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Greifswald Rathaus plant Sanierung der Arndtschule
Vorpommern Greifswald Rathaus plant Sanierung der Arndtschule
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07:15 30.08.2013
Geht es nach dem Willen der Stadtverwaltung, wird in den kommenden drei Jahren die Arndtschule komplett mit Hilfe von Städtebaufördermitteln saniert. Die Schüler Falco Lemke, Malte Chilcott, Josef Böttrich und Francesco Gentile finden das gut. Quelle: Petra Hase

Das sorgt für Überraschung: Die Stadtverwaltung will mit über drei Millionen Euro die Sanierung der Regionalschule „Ernst Moritz Arndt“ auf den Weg bringen.

Zumindest ist sie Bestandteil der Prioritätenliste für das kommende Haushaltsjahr, die Dietger Wille, Amtsleiter für Wirtschaft und Finanzen, gestern vorstellte. Niederschlag findet das Vorhaben auch in der Beantragung von Städtebaufördermitteln für 2014. Demnach erhofft sich die Stadt aus Schwerin 2,5 Millionen Euro, um die Innenstadtschule rundum zu erneuern. Um diese Summe zu erhalten, müsste Greifswald 875 000 Euro Eigenmittel aufbringen.

Bei den Grünen im Stadtparlament stößt das auf Unverständnis. Denn gerade noch hieß es im Investitionsausschuss der Bürgerschaft, dass der stark sanierungsbedürftigen Fischerschule, aber auch dem Humboldtgymnasium, oberste Priorität zukomme (die OZ berichtete). Deshalb sorgt das Investitionsvorhaben Arndtschule bei Grünen-Fraktionschef Stefan Fassbinder nicht nur für „Überraschung“, sondern auch für „große Bauchschmerzen“. Fassbinder: „Die Fischerschule wartet schon sehr lange auf eine Lösung. Deshalb weiß ich nicht, ob wir das mittragen.“

Die Verwaltung indes führt mehrere Gründe für das Projekt an: „Wir haben in den vergangenen Jahren zwar einiges über Werterhaltung in der Arndtschule hinbekommen, die Defizite sind aber immer noch erheblich“, erklärt Wille. Da es seit jüngster Zeit für Schulsanierungen Städtebaufördermittel gebe — was früher grundsätzlich nicht der Fall war — könne Greifswald mit relativ wenig Eigenmitteln viel erreichen. Von dieser Regelung profitiert derzeit auch die Innenstadtschule Käthe Kollwitz, die bis August 2015 neu entsteht.

In der Arndtschule seien insbesondere Dach, Fassade, Fenster und Heizung sanierungsbedürftig, berichtet Winfried Kremer, Leiter des Immobilienverwaltungsamtes. Zudem ließe der Innenausbau noch zu wünschen übrig. Städtebaufördermittel in dieser Größenordnung wären deshalb „eine Riesenchance, die wir ergreifen sollten“, argumentiert Kremer. Lasse die Stadt sie verstreichen, dauere es womöglich Jahre, bis die Schule komplett saniert sei. Deshalb schlägt er vor, 2014 die Planung zu erstellen und in den folgenden zwei Jahren die Arbeiten zu realisieren.

Ein Neubau der Fischerschule hingegen steht zurzeit auf der Prioritätenliste so weit unten, dass er im nächsten Jahr mangels Finanzen wohl keine Berücksichtigung findet. Da das Haus in Schönwalde I und somit nicht im Sanierungsgebiet steht, könne die Stadt dafür auch keine Städtebaufördermittel beantragen.

Andere Schulen gehen laut Prioritätenliste ebenfalls leer aus: So wird das Humboldtgymnasium weiter auf einen neuen Pausenhof warten müssen. Weitere Schulen hatten die Neuausstattung von Klassenräumen angemeldet. Auch dafür ist vorläufig kein Geld da — zumindest nicht im Investitionshaushalt. Darüber hinaus stehen aber Gelder im Verwaltungshaushalt der Stadt zur Verfügung.

Baumaßnahmen, die daraus finanziert werden, heißen dann nicht Investition, sondern Werterhaltung. Die Verwaltung möchte diese Mittel künftig im Gegensatz zu früher gern bündeln, um in den Bildungseinrichtungen „zu klotzen, statt zu kleckern“, sagt Kremer. Das letzte Wort haben die Politiker, wenn sie den Haushalt beschließen.

Arthur König: Wir haben ehrgeizige Pläne
Die Hansestadt Greifswald will im kommenden Jahr wieder kräftig investieren. Die Prioritätenliste für 2014 sieht Ausgaben von 16,2 Millionen Euro vor. Das seien „sehr ehrgeizige Ziele“, so Oberbürgermeister Arthur König (CDU), „die aber auch zeigen, dass wir als Stadt handlungsfähig sind“.

Rund 12,8 Millionen Euro verschlingen im kommenden Jahr allein jene Baumaßnahmen, die bereits begonnen wurden oder sich in der Planungsphase befinden. Das betrifft zum Beispiel die Umgestaltung der Wallanlagen, den Neubau der Kollwitzschule oder die Revitalisierung des Gewerbegebietes Herrenhufen (die OZ berichtete).

Andere Projekte sollen hinzukommen, wie etwa das Plasmatechnikum, für dessen Bau in der mittelfristigen Planung bis 2016 insgesamt 26 Millionen Euro auftauchen. Das ambitionierte Vorhaben wird aber nicht von allen Kommunalpolitikern in der Bürgerschaft umjubelt. In der Vergangenheit meldete sich bei einigen aufgrund des Sanierungsstaus an kommunalen Gebäuden das schlechte Gewissen. Mit den Millionen, hieß es immer wieder in den Fachgremien, könnte die Stadt gut ihre Schulen sanieren.

Dietger Wille, Amtsleiter für Wirtschaft und Finanzen, bestreitet das: „Das Plasmatechnikum steht nicht in Konkurrenz zu den Schulen, denn wir wollen es kreditfinanzieren“, sagt er. Im Klartext: Das Kompetenzzentrum in Nachbarschaft zum bestehenden Biotechnikum soll aus zwei Teilen bestehen. Teil eins nehme das Gründerzentrum ein — für junge, neue Firmen, die sich dort ansiedeln wollen.

„Schwerin hat uns dafür eine 90-prozentige, also sehr großzügige Förderung signalisiert“, so Wille. Bei den Kosten von etwa 13 Millionen Euro sei der Eigenanteil somit überschaubar. Teil zwei des Plasmatechnikums mit einem Kostenvolumen in derselben Höhe sei für Unternehmen gedacht, die es in der Branche bereits gebe und die ein innovatives Umfeld suchten. Dieser Bauteil soll komplett mit Krediten finanziert werden. „Das heißt, dass wir die Labore und Büros dann auch zu marktüblichen Preisen vermieten, um die Kredite zu refinanzieren“, erläutert der Amtsleiter. Bei Schulen sei dieser Weg nicht machbar.

Der Oberbürgermeister hält das Projekt der Wirtschaftsförderung für extrem wichtig. Deshalb hofft er, dass sich die Fraktionen der Bürgerschaft auch für das Plasmatechnikum entscheiden. Die Planung dafür wurde bereits beauftragt und kostet 1,2 Millionen Euro. ph

Petra Hase

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