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Greifswald OB-Wahl: Erster Auftritt der drei Kandidaten
Vorpommern Greifswald OB-Wahl: Erster Auftritt der drei Kandidaten
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06:53 20.02.2015
Jörg Hochheim (links), Björn Wieland und Stefan Fassbinder (3. und 4. von links) stellten sich gestern erstmals einem Publikum. Quelle: Sven Jeske

Erster gemeinsamer Auftritt der Oberbürgermeister-Kandidaten. Im „Haus der Begegnung“ (Ostseeviertel) saßen sie gestern dem Greifswalder Seniorenbeirat gegenüber: CDU-Mann Jörg Hochheim (50) — derzeit Bausenator und erster stellvertretender Oberbürgermeister (OB), der Historiker Stefan Fassbinder (48) — von den Bündnisgrünen, der Linken, der Piratenpartei und der SPD aufgestellt — sowie der Student Björn Wieland (25), OB-Bewerber für Die Partei.

Letzterer hat keinen leichten Stand. Das Publikum — im Schnitt Jahrzehnte älter und lebenserfahrener als er — mustert den unbefangenen Neuling. Etwas ungläubig, leicht amüsiert, mitunter erstaunt. Björn Wieland bringt das nicht aus dem Konzept:„Ich habe nachgelesen, was für ein toller Job so ein OB-Posten ist“, erklärt er auf die Frage, warum er das Amt anstrebe. Greifswald sei eine junge Stadt und könne deshalb auch ein junges Stadtoberhaupt bekommen.

„Ich glaube, ich kann Oberbürgermeister — durch die Tätigkeit, die ich bislang ausgeübt habe“, bekennt Jörg Hochheim, seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Stadtverwaltung tätig. „Wenn man schon erster Stellvertreter des OB ist“, gibt er zu bedenken „ist es folgerichtig, sich um das Amt zu bewerben, wenn es frei wird.“

Stefan Fassbinder bringt seine Erfahrung mit bürgerlichem Engagement und Kommunalpolitik ins Spiel. Gleich anderen Eltern habe er anfänglich gegen Schul- und Kitaschließung in Eldena gekämpft, sich später für das Familienbündnis eingesetzt und schließlich für die Bürgerschaft kandidiert, der er inzwischen fast sechs Jahre angehöre. „Ich habe viele Kontakte und bin mir sicher, eine breite Ansprechung der Leute zu haben.“

Ob es in Greifswald so weitergehen solle wie bisher, will Berndt Frisch, Vorsitzender des Seniorenbeirats, von Jörg Hochheim wissen. Ja und nein, sagt jener. Greifswald habe sich gut entwickelt, sei eine liebenswerte Stadt. Doch es gebe nichts, was man nicht verbessern könne. Die Kultur des Zuhörens etwa. Auch die soziale Infrastruktur. „Die Stadtverwaltung muss den Leuten viel mehr zuhören“, hat Stefan Fassbinder zuvor erklärt. Zu den Leuten zu gehen und mit ihnen zu reden sei wichtig. „Wir sollten gemeinsam überlegen, wo wir hinwollen!“

Er finde die Bürgerbeteiligung ausbaufähig, stimmt Björn Wieland ein. Pläne für Greifswald müssten viel öffentlicher gemacht werden. „Es muss früher als bislang darüber diskutiert werden, wo wir hin- und was wir machen wollen.“

Rentner Siegfried Reich ist skeptisch: Visionen und Zuhören alleine brächten die Stadt nicht weiter.

merkt er an. „Jeder, der OB werden will, sollte sich im Klaren darüber sein, welche Verantwortung mit diesem Posten verknüpft ist.“ Günter Eggebrecht, langjähriger Chef der Freiwilligen Feuerwehr, sieht es genauso: „Glauben Sie nicht, dass Oberbürgermeister nur ein guter Job ist“, mahnt er den jüngsten Kandidaten, Björn Wieland. Rita Ballin indes treibt noch etwas anderes um: Die alljährliche Würdigung Ehrenamtlicher durch die Stadt sei falsch aufgezogen, merkt sie an. Dass die Stadt in aller epischen Breite zunächst den Empfänger ihrer höchsten Auszeichnung, der Rubenowmedaille, würdige, um dann in einer Art Schnelldurchlauf andere zu ehren, könne nicht richtig sein.

Die OB-Wahl
Der neue Oberbürgermeister für Greifswald wird am 26. April gewählt. Sollte keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, gibt es eine Stichwahl am 10. Mai. Es kandidieren drei Männer. Für die CDU der jetzige Bausenator und OB-Stellvertreter Jörg Hochheim (50); für SPD, die Grünen, die Linken und die Piraten der Historiker Stefan Fassbinder (48) und für Die Partei der 25-jährige Student Björn Wieland. Bis zum 4. April erhält jeder Greifswalder Wahlberechtigte (derzeit 47198) seine Wahlbenachrichtungskarte. Am 7. April öffnet das Briefwahlbüro im Rathaus.
Glauben Sie nicht, dass Oberbürgermeister nur ein guter Job ist! Der OB trägt Verantwortung für alles in seiner Stadt.“Günter Eggebrecht, Rentner



Sven Jeske

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