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„Nicht über sie sprechen, sondern mit ihnen“

Greifswald „Nicht über sie sprechen, sondern mit ihnen“

Der Landkreis hatte in den vergangenen Monaten alle Hände voll damit zu tun, Unterkünfte für neu ankommende Flüchtlinge zu finden.

Greifswald. Der Landkreis hatte in den vergangenen Monaten alle Hände voll damit zu tun, Unterkünfte für neu ankommende Flüchtlinge zu finden. Aufgrund dieser Dringlichkeit rückten dabei Fragen nach der Integration der Menschen in den Hintergrund. Doch sie drängen sich trotzdem auf. Freiwillige halfen so gut es ging. Nun soll dies strukturierter geschehen.

Lösungen wollen möglichst noch in diesem Jahr zwölf Gruppen von Flüchtlingshelfern finden. Am Ende ihrer Arbeit soll ein Konzept stehen, das beschreibt, was für eine gelungene Integration unter den regionalen Gegebenheiten notwendig ist, welche Hürden es auf dem Weg dorthin gibt, wie man sie aus dem Weg räumen kann und woran sich erkennen lässt, dass die Eingliederung in die Gesellschaft gelungen ist.

Im Januar trafen sich die Helfer zum ersten Mal in großer Runde in Anklam — Ehrenamtler, Vereinsangehörige, Mitarbeiter von Wohnungsunternehmen, Vertreter von Verwaltungen und freien Trägern; auch ein paar Migranten waren dabei. 130 Personen folgten der Einladung von Eric Wallis, dem Leiter des Regionalzentrums für Demokratische Kultur in Vorpommern-Greifswald. „Die Leute sollten sich erst mal kennenlernen, um sich danach zu den spezifischen Themen in Arbeitsgruppen zusammenzufinden“, sagt Wallis. Diese widmen sich seither Fragen wie „Was läuft schon gut? Welche Problemfelder, Ressourcen, Akteure, Maßnahmen gibt es? Was sind Anzeichen für Erfolg?“

Eine Gruppe kümmert sich beispielsweise um die Belange von geflüchteten Frauen. „Wir wollen aber nicht nur über sie, sondern mit ihnen reden“, sagt die vielseitig engagierte Karen Kunkel, die zum nächsten Treffen Frauen aus verschiedenen Ländern einladen wird. Den Kontakt habe sie beispielsweise übers Internet herstellen können. Und um was für Probleme soll es dann gehen? „Beispielsweise darum, dass für Arztbesuche keine Dolmetscher, sondern Dolmetscherinnen benötigt werden. Oder darum, dass Sprachkurse nur für Frauen benötigt werden, zu denen sie auch ihre Kinder mitbringen können“, so Kunkel. Zudem hätten es Frauen mit Kindern bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt noch viel schwerer, da sie hier beispielsweise nicht wie viele deutsche Mütter über ein Netzwerk verfügten.

„Das Kind mal für ein paar Stunden zu den Großeltern zu geben, ist da nicht möglich.“ Für Frauen sollten spezielle Beratungsangebote bereitgehalten werden, da sie eventuell schlimme Gewalterfahrungen gemacht haben.

Die Ergebnisse aller Gruppen sollen im Herbst zusammengetragen werden. „Dann beginnt die redaktionelle Phase“, lautet Wallis‘ Plan. Er rechne damit, dass Mitte 2017 eine Art Buch vorliege, was dann aber nicht in Schubladen verschwinden, sondern tatsächlich die Integration voranbringen soll. Ob die Veröffentlichung es am Ende tatsächlich tut, ist offen, aber das wäre sogar zweitrangig.

„Wichtiger ist der Weg dorthin, dass die Leute miteinander ins Gespräch kommen, einander vertrauen, dass sie wissen, wen sie in welcher Situation anrufen können“, so Wallis, der es mit den Stichwörtern „Orientierung, Koordination und verbesserte Kommunikation“ zusammenfasst.

Von Kai Lachmann

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