Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Schulden ade: Städtische Kitas bauen Defizit ab

Greifswald Schulden ade: Städtische Kitas bauen Defizit ab

Wirtschaftsplan zeigt ab 2019 plus / 2018 Mini-Minus von 40000 Euro

Greifswald. Wirtschaftliche Kehrtwende im städtischen Eigenbetrieb Hansekinder: Nach etlichen Jahren mit hohen Defiziten weist der Wirtschaftsplan für 2018 nur noch ein Mini-Minus von 40000 Euro aus, ab 2019 sogar ein Plus. „Wir haben das Defizit nahezu auf Null gefahren“, sagt der Betriebsleiter Achim Lerm vor dem Sozialausschuss der Bürgerschaft und erntet dafür Anerkennung. „Das ist eine großartige Leistung. Ich hätte nicht gedacht, dass wir das Defizit innerhalb so kurzer Zeit abbauen können“, sagt die Ausschussvorsitzende Mignon Schwenke (Linke). 2015 hatte die Bürgerschaft mit den Stimmen von Linke, SPD, Grünen, FDP und Kompetenz für Vorpommern die Gründung des städtischen Eigenbetriebes Hansekinder beschlossen. In den Jahren zuvor hatten die städtischen Einrichtungen ein jährliches Minus in Millionenhöhe im Greifswalder Haushalt verursacht.

Den größten Batzen Einsparungen hat es nach Aussage von Achim Lerm im Bereich Reinigungskräfte und Hausmeister gegeben. „Bei den Hausmeistern lagen wir über dem vom Landkreis vorgegebenen Soll.

Abgerechnet werden kann eine Hausmeisterstelle auf 350 Kinder. Da keine unserer Einrichtungen so groß ist, benötigt nicht jede Kita einen Hausmeister“, erklärt Lerm. Umorganisiert wurden auch die Arbeiten der Reinigungskräfte. Früher sei im laufenden Kitabetrieb saubergemacht worden. „Wenn Kinder im Haus unterwegs sind, zieht das die Arbeit jedoch in die Länge“, sagt Lerm. Mittlerweile kommen die Reinigungskräfte erst, wenn nur noch wenige oder keine Kinder mehr im Haus sind. Außerdem werden die Hygieneanforderungen nach Vorschrift umgesetzt. Da diese vorsieht, dass wenig genutzte Räume nicht täglich gewischt werden müssen, wird das auch nicht mehr gemacht. „Wir haben gut mit dem Immobilienverwaltungsamt zusammengearbeitet, das die Reinigungskräfte und Hausmeister stellt“, sagt Lerm. Entlassungen seien durch die schlankere Organisation nicht notwendig gewesen. Einige Angestellte seien altersbedingt ausgeschieden, andere konnten anderweitig eingesetzt werden, so Lerm.

Den zweitgrößten Posten bei den Einsparungen machen die Personalkosten aus, schätzt der Hansekinder-Chef. „Etwa 40 Erzieherinnen sind in Rente gegangen. Die Mitarbeiter, die wir neu eingestellt haben, werden geringer vergütet, weil sie eine geringere Erfahrungsstufe haben“, erklärt Lerm. Parallel hat der Eigenbetrieb seine Kapazitäten ausgebaut. In den Horten Abenteuerland und Krullhort sowie in der Kita Inselkrabben werden mehr Kinder betreut als vorher. Insgesamt wurden 40 neue Mitarbeiter eingestellt. „Die Personalausgaben sind damit insgesamt gestiegen“, sagt Lerm. Die Kosten pro Kopf sind jedoch gesunken. Das verbessert die Bilanz, denn zusätzliche Betreuungsplätze bedeuten weitere Einnahmen.

Auch bei den Erziehern hat Lerm Arbeitsprozesse optimiert. „Wir arbeiten jetzt mehr mit Arbeitszeitkonten. Die Mitarbeiter sammeln in der betreuungsintensiven Zeit an und bauen ab, wenn beispielsweise in den Sommerferien viele Kinder im Urlaub sind“, sagt Lerm.

Seit Gründung des Eigenbetriebes sind die Elternbeiträge im Schnitt um fünf Prozent gestiegen, sagt Lerm. Die großen Erhöhungen um 16 Prozent gehen bereits auf die Jahre 2013 und 2014 zurück. Lerm legt Wert darauf, dass die Sparmaßnahmen nicht auf dem Rücken der Eltern ausgetragen worden sind. „Im Gegenteil. Seit Gründung des Eigenbetriebes gab es Tarifsteigerungen in Höhe von elf Prozent.

Diese haben wir nur zum Teil an die Eltern weitergegeben“, sagt er. Während eine Erzieherin im ersten Berufsjahr 2015 noch 2311 Euro brutto verdient hat, sind es heute 2590 Euro. „Wir wollen die Platzkosten für mehrere Jahre stabil halten“, verspricht Lerm.

Katharina Degrassi

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bargeshagen

Bargeshagens Bürgermeister Eduardo Catalán wirft der Hansestadt im OZ-Gespräch bewusste Täuschung vor

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.