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Studentenprotest gegen Verleihung der Doktorwürde

Greifswald Studentenprotest gegen Verleihung der Doktorwürde

Die Promotion des früheren Sängers einer rechtextremen Band sorgt für Aufregung / schwache Beteiligung an Mahnwache

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Mit Pappschildern verliehen politisch aktive Studenten ihrem Ärger auf dem Rubenowplatz Ausdruck. Fotos (2): Peter Binder

Greifswald. „Schöner studieren ohne Nazis“, „Nazis raus aus der Uni Greifswald“: Mit Losungen wie diesen demonstrierten gestern ab 10.30 Uhr knapp 20 Studenten vor dem Unihauptgebäude. Sie trugen auf den rechten Augen schwarze Klappen, Symbol einer ihrer Ansicht nach bestehenden Gefahr der sprichwörtlichen Blindheit auf dem rechten Auge.

OZ-Bild

Die Promotion des früheren Sängers einer rechtextremen Band sorgt für Aufregung / schwache Beteiligung an Mahnwache

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Der Grund: In der Aula des Hauptgebäudes wurden ab 11 Uhr akademische Grade verliehen. Darunter an den Cottbuser Rechtsanwalt Maik B., früherer Sänger der rechtsradikalen Band „Hassgewalt“.

Doktorvater ist Ralph Weber. Gegen den 2009 aus Rostock nach Greifswald delegierten Arbeitsrechtsprofessor gab es in der Vergangenheit mehrfach Rechtsextremismus-Vorwürfe. Maik B.war gestern nicht anwesend.

Die Promotion sorgte nicht nur in der Bundesrepublik für Schlagzeilen. Der Senat der Uni verabschiedete einstimmig eine Erklärung, die die Angehörigen der Hochschule auffordert, aktiv für Vielfalt, Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit einzutreten. Das Rektorat schrieb einen künstlerischen Wettbewerb zur weltoffenen Hochschule aus. Die Ergebnisse sollen in einer Ausstellung gezeigt werden.

„Wir wollen ein Zeichen setzen, dass Maik B. unsere Universität nicht repräsentiert“, sagte die Demonstrantin und Psychologiestudentin Jule Monzinger. „Unsere Uni ist nicht rechts.“ Die kommissarische Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta), Juliane Harning, erwartet, dass die für die Verleihung der Grade zuständigen fünf Fakultäten ihre Promotionsordnungen so ändern, dass künftig kein Rechtsextremer in Greifswald den Doktortitel erwerben kann. „Wir sind weltoffen und tolerant“, betonte Harning in ihrer kurzen Ansprache. Und dem widerspreche die Promotion von Maik B.

„Wir sorgen uns um den Ruf der Uni“, sagte Felix Waltenburg, der stellvertretende Vorsitzende des Studierendenparlaments (Stupa). Stupa-Präsident Adrian Schulz wünscht sich mehr Aufklärung seitens der Universitätsleitung und klarere Worte des Rektorats. Der „Fall Maik B.“ dürfe sich nicht wiederholen. Unisprecher Jan Meßerschmidt erinnert indes an die Freiheit von Forschung und Lehre und das Recht auf Meinungsfreiheit. Konkret könne er nur schon Gesagtes wiederholen. Die obersten Gerichte hätten festgestellt, dass eine Universität „für die Zulassung eines Promotionsbewerbers einem strafbaren Verhalten keine Relevanz beimessen darf, es sei denn, es handelt sich um wissenschaftsbezogene Straftaten. Ein nachträglicher Entzug des Doktorgrades kommt nur bei wissenschaftlichem Fehlverhalten in Betracht."

eob

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