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Greifswald Stadt braucht 122 neue Mitarbeiter

Verwaltung steht vor Herausforderung / Konzept soll helfen / Im Schnitt fast 25 Krankheitstage

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Sie gehören zu den hoffnungsvollen Nachwuchskräften der Hansestadt Greifswald: Hanna Bernstein, Lars Gleisberg, Julius Hille und Anica Frahm.

Quelle: Foto: Peter Binder

Greifswald. Die Hansestadt Greifswald steht in den nächsten vier Jahren vor der Aufgabe, einen großen Teil ihrer Mitarbeiter zu ersetzen. Bis 2021 werden 81 Beschäftigte, davon 13 Beamte, in den Ruhestand eintreten. Zuzüglich der zu erwartenden Fluktuation aufgrund von Wegzug oder anderer persönlicher Gründe „wird die Stadt 122 Personen in den Jahren bis 2021 einstellen müssen“, sagt Stefanie Brucki vom Haupt- und Personalamt der Verwaltung. Das entspricht etwa einem Fünftel aller derzeit 630 Mitarbeiter. Sie entsprechen 580 Vollbeschäftigtenstellen.

Um sich dieser Herausforderung in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels zu stellen, hat das Amt jetzt ein Personalentwicklungskonzept für die nächsten vier Jahre erarbeitet. Darin sind eine Reihe von Zielen und Strategien festgeschrieben. Zu den wichtigsten Zielen, so Stefanie Brucki am Montagabend vor dem Hauptausschuss der Bürgerschaft, „gehören die Sicherstellung des Personalbedarfs, die Vermeidung von Fluktuation und Senkung des Krankenstandes“. Die betriebliche Gesundheitsförderung ist im Rathaus ein großes Thema, denn der Krankenstand ist überdurchschnittlich hoch: 2016 waren die Beschäftigten im Durchschnitt 24,9 Tage krank. Um die Fehlzeiten zu senken, sollen für unterschiedliche Zielgruppen in Zukunft eine Reihe von Maßnahmen angeboten werden.

Doch mindestens genau so wichtig sei die Gewinnung von Mitarbeitern. „Der Personalbedarf soll vorrangig durch eine interne Stellenbesetzung gedeckt werden“, sagt Stefanie Brucki und berichtet von Plänen, dazu 77 Beschäftigte zu qualifizieren. In der Folge würden jedoch deren Stellen frei, „sodass wir dann auf den externen Markt zurückgreifen müssen“. Heißt also: Freiwerdende Arbeitsplätze würden öffentlich ausgeschrieben. Um gute Nachwuchsfachkräfte zu rekrutieren, soll ein spezielles Ausbildungs- und Personalmarketingkonzept erarbeitet werden. Denn in Zukunft gelte es, die Attraktivität der Hansestadt als Arbeitgeberin öffentlich besser darzustellen. Insbesondere sollen die Aktivitäten an Schulen und Hochschulen optimiert werden, um Berufsanfängern in der Region die Karrieremöglichkeiten der Universitäts- und Hansestadt aufzuzeigen. Wobei die Möglichkeiten der eigenen Ausbildung von Fachkräften Grenzen hätten, da die Kapazitäten sowohl personell als auch räumlich in den Ämtern ausgeschöpft seien. „Derzeit prüfen wir, ob wir eine eigene Ausbildung von Bauingenieuren – eventuell als dualen Bachelorstudiengang – starten“, sagt Stefanie Brucki. Denn in diesem Bereich gebe es Engpässe. Laut Petra Demuth, Leiterin des Haupt- und Personalamtes, sind Tiefbauingenieure schon jetzt kaum verfügbar.

Für Peter Multhauf von den Linken „hört sich das Personalkonzept so an, als hätten Sie alles im Griff“, sagt er. Doch in der Vergangenheit klagten einige Ämter angesichts immenser Arbeitsaufgaben immer wieder über Personalmangel, so das Hauptausschussmitglied. Demuth räumt daraufhin ein: „Wir haben nicht alles im Griff.“ Doch das Konzept biete eine gute Basis, die Aufgaben zu lösen. „Mit unserer Bachelorausbildung sind wir beispielsweise Vorreiter in MV“, betont die Amtsleiterin. Ganz neu initiiert: Die berufsbegleitende Bachelor-of-Arts-Ausbildung für den gehobenen Dienst. Jährlich werde Mitarbeitern das Studium über die Technische Akademie Wuppertal am Standort Rostock ermöglicht. Auch das soll dazu beitragen, den Personalbedarf zu decken. Unterm Strich will die Stadt dennoch abbauen: Bis 2021 soll die Zahl der Vollbeschäftigtenstellen um zehn auf 570 sinken.

Die Hansestadt Greifswald

630 Mitarbeiter zählt die Verwaltung. Das sind 580 Vollbeschäftigteneinheiten (Vbe), da etwa ein Viertel aller Personen Teilzeit arbeitet. Vor zehn Jahren hatte die Stadt 1041 Mitarbeiter (833 Vbe). Im Zuge der Kreisreform 2011 gingen über 200 Mitarbeiter an den Kreis über. 237 Personen (Erzieher) übernahm 2015 der neu gegründete Eigenbetrieb Hansekinder. Einige Stellen wurden auch abgebaut, um Personalkosten zu senken (2007: 37,5 Mio. Euro, 2017: ca. 32 Mio. Euro).

Petra Hase

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