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Unileitung lehnt neue Debatte um Arndt ab

Greifswald Unileitung lehnt neue Debatte um Arndt ab

Man wolle sich auf drängende Probleme konzentrieren

Greifswald. Das Rektorat der Uni Greifswald distanziert sich vom neuen Anlauf mehrerer Senatsmitglieder, wieder über den Uninamen Ernst Moritz Arndt im Senat abstimmen zu lassen. „Die erneute Diskussion um den Namen der Universität führt weg von ihren drängenden wirtschaftlichen Problemen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Zum Rektorat gehören Rektorin Johanna Eleonore Weber, die Prorektor Steffen Fleßa, Prorektorin Katharina Riedel und der amtierende Kanzler Wolfgang Flieger.

 

OZ-Bild

Rektorin Johanna Eleonore Weber

Wie es weiter heißt, anerkenne das Rektorat die Unabhängigkeit des Senats und dessen Recht laut Landeshochschulgesetz, über die Grundordnung und damit den Namen der Universität zu entscheiden. „Wir bedauern jedoch zutiefst, dass eine erneute Diskussion über den Namen der Universität von den aktuellen existenziellen Problemen der Universität und der Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit wegführt.“

Der Entwurf des Doppelhaushaltes des Landes 2018/19 sieht für die Hochschulen massive finanzielle Einschnitte vor, beklagt das Rektorat. Weil das Land einen bestimmten Prozentsatz als Rücklage vorschreiben wolle, fehlten laut Unisprecher Jan Meßerschmidt Greifswald mindestens 22 Prozent der laufenden Sachaufwendungen im Grundhaushalt oder 42 Promotionsstellen pro Jahr. Die Folgen für Lehre und Forschung wären dramatisch, heißt es. „In dieser kritischen hochschulpolitischen Situation wünschen wir uns, dass sich die hochschulinterne Diskussion auf die zentralen Probleme unserer Universität konzentriert“, so das Rektorat.

Sieben studentische Senatoren hatten am Montag angekündigt, erneut über den Uninamen abstimmen zu lassen. Sie wollen das Verfahren sachgemäß beenden, heißt es in der Stellungnahme. Im Januar entschieden sich zwei Drittel der Senatsmitglieder auf Antrag der studentischen Senatoren für die Trennung von Arndt. Die Studierenden erinnern daran, dass das Bildungsministerium diesen Beschluss nur wegen eines inzwischen behobenen Formfehlers ablehnte. Diesmal brächten auch Mitarbeiter und Professoren der Uni den Antrag mit ein, heißt es. Der Antrag könnte frühestens während der regulären Senatssitzung am kommenden Mittwoch behandelt werden.

Bis dann solle die Prüfung der bis zum Juli 2017 gesammelten 1061 Unterschriften für eine Urabstimmung der Studierenden über den Uninamen vorliegen, teilte gestern Initiator Fabian René Fischer mit.

Damit diese stattfinden müsse, seien zehn Prozent gültige Unterschriften der 9552 Studierenden des Sommersemesters nötig, so Fischer. Das Ergebnis ist allerdings für den Senat nicht bindend.

Der Publizist und Historiker Ernst Moritz Arndt (1759 bis 1860) ist wegen seines Franzosenhasses und Antisemitismus umstritten. Wegen seines Eintretens für die Freiheit und die deutsche Einheit wird er von vielen verehrt.

kat/eob

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