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So traurig sieht es auf dem Bauhof aus

Greifswald So traurig sieht es auf dem Bauhof aus

Bedingungen für städtische Mitarbeiter erinnern an frühe DDR-Jahre / Verwaltung strebt einen Neubau an

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Der Bauausschuss der Bürgerschaft, der sich jüngst zur Sitzung im Bauhof traf, staunte nicht schlecht über das marode Sozialgebäude der Mitarbeiter. Allein der Beratungsraum spricht Bände.

Quelle: Fotos: Petra Hase

Greifswald. Vergilbte Tapeten, verschlissene Gardinen, Wasserflecken an der Wand, ein Sammelsurium von Tischen der Marke Sprelacart, verriegelte Fenster, marode Leitungen über Putz, Asbest im Bauwerk... Die Liste der kleinen und großen Grausamkeiten in der alten Baracke des Bauhofs ließe sich problemlos fortsetzen.

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Bedingungen für städtische Mitarbeiter erinnern an frühe DDR-Jahre / Verwaltung strebt einen Neubau an

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Ein Neubau in Herrenhufen hätte mehrere Vorteile.“Baudezernent

Jörg Hochheim

27 Jahre nach dem politischen Umbruch hierzulande arbeiten Beschäftigte der Greifswalder Stadtverwaltung in Räumen, wie sie zu DDR-Zeiten gang und gäbe waren. Mit dem Unterschied, dass damals wenigstens ab und an renoviert wurde. Im Bauhof der Hansestadt ist seit Jahrzehnten nahezu nichts geschehen. Die 40 Frauen und Männer, die in der Gützkower Landstraße 70 ihren Anlaufpunkt haben und dem Tiefbau- und Grünflächenamt angehören, werden täglich mit diesen Hinterlassenschaften vergangener Zeiten konfrontiert. Von einer freundlichen, motivierenden Arbeitswelt fehlt jede Spur. Bislang sah niemand der Entscheidungsträger in der Politik die Notwendigkeit, dort Geld zu investieren. Das Baudezernat der Stadtverwaltung wagt deshalb jetzt einen Versuch, schlägt zwei Varianten zur Verbesserung der Situation vor, wenngleich eine Realisierung aufgrund anderer Bauvorhaben sicher nicht kurzfristig möglich ist.

Variante eins: ein Neubau des Sozialgebäudes auf dem Gelände in der Gützkower Landstraße. „Damit könnte tendenziell auch der zweite Standort des Tiefbau- und Grünflächenamtes im Mendelejewweg aufgegeben werden“, erläutert Baudezernent Jörg Hochheim (CDU) eine gemeinsame Idee von Amtsleiter Fred Wixforth und Bauhofleiter Detlef Schick. In Schönwalde I arbeiten zurzeit noch 14 Mitarbeiter.

Ersten Schätzungen zufolge würde solch ein Neubau 1,5 Millionen Euro kosten. Als dringend notwendig erachte das Amt zugleich eine neue Lagerhalle für Streumaterial, um die Provisorien für den Winterdienst zu beenden. Kosten: weitere 300000 Euro.

Variante zwei, die der Leiter des Immobilienverwaltungsamtes Wilfried Kremer in die Debatte bringt: ein Neubau im Gewerbegebiet Herrenhufen und damit eine komplette Verlagerung des Bauhofs.

Geschätzte Kosten: fünf Millionen Euro. „Wir könnten das Grundstück Gützkower Landstraße zum Beispiel als neues Wohngebiet entwickeln. Mit dem Verkauf der derzeit genutzten Flächen ließen sich Einnahmen erzielen“, sagt Hochheim. Natürlich sei eine solche Variante zunächst teurer. Dennoch habe sie für ihn mehr Charme: „Langfristig müssten auch am jetzigen Standort weitere Investitionen erfolgen, um die sonstigen Bedingungen für die Bauhofmitarbeiter, insbesondere Werkstätten und Lagerhallen, zu verbessern“, verdeutlicht der Vize-OB.

Fakt sei auch: Das Grundstück an der Gützkower Landstraße ist viel zu groß für die Erfordernisse des Bauhofs, räumt Abteilungsleiter Dieter Schick ein. „Sinnvoll wären 5000 Quadratmeter, um neben dem Sozialgebäude auch Fahrzeuge und Materialien unterzubringen“, sagt Schick. Der jetzige Standort habe etwa 16000 Quadratmeter und verleite viele Ämter dazu, Materialien aller Art und nicht mehr benötigte Dinge hier zu deponieren. Auf dem Areal befinden sich also nicht nur Streusalz und Kies für den Winter, sondern auch das alte WC vom Mühlentor, gefällte Bäume, von Baustellen übrig gebliebene Steine und anderes mehr. Mit dieser „Entsorgung“ wäre am Standort Herrenhufen mit begrenztem Platz künftig Schluss.

Einziges Problem neben der noch offenen Finanzierung: „Das Gewerbegebiet Herrenhufen wurde zu großen Teilen mit Fördermitteln erschlossen“, erinnert Wilfried Kremer. Auf diesen geförderten Grundstücken dürfe die Stadt nicht bauen, will sie nicht eine Rückzahlung riskieren. „Wir müssten also auf eine Fläche zurückgreifen, die nicht gefördert wurde“, betont Senator Hochheim.

Petra Hase

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