtlinge im Landkreis Vorpommern-Greifswald

Das Flüchtlingsheim in der Brandteichstraße wird die fünfte Gemeinschaftsunterkunft des Kreises Vorpommern-Greifswald. Mitte Juni waren 300 Asylbewerber in der Wolgaster Einrichtung untergebracht, 131 im Heim in Torgelow, 78 in Anklam sowie 71 in der bereits seit Jahren bestehenden Flüchtlingsunterkunft in der Spiegelsdorfer Wende in Greifswald.

960 Asylbewerber wurden in diesem Jahr bislang vom Landkreis aufgenommen. Laut Kurt Rabe von der Kreisverwaltung sind das mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. „2015 kamen die großen Massen erst im Herbst“, sagt Rabe.

1988 Personen wurde in diesem Jahr (Stand Mitte Juni) ein Aufenthaltstitel als Flüchtling erteilt. Diese Frauen und Männer beziehen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Weiteren 2093 Personen wurde im gleichen Zeitraum eine Aufenthaltsgestattung ausgesprochen.

Katharina Degrassi

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