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Neues Stadtentwicklungskonzept: So soll Greifswald 2030 aussehen

Greifswald Neues Stadtentwicklungskonzept: So soll Greifswald 2030 aussehen

Auf einer Konferenz in der Kollwitzschule wurden erste Pläne vorgestellt / Richtung Hinrichshagen könnte neues Wohngebiet entstehen / 2900 Wohnungen fehlen

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Antworteten auf Fragen: Jörg Hochheim, Stefan Fassbinder, Thilo Kaiser, Heino Förste, Jörn Roth, Klaus-Peter Adomeit, Waldemar Okon, Lydia Neugebauer (Amt f. Raumordn. u. Landesplan. – v.l.).

Quelle: A. Bierstedt

Greifswald. Wie viele Menschen werden 2030 in Greifswald leben? Wo sollen sie wohnen, wie viele Schulen, Kitas und Sportstätten werden gebraucht? Wie kann der Verkehr erträglich geregelt werden? Auf einer öffentlichen Konferenz zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) 2030+ in der Aula der Kollwitzschule wurden am Mittwochabend Antworten auf diese Fragen vorgestellt.

Greifswald ist einfach eine wachsende Stadt.“OB Stefan Fassbinder

Das Leipziger Büro für urbane Projekte hat gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein Strategiepapier erstellt, welches sämtliche Leitlinien, Ziele und Maßnahmen zur nachhaltigen Stadtentwicklung enthält.

Über ein Jahr hatten Vertreter von Bürgerschaft und Stadtverwaltung, Unternehmen und Universität, Vereinen und Institutionen und vor allem die Bürger darüber beraten, was die Schwerpunkte der künftigen Stadtentwicklung sein sollen. Der alles entscheidende Punkt ist die demographische Entwicklung: „Mehr als 60000 Einwohner werden 2030 in Greifswald leben. Dafür brauchen wir mehr als 2900 neue Wohnungen“, verdeutlichte Andreas Paul vom Büro für urbane Projekte. Es sollen sowohl Eigenheime als auch Geschosswohnungen gebaut werden, laut Paul zu gleichen Teilen in den Segmenten preisgünstig, bezahlbar und hochwertig.

Um neuen Wohnraum zu schaffen, sollen in der Fleischervorstadt, in der Obstbau- und der Stadtrandsiedlung Flächen verdichtet werden. Wichtigste Neubebauungsgebiete werden die Hafenstraße am Ryck und das Gebiet hinter der Stadtrandsiedlung am südlichen Regenrückhaltebecken. Dort soll Richtung Hinrichshagen ein neuer Stadtteil mit entsprechenden Kindereinrichtungen entstehen. Allgemein sollen Schulen und Kitas in der Stadt weiter renoviert und saniert werden. „Wir werden auch eine neue Grundschule brauchen, dafür setze ich mich ein“, sagte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Er freut sich, dass erkannt wurde, „dass Greifswald einfach eine wachsende Stadt ist.“

Das Leitbild in Pauls Strategieplan ist eine „regional verankerte und international vernetzte“ Stadt, so der Planer. Mit vielen bunten Pfeilen, Kreisen und Schattierungen in seiner Präsentation verdeutlichte er, dass es neben dem Stadtzentrum verschiedene „Urbane Kerne“ wie das Ostseeviertel, Schönwalde I und II geben soll. „Gerade für diese Gebiete ist es wichtig, dass sie ihr negatives Image verlieren und Orte von Bildung und Integration werden“, erklärte der Stadtplaner.

Als bedeutender Wirtschaftszweig soll auch der Tourismus weiter gefördert werden. Deshalb sollen der Museumshafen und die Südmole Wieck weiter ausgebaut werden. In Ansätzen enthält der Entwurf auch Umwelt- und Klimaschutzziele: So sei es wichtig, Naturflächen klar durch sogenannte „Scharfe Kanten“ von der städtischen Bebauung abzugrenzen. Es gehe darum, kurze Wege zu realisieren. Zudem schlug Paul eine Art Sharing in Quartieren vor, bei dem sich Anwohner Autos, Fahrräder oder Lastenräder, die über Nebenkosten finanziert werden, teilen können.

Während der Diskussion stellten sich auch Bausenator Jörg Hochheim (CDU), Bauamtsleiter Thilo Kaiser und Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher (Linke), kritischen Fragen des Publikums. Bedenken von Bürgern, dass infolge des Wohnungsneubaus Pächter ihre Gärten verlieren könnten, entkräftete Hochheim: „Wir nehmen niemandem seinen Kleingarten weg. Sowieso schon leer stehende Gärten sollen als Bebauungsfläche genutzt werden“, erklärte er. Teilnehmerin Christiane Baller vom Behindertenforum war dennoch enttäuscht: „Das sind noch lauter Schlagwörter, nichts Konkretes. Was ich in dem Konzept total vermisse, ist mehr Barrierefreiheit für Behinderte.“ Im Dezember soll das Isek 2030+ von der Bürgerschaft verabschiedet werden.

Annemarie Bierstedt

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