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Politiker wollen endlich Radweg zum Riems

Greifswald Politiker wollen endlich Radweg zum Riems

Abgeordnete kritisieren erneut die Prioritätenliste des Landkreises für zukünftige Bauvorhaben

Greifswald. Ein Radweg von der Grenze des Greifswalder Stadtteils Riems über Gristow Richtung B 105 (alte B 96) gehört zu den zehn wichtigsten Bauvorhaben dieser Art in Vorpommern-Greifswald. Davon ist der Greifswalder Erik von Malottki (SPD) überzeugt. Er ist Mitglied des Tourismusausschusses des Kreistages. „Diese Strecke ist ein wichtiger Schulweg, um über Mesekenhagen nach Neuenkirchen und Greifswald zu kommen“, begründet der Kommunalpolitiker seine Forderung. Für Schulwege gibt es im Bewertungsverfahren der Kreisverwaltung zwei Punkte. Die würden reichen, um mit dann sechs statt vier Punkten den Radweg ab Riemserort unter den Top 10 zu platzieren.

Zwölf Millionen nötig

300000 Euro sind laut Schätzung für den Radweg Riems — B 105 nötig. Rückt diese Strecke unter die zehn wichtigsten vor, müssten insgesamt zwölf Millionen Euro bereitgestellt werden. Es wären dann allerdings elf Projekte, weil es mehrere gleichplatzierte Bauvorhaben auf der Liste gibt.

Die Verwaltung hat für ihre Radwegeprioritätenliste schon Kritik bekommen (die OZ berichtete). Der stellvertretende Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Waldemar Okon (Grüne), rügt die seiner Ansicht nach mangelhafte Methodik. So fehle bei der Reihung der Aspekt der Daseinsvorsorge weitgehend, auch eine Gefährdung der Radler durch Kfz sei nicht wirklich berücksichtigt worden. Zudem sei so eine Prioritätenliste nur bei einer Netzplanung für den Kreis sinnvoll, sagt Okon. Eine Korrektur gibt es schon: Der Wirtschaftsausschuss will, dass der Radweg „Marktkauf bis Kreisgrenze“ auf Platz 3 gesetzt wird, denn auch er sei Schulweg.

Erik von Malottki führt daneben touristische Gründe für die Bedeutung des Radweges ab Riemserort an. So würde ein Anschluss an den Ostseeradwanderweg geschaffen. Zweitens liege das malerische Gristow mit seiner tollen Kirche an der Strecke. Mit dem Veterinärhistorischen Museum in Riemserort wurde gerade ein weiteres touristisches Highlight gestaltet.

„Schon jetzt fahren Mitarbeiter des Friedrich-Loeffler-Instituts mit dem Rad nach Greifswald“, führt von Malottki aus. In Riemserort entstünden unter anderem durch die Arzneimittelfirma IDT Biologika neue Arbeitsplätze. Der Bedarf steige. In den Materialien des Kreises zum Radwegebau wird der Wunsch von Mitarbeitern des Loefflerinstitutes ausdrücklich erwähnt.

„Wir kämpfen schon mehrere Jahre für einen Radweg“, sagt die Vorsitzende der Ortsteilvertretung Riems, Ulla Tesmer (SPD). „Das ist eines unserer wichtigsten Ziele.“ Aus ihrer Sicht wäre es sehr sinnvoll, wenn parallel die gesamte Straßenzufahrt von Riems bis zur B 105 in Angriff genommen würde. „Dort zu fahren, ist ja fast lebensgefährlich“, schätzt sie ein. Einmal im Jahr würden die zahlreichen Löcher im Asphalt dieser Kreisstraße gestopft, was aber nie lange halte.

Unterstützung kommt von Geert-Christoph Seidlein, Bürgermeister Mesekenhagens, zu dessen Gemeinde die geplante Strecke gehört. „Das ist ein Schulweg für ältere Kinder“, bestätigt er. Leider habe Greifswald bei seiner Radwegeplanung nicht aufgepasst und Riems und Riemserort außen vor gelassen, bedauert Seidlein.

Den Nutzen von Prioritätenlisten stellt der Bürgermeister nicht grundsätzlich in Frage. Allerdings sei bei der Umsetzung in Vorpommern-Greifswald eine gehörige Portion Skepsis angebracht. Vom erarbeiteten Reitwegekonzept habe er lange nichts gehört. Die Kassen des Kreises seien leer. Für Seidlein nicht zuletzt eine Folge einer verfehlten Kreisgebietsreform, die das arme Riesengebilde Vorpommern-Greifswald geschaffen habe.

Erste Priorität hat für den Bürgermeister ohnehin der Ostseeküstenradwanderweg, den das Wirtschaftsministerium des Landes fördern will. Die Teilstrecke Mesekenhagen-Neuenkirchen bekam vom Kreis vier Punkte, ist also nicht unter den Top 10. Touristische Radwege würden nachrangig behandelt, heißt es dazu seitens des Landratsamtes, denn sie seien keine Pflichtaufgaben.

Von Eckhard Oberdörfer

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